Konflikt & Mythos

 

Kalkriese und Detmold

Oktober 2009

Plakat zur Ausstellung
Plakat zur Ausstellung

 

Da in der Ausstellung 'Mythos' in Detmold nicht fotografiert werden durfte, fasse ich Konflikt und Mythos auf einer Seite zusammen.

 

Die Ausstellung 'Konflikt' in Kalkriese befaßt sich mit der Varusschlacht und den Konflikten zwischen Römern und Germanen und in 'Mythos' geht es um die spätere Mythologisierung des Arminius und seines Heldentums.

 

 


Römermuseum in Kalkriese
Römermuseum in Kalkriese

 

Kurze Info:

 

Vor 2000 Jahren soll an diesem Ort die berühmteste Schlacht zwischen Römern und Germanen 'Die Varusschlacht', stattgefunden haben.

 

Seit dem 17. Jh. fanden Bauern immer wieder römische Münzen auf ihrem Land bei dem kleinen Ort Kalkriese. Ende der 1980er Jahre fand hier ein britischer Hobbyarchäologe die ersten Wurfgeschosse der Römer, sowie weitere Münzen aus dem Jahr 7 - 9 n. Chr., die mit dem Bildnis des römischen Kaisers Augustus, sowie dessen Feldherrn Publius Quinctilius Varus, geprägt waren. Weitere Grabungen in den letzten 20 Jahren brachten weitere zahlreiche Funde zutage, darunter auch Gruben mit Menschen- und Tierknochen, die nachweislich erst nach ca. 6 Jahren Verwitterung im Freien, bestattet worden waren. Man geht davon aus, dass dies das Werk des Germanicus und dessen Legionen war, der 6 Jahre nach der Varusschlacht die Gebeine der gefallenen Soldaten begraben ließ.

 

Außerdem waren die Fundstücke in einem Umkreis von 30 Quadratkilometern verstreut, genau die Fläche, auf der auch diese spezielle Schlacht stattfand. Direkt auf dem Museumsgelände fand man auch die berühmte Gesichtsmaske eines römischen Reiter- helmes, die mittlerweile schon eine Art Wahrzeichen für die Varusschlacht darstellt.

 

Weiterhin fand man nach Abtragen des Erdreiches ca. 1 m tiefer, Reste der Wälle, welche die Germanen  unter Anleitung ihres Anführers 'Arminius' zum Schutz gegen die Römer errichteten.

Genau hier befindet sich auch jener Engpass zwischen Kalkrieser Berg und ehemaligem Moor, an dem die Römer ihre Marschordnung endgültig aufgeben mußten und den Angriffen der Germanen fast hilflos ausgeliefert waren.

 

Die Schlacht dauerte 4 Tage und drei Nächte und hat an dieser Stelle wahrscheinlich ihr Ende gefunden. Die Römer verloren drei Legionen, die 17., 18. und 19.

 

Alle drei Legionen waren wahrscheinlich auf dem Marsch von ihrem Sommerlager an der Weser, nach Xanten in das Lager 'Vetera', wo sie den Winter verbringen wollten. Sie wurden von einem Tross zahlreicher Zivilisten, sowie Hilfstruppen, Maultieren, Pferden und Trosswagen begleitet.

 

Im gesamten Zug so schätzt man, sollen etwa 30.000 Menschen mitmarschiert bzw. -gereist sein und die meisten von ihnen überlebten diesen Marsch nicht. Um einen angeblichen Aufstand niederzuschlagen, gelang es den Germanen, die Römer auf einen Umweg, in unwegsames Gelände zu locken, so dass die Legionen auseinandergezogen wurden und Chaos ausbrach. Das nutzten die germanischen Krieger um aus dem Hinterhalt immer wieder guerillaartig anzugreifen. Sie wußten, dass sie siegen MUßTEN, deshalb wohl gingen sie besonders grausam vor und ließen keinen römischen Legionär am Leben. Bei gefangenen Zivilisten machten sie allerdings Ausnahmen - diese fristeten von nun an ein Leben als Sklaven. Es ist bekannt, dass einige von diesen, noch nach 40 Jahren Gefangenschaft wieder frei kamen, oder freigekauft werden konnten...

 

Bis heute weiß man nicht wirklich, warum der Anführer der Germanen,'Arminius', der zuvor in den Diensten der Römer stand, deren vollstes Vertrauen genoß und schon in sehr jungen Jahren in den Ritterstand erhoben wurde, sich plötzlich gegen diese wandte und zusammen mit zahlreichen Germanenstämmen die Vernichtung seiner 'Freunde' plante. 

