Tanz der Vampire

MUSICAL DOME KÖLN

Ostermontag 02. April 2018 19.30 Uhr

 

Musical von

Roman Polanski

Musik

Jim Steinman

Texte

Michael Kunze

 

Schlussapplaus am 02.04.2018 Abendvorstellung TdV Musical Dome Köln
Schlussapplaus am 02.04.2018 Abendvorstellung TdV Musical Dome Köln
Besetzungsliste des Theaters am 02.04.2018 TdV (bearbeitet)
Besetzungsliste des Theaters am 02.04.2018 TdV (bearbeitet)

Mein Bericht:

 

Zum ersten Mal gastieren die Vampire nun in einem Kölner Stadtschloss, dem Musical Dome. Ein bisschen skeptisch war man schon, denn das neue Vampirschloss wirkt von außen nicht sehr festlich, eher wie eine normale Konzerthalle - doch der Schein trügt. Erst einmal war ich schon (angenehm) überrascht, dass von allen Seiten des Theaters Graf Jan Ammann in Übergröße, in Form von Plakaten, die ankommenden Gäste 'begrüßt'. Dabei zog in dieses Schloss doch ein neuer Graf ein: David Arnsperger, der mich in Hamburg und Oberhausen als Phantom so sehr überzeugt hatte. Aber wer weiß, beim nächsten Grafen schmückt vielleicht David alle Wände ;-)

 

Entgegen aller Kritiken, fand ich das Theater auch drinnen recht gemütlich. Überschaubar und schön geschmückt, mit Vampiraccessoirs, Kerzenleuchtern, Kreuzen, Fledermäusen und so weiter... - und noch eine Riesenfotowand mit Graf Jan samt Sarah, vor der man sich selbst ablichten konnte. Auch der Ballsaal ist nicht zu riesig, die Reihen gut steil ansteigend, die (bequemen) Stühle versetzt, so dass man auch aus hinteren Reihen einen guten und nicht zu entfernten Blick auf die Bühne hatte. Die Bauchladenverkäufer kommen nur in den Pausen durch und stören überhaupt nicht. In Berlin war das 'Schloss' an sich zwar prachtvoller, aber der Zuschauersaal im Grunde katastrophal, da das gesamte Parkett dort auf einer Ebene ist, oder nur schwach ansteigend. Da kann einem der Spass in Reihe 5 schon vergehen, wenn man einen Sitzriesen vor sich hat. Aber hier war alles bestens!!

 

Zur Show:

 

Was mir auffiel war, dass sich die Animationsbühnenbilder verbessert haben, selbst seit meinem letzten Besuch der Vampire in Berlin. Irgendwie ist alles schärfer, nicht mehr nur rieselnder Schnee durch den Alfred und der Professor stolpern, sondern verschneiter Wald. Das Grafenschloss wird nicht mehr so schemenhaft dargestellt, sondern diesmal sogar mit Aufgang bis zum Tor, das dann zur Szene 'Vor dem Schloss' langsam herangezoomt wird. 

Die Musik kam mir noch ein bisschen moderner vor, mit mehr E-Gitarrenklängen, was mir aber auch sehr gut gefiel.

 

Die Darsteller, bzw. auch die Vampire, flanieren hier durch den gesamten Saal, da es kaum Nebengänge gibt. Dabei tragen viele ein kleines Licht in der Hand, so dass ihre Gesichter dabei beleuchtet werden. Ob das schon immer so war, kann ich gar nicht sagen, ist mir vorher nie wirklich aufgefallen, aber Oberhausen ist ja schon eine Weile her und Berlin auch schon wieder...

 

Zu den Darstellern:

 

Alle durchweg grandios. 

 

Vor allem Professor Abronsius Victor Petersen, war eine Klasse für sich. Die Szene in der Gruft, hat er auf seine Weise auch noch einmal ein bisschen ausgebaut. Bewegungen, Gesang und Mimik waren einfach genial, genau so wie dieser Professor sein muss.

 

Auch Koukol Paolo Bianca, hat dieser Rolle mehr Charakter verliehen, als ich es bisher kannte. Alles wirkte noch etwas intensiver, was aber nicht heißt, dass alle anderen jetzt schlechter gewesen wären, jeder ist halt anders und drückt der Rolle einen eigenen Stempel auf, was auch gut so ist.

 

Sarah und Alfred waren bezaubernd wie immer, stimmlich und darstellerisch nicht schlechter oder besser als andere, die ich schon gesehen habe. 

 

Herbert Christian Funk kam mir ein bisschen rabiat vor, wobei er damit wohl auch seine eigene Interpretation von Herbert  beigetragen hat. Bisher hat man ja vom Charmeur bis zur Prinzessin im Schloss alles gesehen, deshalb war auch dieser Herbert auf seine Weise genial. Ein bisschen so ist ja auch der Filmherbert :-)

 

Jerzy Jeszke als Chagal, kenne ich noch aus Oberhausen, und eigentlich gibt es nur einen Chagal, nämlich Jerzy Jeszky. Einfach genial!!

 

David Arnsperger als Graf war stimmlich natürlich vom Feinsten, ihn kenne ich ja schon als Phantom aus Hamburg und Oberhausen. Bei der Szene vor dem Schloss, wenn er Koukol den Kopf krault, fiel mir auf dass er schließlich auf Deutsch sagte: 'Verschwinde!', während Jan Ammann und  andere Grafen mit Koukol Rumänisch oder was auch immer sprechen (aber alles ok.). Ich weiß nicht wie er (David) auf mich gewirkt hätte, wenn ich nicht schon Jan Ammann als Grafen kennen würde, aber an dessen Thron kann David Arnsperger nicht rütteln. Als Phantom hat er mir etwas besser gefallen, ein bisschen fehlt mir hier bei den Vampiren die Präsenz, die Jan Ammann als Graf hat, diese unglaubliche Ausstrahlung, die mich damals in Oberhausen und auch Berlin umhaute. Graf Jan ist eher der wilde, etwas aggressive Graf, David Arnsperger kam mir ein bisschen zynisch vor. Auch seine 'Unstillbare Gier' berührte mich (leider) nicht wirklich, das Stück, auf das ich mich bei Jan Ammann immer am meisten freue (und dessen Interpretation wie ich finde, bisher unerreicht ist). Gänsehauteffekt blieb bei mir, was den Grafen betrifft, diesmal leider aus, den hatte ich erst bei der ersten Tanzeinlage (Die roten Stiefel), des megagenialen Tanzensembles. Aber auf jeden Fall kommt David gleich nach Jan und Ivan (der russische Graf), und ich möchte ihn auf jeden Fall nochmal in Köln sehen. 

 

Mein Fazit: Das ganze Stück war wieder einmal  fantastisch und Graf David ist auf jeden Fall eine absolute Bereicherung. Ab und zu muss ja auch mal ein neuer Graf dazu kommen, das ist vollkommen ok. und wer wäre momentan besser geeignet als David Arnsperger, der sich seit dem Phantom ja verdienterweise in schwindelerregender Geschwindigkeit eine Hauptrolle nach der anderen ergattern kann :-)

 

Bilder vom Schloss