Siegfried

und die Nibelungen

 

Wie war es wirklich?

Wer war der 'historische' Siegfried? 

Oder wie entstand die Legende um 'Siegfried und die Nibelungen'? 

 

 

Siegfried-Statue im Sealife Königswinter
Siegfried-Statue im Sealife Königswinter

Ein von mir zusammengetragener Bericht aus vielen Quellen bzw. Dokumentationen. (Quellenangaben am Ende dieses Berichtes)

Und dies ist nur eine Möglichkeit von vielen, wie es zur Legende gekommen sein kann... (Ohne Gewähr)

 

Siegfried der Drachentöter

 

Die Briten haben ihren sagenhaften Helden in 'King Arthur', die Deutschen in 'Siegfried dem Drachentöter' und man hat das Gefühl, dass beide Sagen irgendwie eng miteinander verbunden sind.

Natürlich ist das wohl hauptsächlich den Geschichtenschreibern zuzurechnen, denn beide Sagen wurden im Mittelalter zum ersten Mal  aufgeschrieben. Die Siegfried-Legende zum ersten Mal im 13. Jahrhundert, King Arthur im 12. Jahrhundert. Auch bei der Siegfried-Legende geht man davon aus, dass sie auf reale historische Ereignisse zurückzuführen ist, und da sie viele verschiedene Elemente enthält (Siegfried's Kampf gegen den Drachen, das legendäre Drachengold, das auch zum Gold der Nibelungen und zum Rheingold wird, Siegfried's Schwert Balmung, ähnlich wie Arthurs Excalibur, sowie das Auftauchen des legendären Hunnenkönigs Etzel), ist es wohl eine Geschichte, deren historische Ereignisse sich über einen Zeitraum von mehreren Jahrhunderten erstrecken, um genauer zu sein vier Jahrhunderte.

Der ursprüngliche Autor dieses gesamten Epos ist unbekannt, aber man schätzt, dass es sich um einen Mönch aus dem 13. Jahrhundert handelt, der historische Ereignisse und Personen, sowie sagenhafte Erzählungen aus alten Schriften herauspickte, ihnen neue Namen gab und daraus eine geschlossene Geschichte schuf.

 

Historiker haben aber herausgefunden, dass die Siegfriedsage selbst noch sehr viel älter ist, als man bisher glaubte. Denn schon im 9. Jahrhundert brachten nach Island auswandernde Wikinger eine Geschichte um einen geheimnisvollen 'Sigurd', der einen Drachen tötete mit auf die Insel. Man fand sogar einen Felsen, in den das Bild eines Drachen kunstvoll eingeritzt war und auf dem dargestellt wurde, wie eine Gestalt mit einem Schwert den Drachen, der wie ein langer Wurm (Lindwurm) aussah, durchbohrte.

Man geht davon aus, dass wenn die Geschichte überhaupt auf ein reales Ereignis, bzw. einen realen Helden zurückzuführen ist, es sich um den Cheruskerfürsten 'Arminius' ( ca. 16 v. Chr. - 21 n. Chr.) gehandelt haben könnte. Wie bei 'King Arthur' spielen auch hier die Römer wieder eine sehr große Rolle, aber sie waren damals ja auch als Eroberer der fast gesamten westlichen und östlichen Welt präsent.

 

Arminius' wirklicher Name ist heute nur noch schwer nachweisbar, nur dass er (wird angenommen, wurde aber nie nachgewiesen) als Geisel in Rom aufwuchs, (um Stammesfürsten von Aufständen abzuhalten, nahmen die Römer oft deren Kinder als Geiseln) wahrscheinlich einen römischen Namen annahm bzw. sein Name abgeändert wurde, um nicht als Barbar angesehen zu werden (sämtliche germanische Stämme waren für die Römer damals 'Barbaren') und dass das Hermanns-Denkmal am Rande des Teutoburger Waldes ihm gewidmet ist, obwohl er mit Sicherheit nicht 'Hermann' hieß (was vermutlich von Ermana-Ricus oder Hermina-Fridus abgeleitet worden sein kann, oder auch von 'Heermann' - Mann des Heeres). Man vermutet da schon eher eine Verwandschaft mit dem Namen Siegfried (von Segi/Sigi, da der Vater des Arminius Segimer hieß)... (Die Wikinger nannten ihn wie erwähnt, Sigurd) - und es ist auch bekannt, dass Martin Luther ihm später den 'guten deutschen' Namen 'Hermann' gab...