 

Man nimmt an, dass ihn andere Germanenfürsten bedrängten und dazu überredeten, die mittlerweile ungeliebten römischen Eindringlinge zu vertreiben, da diese die Würde der Germanen mißachteten, hohe Steuern eintrieben und harte Strafen, wie Kreuzigungen verhängten.

 

Letztendlich aber muß Arminius selbst wohl ein 'Schlüsselerlebnis' gehabt haben, denn anders kann man sich seinen plötzlichen Hass gegen die Römer nicht erklären.

 

Der römische Chronist 'Publius Cornelius Tacitus' bezeichnete Arminius in seinen Annalen so: ' Er war unbestritten der Be- freier Germaniens'.

Zwar gab es in den nachfolgenden Jahrhunderten immer wieder Schlachten zwischen Römern und Germanen, aber meistens nur noch, weil es jetzt die Germanen waren, die immer wieder in das römische Reich eindrangen und auf Raubzüge gingen. Die Eroberung Germaniens, hatten die Römer seit der Varusschlacht zwar nicht absolut endgültig aufgegeben, doch gelang es ihnen auch weiterhin nie, auch nur kleine Teile des berüchtigten Germanien wiederzuerobern.

 

Eine Versetzung römischer Soldaten an die Grenzen zu Germanien z.B. an den Limes und den Rhein, war nicht gerade beliebt und wurde fast wie eine Strafversetzung empfunden. Zu sehr fürchteten, ja gruselten sich die Römer vor den barbarischen Stämmen, die jenseits der Grenzen in den unheimlichen, nebligen und sumpfigen Wäldern hausten. Das Wetter war schon damals meistens schlecht...und selbst Julius Cäsar soll einst gesagt haben, dass, selbst wenn man 60 Tage am Stück marschieren würde, wohl kein Ende dieser Wälder in Sicht käme...

 

Tacitus beschrieb das Land etwa so: '...im großen und ganzen machen es schaurige Urwälder unheimlich und Sümpfe abscheulich...' Dazu kam, dass die Römer keine Wälder mehr kannten, sie hatten ihre eigenen, sowie die in den römischen Provinzen mittlerweile für ihren hohen Holzbedarf fast vollständig abgeholzt...

Der Begriff 'Germanen' war eine Bezeichnung, mit der Julius Caesar alle Stämme rechts des Rheins bezeichnete und das waren Hunderte.

 

Die Ausstellungen und Aktionen zur  Varusschlacht vor 2000 Jahren sollen keine Feierstimmung vermitteln, sondern eher ein Andenken sein, denn sehr viele Menschen starben sehr grausam in dieser Schlacht und das sollte man nicht vergessen.

 

 

KONFLIKT

 

Nachgestellte 'Maskenstandarten' auf dem Museumsgelände

 

 

 

Souvenirs im Museumsshop 

 

 

 

2 m hohe Maske am Eingang zur Ausstellung 'Konflikt'

 

 

 

 Rückansicht der Riesenmaske

 

 

Gipsmasken von Künstlern nachempfunden

 

 

 

 

 

Ein bunter Maskenwald auf Pfählen, jede Maske stellt ein europäisches Land dar...

 

 


 

...und soll ein Friedenszeichen sein. Geschaffen wurden sie von Künstlern aus dem Osnabrücker Land

 

 

 

Der wahrscheinliche Weg der drei Legionen des Varus, die hier in ihren Untergang marschierten, wurde mit Platten ausgelegt

 

 

 

 


 

Eine meterlange Vitrine zeigt mit Zinnsoldaten die ehemalige Aufstellung der drei Legionen des Varus samt Tross beim Abmarsch. Insgesamt war der Zug 12 - 15 Km lang...

 

 

 

...und zog sich schließlich während des Umweges durch unwegsames Gelände auf eine Länge bis zu 30 Km. Hier wird die Auflösung an der schmalsten Stelle zwischen Kalkrieser Berg und Moor aufgezeigt

 

 


 

Die Eisenstangen markieren den Verlauf des ehemaligen Germanenwalles, er soll bis zu zwei Meter hoch und vier Meter breit gewesen sein, außerdem befand er sich etwa einen Meter unterhalb der heutigen Erdschicht.

 

 


 

Die Route der Römer von anderer Seite aus gesehen

 

 

 

Chaos im Tross der Römer, die Reiterei ließ die Legionen teilweise im Stich und flüchtete...

 

 


 

Heute friedlicher Rasen, vor 2000 Jahren herrschte hier Chaos, Kampf und Tod - kaum noch vorstellbar...

 

 

 

In den Boden eingelassene Platten informieren, vermitteln aber gleichzeitig in ihrer Darstellung als eine Art von Grabplatten, ein düsteres Andenken...

 

 

 

Römische Münzen, 2000 Jahre alt, wurden im Laufe der letzten Jahrhunderte bei Kalkriese gefunden

 


 

Teil des Brustpanzers eines römischen Soldaten

 

 

 

Die Nägel einer Kiste, samt deren Ecken, wurden in dieser Anordnung ausgegraben, die Kiste war vollständig verrottet, die Nägel lagen noch so in der Erde, wie sie in der Kiste steckten...

 

 


 

Antike  Schlüssel

 

 

 

Teich im Museumspark, der veranschaulichen soll, dass so vor 2000 Jahren fast die gesamte Gegend aussah, Gewässer und Sümpfe machten den Römern das Leben in Germanien zur Hölle...

 


 

Großer Blickfang im Museum Kalkriese - die Zinnsoldatenarmee des Varus im Kleinformat

 

 


 

Nur sehr wenig Überbleibsel der Gefallenen wurden gefunden, wahrscheinlich wurden die meisten 'Schätze' von Germanen geraubt...

 


 

Hier verlief einst der Germanenwall - vom undurchdringlichen Urwald dahinter ist allerdings nicht mehr viel übrig

 

 


 

Spiegelung in der Vitrine mit der Miniarmee

 

 

 

Schriftbodenplatte an der Stelle wo es einen wichtigen Knochenfund wahrscheinlich gefallener Römer gab

 

Miteinander verklebte Knochenfunde von Pferden und Menschen...

 

Man vermutet, dass der römische Feldherr 'Germanicus', der 6 Jahre nach der Schlacht die unbestatteten Gebeine der gefallenen Römer fand, diese in aller Eile in Gruben werfen ließ, dabei konnten die Soldaten Menschen- und Tierknochen teilweise nicht mehr auseinanderhalten.

In der Mitte des Klumpens ist ein menschlicher Schädel mit Oberkiefer sichtbar

 

 

 

Gruselige Funde wie diese gab es zuhauf, eingeschlagene menschliche Schädel...

 

 

 

Hinweistafel, dass hier die Römer in den Hinterhalt der Germanen gerieten

 

 

 

Hier wurde die Erde abgetragen und man fand Überreste des ehemaligen Walles...

 

 


 

...der Erdboden lag hier damals etwa ein bis zwei Meter tiefer als heute

 

 


 

Nachbildung eines Teiles des Germanenwalles, wie er ungefähr ausgesehen haben muß

 

 

 

Wallnachbildungen im Museumspark an der wahrscheinlichen Stelle der Varusschlacht

 

 

 

Vermittelt einen Hauch von Vergangenheit...

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Archäologen im Museumspark Kalkriese bei der Arbeit, man darf ihnen über die Schulter blicken...

 

 

 

Und hier ist sie endlich, die Originalmaske...

 

 

 

Der berühmteste Fund auf dem heutigen Museumsgelände ist diese Maske - inzwischen Sinnbild und Wahrzeichen der Varusschlacht

Sie war Teil eines Reiterhelmes und ursprünglich mit Silber überzogen...

 

 


...dessen Reste noch in der Umschlagkante an den Seiten zu erkennen sind. Wahrscheinlich haben die Germanen den Silber- überzug abgerissen und den eisernen Rest der Maske wieder weggeworfen. Warum weiß man nicht, denn es ist die einzige Maske die man bisher fand, obwohl mit Sicherheit viele davon verloren gingen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Filmszene
Filmszene

 

So, oder ähnlich dürfte die Maske zu ihren besten Zeiten ausgesehen haben

 

 


 

Die Grabungen der Archäologen werden noch viele Jahrzehnte dauern...

 

 


 

 

 

 

Was von diesen Sandalen übrig ist, sind eigentlich nur die Abdrücke im Schlamm

 

 

 

Hier wurde das fast gut erhaltene Skelett eines Maultieres gefunden. Man vermutet heute, dass es in Panik versuchte den Wall zu erklimmen, ausrutschte und sich entweder den Hals brach, oder anderweitig getötet wurde...