 

Ob nun in Rom als Geisel aufgewachsen oder nicht - Arminius diente in der römischen Armee und wurde dort  zum Krieger bzw. Offizier ausgebildet. Man geht davon aus, dass er in Rom aufwuchs, weil er zeitgenössischen Chronisten zufolge sehr gut Lateinisch sprach und die Römer ihm vertrauten wie Ihresgleichen und ihn sehr schnell zum Ritter erhoben. Zunächst war er wohl auch recht 'romfreundlich' diente in der römischen Armee und zog mit dieser auch schließlich ins germanische Reich ein. Er wußte zwar, dass die Römer vor hatten sein eigenes Volk zu erobern, doch viele der damaligen germanischen Stämme waren ebenso romfreundlich gestimmt. Schon seit etwa 15/16 v. Chr. rückten die Römer beständig ins germanische Reich vor, lieferten sich auch mehr oder weniger erfolgreiche Schlachten mit den verschiedenen Stämmen, aus denen meist die Römer siegreich hervorgingen, aber erobert hatten sie das riesige, unübersichtliche Germanien mit seinen endlosen Wäldern, Mooren und seltsamen Bewohnern noch lange nicht. Sie waren gerade mal bis zur Elbe gekommen und begannen erste Städte im Inland zu gründen, wie z.B. Waldgirmes. Noch wurden die Römer von den Germanen mehr geduldet, als akzeptiert. Aber schließlich brachten diese Fremdlinge viele interessante und moderne Erfindungen mit sich und die Germanen betrieben einen florierenden Tauschhandel mit ihnen. Allerdings gab es auch reichlich Schattenseiten, wie z.B. das Eintreiben von Tributen und Steuern (die meisten Germanen waren arme Bauern, die sowieso kaum etwas hatten), sowie grausame Strafen oder Hinrichtungen (Kreuzigungen), was die Germanen in dieser Form nicht kannten und auch nicht praktizierten.

 

Der damalige Oberbefehlshaber, bzw. römische Statthalter 'Publius Quinctilius Varus' war bekannt dafür, seine Gesetze und Befehle auf brutale Art schnell durchzusetzen. Arminius muß irgendwann mit Entsetzen erkannt haben, wem er eigentlich diente, sehr wahrscheinlich wurde er dafür auch von seinen Mitbürgern verachtet. Relativ zügig wandte er sich heimlich gegen Varus, er fing sozusagen an eine Art Doppelleben zu führen (daher vielleicht in der Legende die Rede von der 'Tarnkappe', mit der Siegfried sich in verschiedene Personen verwandeln konnte) und heimlich hinter Varus' Rücken die Germanen zu einem schlagkräftigen Heer vereinte, während er den Römern weiterhin den treuen Offizier vorspielte. Sie bemerkten nichts, fühlten sich mächtig und erhaben und das Glück war soweit auf Arminius' Seite, dass ihn aus seinen eigenen Reihen auch niemand verriet - bzw. er wurde ja von seinem eigenen Schwiegervater Segestes verraten (er plane einen Aufstand), da dieser ihn hasste, aber Varus wußte von diesem Familienzwist und da er dachte, Segestes wolle seinem Schwiegersohn eins auswischen, glaubte er dem nicht und vertraute Arminius gänzlich weiterhin. 

 

Von den tumben, aber starken Germanenkriegern mit Flügelhelmen, wie sie in Legenden so gerne dargestellt werden, kann hier keine Rede mehr sein. Im Gegenteil, zeitgenössische römische Chronisten selbst bezeichneten sie als 'schlau und verschlagen' bzw. 'verlogen'. Da die Germanen wußten, dass sie in offenen Feldschlachten keine Chance gegen die Römer hatten, griffen sie schließlich nur noch guerillaartig aus dem Hinterhalt an und zogen sich bis zum nächsten Schlag wieder in die Wälder zurück...so ähnlich plante es nun auch Arminius. Aber wenn man die damaligen Entfernungen und Gefahren eines Verrates bedenkt, vor allem bei so einer Großaktion, an der mehrere tausend Krieger teilnehmen - sowie verschiedene Stämme unter einen Hut gebracht werden mußten, war das eine Meisterleistung des erst 26jährigen Arminius.

Da er die römischen Legionen und ihre Techniken genauestens kannte, sowie mit Rang und Namen ausgestattet und unter ihnen hochangesehen war, dürfte letztendlich auch für die anderen Stammesfürsten der Germanen ein überzeugendes Argument gewesen sein, ihn zum Anführer zu wählen.

 

Wahrscheinlich (man weiß es noch immer nicht genau) auf dem Weg der Legionen aus ihrem Sommerlager an der Weser in's Winterlager Vetera bei Xanten am Niederrhein (Siegfried wird in der Legende als König von Xanten bezeichnet) im Jahr 9 n. Chr.,  führte er die drei Legionen mit insgesamt 25.000 Mann des Varus in einen ausgeklügelten und schrecklichen Hinterhalt; durch unwegsames und sumpfiges Gelände bei 'Kalkriese' in der Nähe des Teutoburger Waldes (oder Wiehengebirges), mußten sich die Reihen der Soldaten auflösen, um die schmalen Passagen zu bewältigen. In schlammigem Gelände kamen sie nur noch schwer vorwärts. Die Legionen erstreckten sich schließlich in einer langen Reihe wie eine Schlange auf eine Länge von 30 Kilometern, es gab kein Zurück mehr und in den Wäldern warteten die kriegsbereiten Germanen auf sie. Von den Bäumen oder Hügeln aus, müssen diese auseinandergezogenen Legionen in ihren glänzenden Rüstungen und Schildern wie ein langer gepanzerter Wurm auf die Germanen gewirkt haben. 

 

Die germanischen Krieger greifen an und sind den Römern in dem unwegsamen Gelände durch den Heimvorteil weit überlegen.

Vier Tage und drei Nächte dauerte die grausame Schlacht und schließlich blieb von den 25.000 Römern kaum einer übrig der entkommen konnte. Anführer Varus selbst beging Selbstmord, Arminius wurde von den Germanen als Held gefeiert und wurde zu ihrem Anführer.

Siegfried-Statue im Garten von Schloss Stolzenfels
Siegfried-Statue im Garten von Schloss Stolzenfels

Kann es sein, dass auf dieses Ereignis die Sage von Siegfried dem Drachentöter zurückzuführen ist? Es ist schon vorstellbar, denn es war ein entscheidendes Ereignis in der Geschichte der alten Germanen; die Römer zogen sich aus Germanien zurück und unternahmen im Jahr 15/16 nur noch einen Versuch, in dem sie abermals in Germanien unter dem jungen, sowie heißblütigen Feldherrn  'Gaius Iulius Caesar Germanicus' gegen Arminius antraten und diesen diesmal nach zwei unentschiedenen Schlachten, sogar besiegten (allerdings ohne eroberungs-technische Erfolge), sowie dessen schwangere Frau 'Thusnelda' entführten (woran ihr eigener Vater Segestes beteiligt war!). Außerdem metzelte Germanicus einen gesamten germanischen Stamm (Frauen und Kinder inbegriffen) im Schlaf nieder!!)