 

 


 

Hier wurden rund um den Museumspark die geheimen Trampelpfade der germanischen Krieger im Wald nachempfunden

 

 


 

Blick vom Wall auf den Museumsturm

 

 

 

Nachempfundene Bohlenwege der Römer; auf die Schnelle mußten die römischen Legionäre im unwegsamen Gelände Bäume fällen und Wege bauen...

 

 


 

Im Museum gibt es eine Gegenüberstellung von Varus und Arminius, in Gestalt zweier Schauspieler auf Kugeln projiziert. Was wäre wenn - die beiden sich heute noch einmal aussprechen könnten...da gab es eine heiße Diskussion zu hören; Varus mit den Argumenten, Arminius sei es doch gut ergangen bei den Römern, schließlich war er ein Ritter, ein Offizier, befreundet mit so hohen Herren, wie ihn, Varus, der ihm vollkommen vertraute. Er hätte ein Leben im Luxus führen können, doch was tat er? Er zog es vor wieder in die Wildnis zu ziehen...wofür? Nur weil er Großkönig von Germanien werden wollte?

 

Aber auch Arminius hatte schlagkräftige Argumente; die Römer verhielten sich Menschenverachtend, erniedrigten seine Verwandten, seinen Vater, der einst ein stolzer Cheruskerfürst gewesen und nun nur noch ein Sklave Roms war...seiner Waffen beraubt und seiner Rechte...und dann die Sache mit den Kreuzigungen, Pfui Teufel, was für eine grausame Strafe für relativ kleine Verbrechen, so grausam opferten nicht einmal die Barbaren ihre Gefangenen den Göttern...

Und so weiter, nichts was man nicht schon kannte oder sich dachte...Aber trotzdem interessant...;-)

 

Wirkliche Bildnisse gibt es ausgerechnet von diesen beiden Kontrahenten nicht, von Varus nur sein ziemlich unscharfes Profil auf Münzen, von Arminius hat man noch keine zeitgenössische Abbildung gefunden, deshalb ließen schon unzählige Künstler ihrer Phantasie freien Lauf.

 

Kurze Info zu den Lebsläufen der Beiden:

 

 


 

Ausstattung eines römischen Legionärs

 

Publius Quinctilius Varus:

(47/46 v. Chr. - 9 n. Chr.)

 

Entstammt zwar einer adligen Familie, doch schon sein Vater beging Selbstmord, weil er auf der Seite der Republikaner gegen Augustus kämpfte - da war Quinctilius erst 4 Jahre alt und nichts deutete darauf hin, dass ausgerechnet er einmal Karriere unter Augustus machen würde....

13 v. Chr. amtierte er als Konsul, um 7 v. Chr. wird er Statthalter der Provinz Africa und 6 v. Chr. der Provinz Syrien. 4 v. Chr. schlug er einen Aufstand in Judäa nieder und ließ 2000 Menschen ans Kreuz nageln, ab 7 n. Chr wurde er Statthalter von Germanien und befahl die Rheinarmee.

Varus war mit der Augustusnichte Claudia Pulchra verheiratet und hatte einen Sohn. Nicht nur sein Vater, auch sein Großvater beging Selbstmord, eine 'Tradition' die Quinctilius schließlich fortsetzte. Für das Versagen der Römer in der Schlacht gegen die Germanen, wurde Varus zum Sündenbock gestempelt. Er sei zu träge und vertrauensselig gewesen, hieß es später.

 

 


 

Ausstattung eines germanischen Kriegers

 

Arminius:

(16 v. Chr. - 21 n. Chr.)

 

Arminius war der Sohn des Cheruskerfürsten Sigimer. 

Sehr wahrscheinlich wurde er als Kind von den Römern als Geisel mit nach Rom genommen und dort zum Offizier ausgebildet, um später die germanischen Auxiliar-Truppen zu führen. Wie sein wirklicher Name war, weiß man nicht, vermutlich nannte er sich Arminius, um in Rom nicht als Barbar erkannt zu werden, oder er wurde von den Römern so genannt. Weitere Namen entstanden in Legenden und im Rahmen späteren Heldenverehrertums, wie z.B. 'Sigurd', 'Siegfried' oder 'Hermann'. Von den römischen Chronisten weiß man aber nur, dass er perfekt lateinisch sprach und unter den Römern hohes Ansehen genoß. Er soll hochintelligent gewesen sein, 'anders, als man es von den Barbaren kannte'...