 

Noch immer war der gesamte Wald von den Gebeinen, der in der 'Varusschlacht' 6 Jahre zuvor gefallenen Soldaten, übersät und Germanicus ließ sie bestatten, ebenso wie er nach der Kriegskasse der vernichteten Legionen suchte. Der neue römische Kaiser Tiberius allerdings ließ Germanicus wenig später zurück nach Rom beordern, zu groß schienen ihm die Verluste seiner Soldaten und Materialien in Germanien (Germanicus geriet an der Nordseeküste zweimal in schwere Seenot) und der Feldzug gegen 'die Barbaren' wurde endgültig aufgegeben. Die Römer zogen sich wieder auf die andere Seite des Rheins zurück und waren von nun an damit beschäftigt diese natürliche Grenze ständig zu verteidigen. An weitere Eroberungszüge Richtung Norden war ersteinmal nicht mehr zu denken, obwohl es immer wieder, auch Jahrhunderte später noch, zu Schlachten zwischen Römern und Germanen kam, die aber meistens der Verteidigung der Grenzen dienten, denn jetzt waren es die Germanen, die immer wieder versuchten die Grenzen der Römer zu überwinden, um in deren Territorien zu plündern oder ihrerseits zu erobern.

 

Arminius selbst, überlebte die Niederlage gegen Germanicus, wurde aber im Jahr 21 n. Chr. von seinen eigenen Leuten (wahrscheinlich andere Germanenfürsten, die ihn nicht als alleinigen Anführer akzeptieren wollten) ermordet. In der Nibelungensage sind es die undankbaren Burgunder, die ihn meucheln.

Aber da bleibt noch die Frage nach dem sagenhaften Schatz, dem 'Drachengold' das Siegfried nun besaß und das zuvor 'der Drache' bewachte. 144 Leiterwagen soll es gefüllt haben...

Von nun an suchte alle Welt nach diesem Schatz, ohne zu wissen, ob er überhaupt je existierte. Schleppten die Römer damals wertvolle Schätze mit sich, vielleicht aus Überfällen? Erst 1987 fand man auf dem ehemaligen Schlachtfeld bei Kalkriese über 4000 Teile der Rüstungsreste jener Gefallenen, darunter auch 1500 Münzen, und die stählerne Maske eines Römers. Silberbleche waren auch darunter, aber kein sagenhafter Schatz, der, hätte es ihn wirklich gegeben, mit Sicherheit dort auch nicht mehr lagern würde.

 

 

Sealife Königswinter
Sealife Königswinter

Der Schatz der Nibelungen

 

Auch die Geschichte der Burgunder, eines ehemaligen germanischen Stammes, wurde hier eng mit der Siegfriedsage verbunden, obwohl sie erst im 3. Jahrhundert, also etwa 200 Jahre nach dem historischen 'Siegfried' - Arminius auf der Bildfläche erschienen und in der Legende 'Die Nibelungen' genannt wurden. Sehr wahrscheinlich kamen sie aus Bornholm über die Ostsee zunächst ins heutige Polen und wanderten schließlich weiter bis in die Gegend von Worms am Rhein. Dort stießen sie auf die Römer und unternahmen zunächst erfolgreiche Raubzüge in deren Territorien vor allem in 'Gallien' dem heutigen Frankreich. Dort sollen sie große Mengen an Gold und anderen Wertgegenständen erbeutet haben, was sie aber meist während der gefährlichen Rheinüberquerung durch Angriffe der Römer wieder verloren. (Rheingold). In der Legende hat ja 'Hagen von Tronje' (treuester Ritter des burgundischen Königs) angeblich den legendären Goldschatz der Nibelungen im Rhein versenkt und jahrhundertelang suchte man danach, was dadurch erschwert wurde, da der Rhein vor 2000 Jahren noch einen völlig anderen Verlauf als heute hatte. Unzählige Nebenarme und Verzweigungen (Meander) schlängelten sich durch die Wälder und Landschaften und sind mittlerweile bereits ausgetrocknet, da der Rhein Anfang des 19. Jahrhunderts künstlich begradigt wurde. 

1980 machte ein Kiesgrubenbesitzer bei Baggerarbeiten im Rhein einen sensationellen Fund. Die riesige Schaufel seines Baggers förderte einen großen silbernen Kessel zutage, in dem sich weitere 28 kleinere Gefäße befanden. Sofort wurden Taucher eingesetzt und fanden viele weitere Bestandteile eines möglicherweise einst sagenhaften Schatzes. Bis heute hat man außer über tausend weitere Fundstücke, auch Schädel und Knochen zutage gefördert, welche in wechselnden Ausstellungen (zuletzt in Bonn) zu besichtigen sind.

Auffällig ist, dass die meisten Fundstücke stark beschädigt sind, bzw. man sie in zwei Teile gehauen zu haben scheint und Historiker gehen davon aus, dass die Burgunder, zusammen mit den Alamannen, ihre Beute in zwei Teile teilten und sie auf mehrere Boote, mit denen sie den Rhein überquerten, aufteilten. So wollten sie verhindern, dass die Patrouillen der Römer die gesamte Beute zurück erobern konnten.

Hatte man hier endlich den sagenhaften Schatz 'der Nibelungen' gefunden? War er nichts anderes als von den Raubzügen der Burgunder in Gallien von den Römern erbeutetes Gut? Allerdings hatten die Römer diese Gold- und Silberschätze sehr wahrscheinlich selbst zuvor zusammengeraubt, es ist bekannt, dass das legendäre Gold der Kelten mit dem Einzug der Römer in Britannien verschwand (aber nicht nur das...).

 

Die Nibelungen und Hunnenkönig Etzel

 

Die Burgunder einigten sich später (um 413) schließlich mit den Römern und bekamen am Rhein um die Gegend von Worms ihr eigenes kleines Reich, und jener König Gunther mit seinen Brüdern  Gernot  und Giselher (ob deren sagenhafte Schwester  Kriemhild existierte, bleibt schleierhaft), werden tatsächlich in einer historischen Königsliste aufgeführt.

Allerdings unter den Namen 'Gundumaré oder Gundikar, Godomaré und Giselher'. Dieser König 'Gundikar' brach den Vertrag mit den Römern um 435 und überfiel erneut Gallien, bzw. die römische Provinz Belgica I und wurde auf dem Rückmarsch vom römischen Feldherrn Flavius Aetius, der damals noch zusammen mit den Hunnen operierte (Hunnenkönig Attila, der in der Legende Etzel genannt wird) aufgehalten und vernichtend geschlagen. Das restliche Volk der Burgunder - 'Nibelungen' wurde dann ca. um 461 ins Rhonetal bei Lyon umgesiedelt und änderte schließlich auch seine Sprache. Sehr beliebt waren die Neuankömmlinge in ihrer neuen Heimat nicht. Ein römischer Chronist schrieb: ' Sie stinken nach Zwiebeln und Knoblauch, fetten ihren Haarschopf mit ranziger Butter ein und ihre Heldenlieder lassen mich nachts nicht zur Ruhe kommen...!' 

Vielleicht sollte man erwähnen, dass die Burgunder mit 'King Arthur' 'befreundet' waren. Denn zu ihnen soll der legendäre britische 'Riothamus' (Artus?) geflüchtet sein, als er von den Goten in seiner letzten Schlacht in Gallien geschlagen wurde...es gibt in Burgund sogar Orte die darauf hinweisen, wie z.B. Avallon......

So kreuzen sich alle Wege; Hunnenkönig Attila wurde später zum Feind von Aetius und wurde um 451 vernichtend von Aetius in einer Schlacht geschlagen. Auch er konnte flüchten, starb aber schon wenig später unter mysteriösen Umständen. 

Es heißt zwar, daß ihn seine eigene Frau, eine germanische Prinzessin, vergiftet haben soll, aber andererseits wird auch vermutet, dass er einen Blutsturz durch übermäßigen Alkoholkonsum erlitt und man seine Gattin zu Unrecht verdächtigte. In der Legende ist es Kriemhild, die aus Rache über den Mord an Siegfried und das verschwundene Gold, die Burgunder und Hunnen aufeinander losgehen läßt...so fügen sich historische Ereignisse die über vier Jahrhunderte verstreut sind, zu einem einzigen zusammenhängenden Epos zusammen....