 

Die Sippe der Cherusker war untereinander zerstritten. Arminius kämpfte später gegen seinen eigenen Bruder Flavus, der auf Seiten der Römer stand, sowie seinen Onkel Inguiomerus und seinen 'Schwiegervater' Segestes, der ihn bei Varus verriet, der diesem allerdings nicht glaubte und der später seine eigene Tochter Thusnelda, den Römern auslieferte, um sie von Arminius, der sie heimlich als seine Braut raubte, zu entfernen...Seinen Sohn Thusmelikus, sah Arminius nie.

Wie und warum Arminius es schaffte, tausende germanische Krieger gegen die Römer zu führen, ist bis heute nicht ganz bekannt. Einige Jahre nach der Varusschlacht, war Arminius wohl zumindest wenn Schlachten anstanden, Anführer der verschiedenen Stämme, doch schon mit 37 Jahren, wurde er von den eigenen Verwandten vergiftet - vielleicht weil er mehr wollte?

Die nächsten 1500 Jahre geriet er fast in Vergessenheit, bis man die Annalen des römischen Chronisten 'Tacitus'  im 15. Jh. in einem  Kloster  wiederfand. Darauhin wurde Arminius zu neuem Leben erweckt, als 'Hermann' (von Luther so getauft) dem man  im 19. Jh. ein Denkmal bei Detmold setzte, ihn fälschlicherweise als 'Befreier der Deutschen' betitelte und für politische Zwecke im 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ge-und mißbrauchte.

In uralten Legenden vermutet man ihn als Vorbild für den Drachentöter 'Siegfried', denn schon die ersten Germanen die im 9. Jh. n. Chr. auf Island siedelten, brachten die Legende vom Drachentöter 'Sigurd' mit. Da die Germanen nichts an Geschichte niederschrieben, vermutet man heute, dass man die Geschichte um den großen Helden mündlich am Leben erhielt, dass sie sich im Laufe der Jahrhunderte immer neu veränderte, bis schließlich ein unbekannter Mönch eine komplexe Story daraus machte; 'Siegfried der Drachentöter und der Ring der Nibelungen' - wer kennt das nicht...

 

 


 

 

 

MYTHOS

 

 

 

 

 

 

 

Abdrucke von Bildern im Museumsturm Kalkriese, die Arminius als germanischen Helden mythologisieren. Weil 'Arminius' wohl zu römisch klang, mußte ausgerechnet jemand wie Martin Luther ihm noch einen 'schönen deutschen' Namen verpassen...nämlich 'Hermann', was damals auch von 'Heer - Mann' Mann des Heeres, abgeleitet worden sein könnte...

 

 


 

Diese Varusschlachtdarstellung, sieht mir eher so aus, als hätten die Hunnen da schon mitgemischt ;-)

 

 


 

Entwurf von Ernst von Bandel, der es sich im 19. Jahrhundert zur Lebensaufgabe machte, 'Hermann' ein Denkmal zu setzen...Deutschland hatte eine 'Freiheitsstatue' ;-)

 

 


 

Heute weiß man, dass die Germanen keine Flügelhelme trugen, ebensowenig wie die Wikinger Hörner an den Helmen hatten...

 

 

 

...Arminius bzw. 'Hermann' wurde allerdings gerne so dargestellt, dabei hat er in der Realität wohl eher wie ein römischer Offizier ausgesehen...möglich, dass er sich später veränderte...

 

 

 

Blick vom Museumsturm auf die Ausgrabungsstelle

 

 

 

In der Ausstellung 'Mythos' im Landesmuseum Detmold, durfte man leider nicht fotografieren...

 

Hier waren vor allem viele Gemälde um den 'Mythos' Hermann und 'Siegfried' aus verschiedenen Jahrhunderten ausgestellt. Aber auch ein wertvolles und sehr gut erhaltenes römisches Silbergeschirr, dass sich Jahrhundertelang in Privatbesitz befand, sowie eine fast 2000 Jahre alte Hose mit angenähten Füßlingen, eines Germanen, die man im Moor fand.

 

Ansonsten ist das Hermannsdenkmal 'Die Freiheitsstatue der Deutschen' auch eine Art von Mythos ;-)

 

 

 

Plakatwände mit dem Hermannsdenkmal vor dem Landesmuseum Detmold

 

 

 

 

 

Das Hermannsdenkmal bei Detmold
Das Hermannsdenkmal bei Detmold

 

Den 'echten' Hermann haben wir natürlich auch besucht...

 

 

 

 

 

...und nochmal nach Besteigung auf den Aussichtsrundgang (nichts für jemand mit Höhenängsten...)