Aetius selbst wurde 454 n. Chr. vom weströmischen Kaiser 'Valentinian III.' eigenhändig ermordet - der unfähige Kaiser selbst dann ein knappes Jahr später von ehemaligen Anhängern des Aetius.

Mit Aetius wurde Roms' letzter, treuester Beschützer  vernichtet.  Um 455 n. Chr. fiel der germanische VandalenköAnig Geiserich mit seinem Heer in Rom ein und plünderte die Stadt 14 Tage lang. Das römische Reich zerbröckelte endgültig und danach herrschte viele Jahrhunderte lang Chaos in Europa, was später als 'Das finstere Mittelalter' bezeichnet wurde.

 

In Worms fand man bei archäologischen Ausgrabungen unter anderem auch feuervergoldete Drachenstandarten der Römer, die sie von sarmatischen Kriegern (siehe 'King Arthur') übernommen hatten. So kam noch ein Bestandteil der späteren Geschichte hinzu; die glänzenden Rüstungen der Römer, sowie die Drachenstandarten, wurden zum Drachen, den Siegfried besiegte...

 

Das magische Schwert

 

 

 

Wie Excalibur, das wundersame Schwert von König Artus, so ist auch Siegfried's Schwert Balmung in der Legende etwas ganz Besonderes. Eine Art Wunderwaffe, die nur ganz bestimmte Helden besitzen durften und die sich damit großen Ruhm erkämpften.

Diese Waffen wurden nach geheimer Rezeptur geschmiedet und Schmiede spielen in Legenden oft eine große Rolle, so auch bei Siegfried, der ja bekanntlich bei einem Schmied aufwuchs. In der Historie waren es wohl auch hier eher die Römer, die es verstanden Waffen von ganz besonderer Härte zu schmieden. In dieser Schmiedetechnik waren sie den primitiven Stämmen der Barbaren weit voraus. Ihre Schwerter waren leicht, flexibel und brachen selten während eines Kampfes. Es soll einen Schmied im alten Germanien gegeben haben, 'Wieland' hieß er und er beherrschte ebenfalls die Kunst solche Schwerter zu schmieden. Er zerhobelte die einfach geschmiedeten Schwerter in feine Eisenspäne und verfütterte sie an seine Gänse. Deren Ausscheidungen enthielten dann die Eisenspäne, die Wieland wieder einschmolz und daraus ein römisches Schwert schmiedete. Das Geheimnis lag hier im Stickstoff, den die Verdauung der Gänse dem Eisen zugesetzt hatte. Wenn dem wirklich so war, dann müssen diese Schwerter äußerst selten und wertvoll gewesen sein. Siegfried besaß so ein Schwert, ebenso wohl auch später 'King Arthur' mit dem legendären Excalibur, doch die einfachere Version ist wohl, dass sie ein Schwert aus den Schmieden der Römer hatten, deren Schmiedekunst damals noch geheim blieb... 

  

Quellen:

*Anmerkung von mir:

Die Quellen weisen oft mehr oder weniger geringe oder größere Unterschiede auf, aber ich habe mich bemüht so gut wie möglich eine kurze Zusammenfassung über das Wichtigste bzw. Nennenswerteste zu machen. Im Groben kann man daraus erkennen, wie die Siegfried-Legende entstanden sein muß und darum geht es in dieser Rubrik ja auch und mehr nicht.

 

Im Web:

 Arminius - Der Cherusker  (Auszug aus 'Der römisch-germanische Krieg 9 - 16 n. Chr.' von Ralph G. Jahn (Bonn 2001) - Sehr ausführliche Biografie des Arminius

 

Außerdem:

 

Terra-X - 'Große Mythen' - Der Nibelungencode (DVD vom ZDF)

Die Nibelungen - Mythos - Epos - Wirklichkeit (Arte) (DVD)

Mystica - 'Die großen Rätsel der Menschheit' (DVD)

Germanica - 'Unsere Vorfahren' (DVD)

Kampf um Germanien - (DVD)

Die Varusschlacht - Christian Pantle

'Deutsche Heldensagen' - Dörfler-Verlag

Hohlbein / Dewi - 'Der Ring der Nibelungen'