Flurwoche - Knatsch im Treppenhaus

Besen, Peitschen, Putzeimer

 Am Mittwoch 26. Mai, 20.00 Uhr im Mondpalast in Wanne-Eickel

 

Bild im Foyer des Theaters
Bild im Foyer des Theaters

Autor: Sigi Domke

 

Regie: Thomas Rech

 

Regieassistenz: Alexandra Saldow

 

Bühnenbild: Mathias Handrick 

Besetzung:

 

Detlef Buschmann (Hausmeister) : Ekkehard Eumann

 

Sonja Buschmann (Seine Frau) : Silke Volkner

 

Friedhelm Christ (Buckliger Störenfried) : Markus Kiefer

 

Hanife Gündüz (Türkin) : Annette Weitzmann

 

Jerzy Kasprzyk (Pole): Thorsten Brunow

 

Tobias Selheim (Schwuler): Dirk Emmerich

 

Hans-Peter Reinke (Deutscher Hippie): Axel Schönnenberg

 

Hildegard Reichenberg (Russin): Ute Schütgens

 

Marina Benetti (Italienerin): Maewa Ferstl

 

Wilhelm Hassow (Kunde der Russin): Heiko Büscher

Mondpalast in Herne / Wanne-Eickel
Mondpalast in Herne / Wanne-Eickel

Mein Bericht:

Ja, nach der tollen 'Mirja Boes - Show' im Dezember '09 in der Kaue Gelsenkirchen, nun endlich wieder ein Theatertermin mit meinem Mann - und wenn mich mein Mann ins Theater einlädt, dann ist es doch eher Comedy als Musical ;-) 

 

Diesmal war es 'Flurwoche' in Christian Stratmanns Mondpalast in Herne(nein, eigentlich 'Wanne-Eickel') - tiefstes Ruhrgebiet also ;-) Und um dieses Thema ging es dann auch in dem Stück 'Flurwoche'.

 

Herr Stratmann persönlich erschien auch vor der Show auf der Bühne und hielt eine lustige kleine Ansage über das Stück und die Regeln, die die Zuschauer einzuhalten haben, z.B. wenn einer klatscht, mögen doch alle bitte mitklatschen und diese mutige Person nicht im Stich lassen, denn sie sei wahrscheinlich die Einzige, die den vorangegangenen Geck verstanden habe - und alle hielten sich später auch dran ;-).

 

Außerdem: Handys bitte ausschalten - und er erklärte ein spezielles Ticketangebot: 'Zwei zum Preis von Einem' was heißen soll: 'Zwei Karten kaufen und Einer geht rein..' ;-)

 

Zuschauersaal im Mondpalast
Zuschauersaal im Mondpalast

Zur Komödie:

 

Sie spielt im Treppenhaus eines heruntergekommenen Mietshauses, in dem eine kunterbunt zusammengewürfelte Schar Menschen lebt. Bunt zusammengewürfelt heißt hier: aus aller Herren Länder und Milieus - halt eben wie im gesamten Ruhrgebiet.

 

Es gab ein etwas verschrobenes Hausmeisterehepaar, 'die Buschmanns' und wie der Zufall es will, hatte natürlich gerade Frau Buschmann 'Flurwoche' bzw. Putzdienst...:-)

 

Dabei zog sie natürlich mit ihrem Mann, 'Herrn Buschmann', so richtig schön über die anderen Hausbewohner her, die nun vereinzelt auftauchten, das Treppenhaus passierten und sich gegenseitig bespitzelten, beschimpften, ärgerten, auslachten und sich auch gegen alles zuvor genanntem verteidigten.

 

Etwas übertrieben natürlich, wurden ihnen allen hier die typischen Klischees und Charaktere verpasst, so dass es witzig war, ohne zu beleidigen oder anrüchig zu wirken.

 

Da gab es im Erdgeschoss (dort wohnten auch die Buschmanns und die waren natürlich deutsch) noch den Polen 'Jerzy Kasprzyk', der nicht klauen konnte, die Türkin 'Hanife Gündüz', die von Buschmanns nur 'der Moslem' genannt wurde, die sich allerdings später zur akzentfrei sprechenden Finanzexpertin entpuppte, und aus dem Keller tauchte ständig ein buckliger Störenfried mit Jogginghose, Nadelstreifenjacket und Zigarrenstummel auf, um alle zusammen noch einmal zu terrorisieren. (Man nannte ihn Quasimodo, ich dachte eher an Koukol *g*).

 

In der ersten Etage praktizierte die 'Möchtegerndeutsch-Russin' 'Hildegard'ihren heimlichen Job als Domina, und die junge Italienerin 'Marina Benetti', die gerne Modedesignerin geworden wäre, nun aber in einem Eiscafe ihr Dasein fristete war niemals in Italien. Ihr gegenüber, am anderen Ende des Hausflurs, lebte ihr glühender Verehrer 'Hans-Peter', ein in die Jahre gekommener Hippie, in Kochhosen und bunten 80er Jahre - 'Otto Kern - Seidenhemden...'(Schrecklich diese Dinger!!)

 

Ganz oben, wohl unterm Dach, dann noch der schrille, übersentimentale Homosexuelle 'Tobias', der ständig mit seinem Freund 'Rüdiger' telefonierte...und hin und wieder lief ein Kunde der Russin durchs Haus. 

 

Diese Personen rasselten natürlich nun immer wieder zusammen und aneinander, und was langsam begann, endete natürlich im Chaos. Doch dann traf ein Brief an alle Hausbewohner ein, dass das Haus verkauft werden sollte und alle wohl ausziehen müßten. Das änderte die Situation grundlegend, alle rauften sich zusammen und überlegten eine Lösung, nämlich dass sie zusammen dieses Haus kaufen wollten.

 

Natürlich reichte ihr Geld nicht, einzig die fleißige russische Domina war unter ihnen diejenige, die genug Geld hatte um das Haus zu erwerben. Aber auch sie wurde von einem Unternehmen überboten. Wie die verzweifelten Mieter bald herausfanden, war ihr Überbieter, ein eifriger Kunde der Russin - 'Wilhelm Hassow', der sich von Hildegard auch gerne einfach nur 'Hasso' nennen ließ, und 'Platz machte' wenn sie befahl 'Mach Platz'!! ;-)

 

 

Pause:

 

Versammlungsort war nun ihr Etablissement, natürlich bis zur Decke mit 'Folterinstrumenten' angereichert, was alle anderen erst einmal verdauen mußten. Dem besagten Kunden wurde bei seinem nächsten Termin natürlich prompt die Brieftasche geklaut (vom Polen Jerzy, der das nur seeeehr mühsam fertig brachte...) und die Personalien festgestellt, so war er jetzt erpressbar und mußte sein Angebot zurücknehmen.

 

Der Ärmste (Hassow), sei dazugesagt, verbrachte seine Auftritte meist in Hundemaske und bekleidet nur mit einer 'sehr sexy' Unterhose *g*, sehr zur Belustigung besonders der älteren Herrschaften im Publikum, die sich teilweise gar nicht mehr 'einkriegten'. (hihi)

 

Na gut, alles in allem hat man das Motto dieser Geschichte verstanden:' Am Ende passt doch alles zusammen, was eigentlich nicht zusammengehört' und Multikulti hat eine Chance...dazu noch sehr amüsant und charmant von den Darstellern rübergebracht, war es dann doch ein sehr netter Abend. 

War vielleicht eine Idee zu lang, bis 22.30 Uhr, aber verging trotzdem fast wie im Flug, womit ich zu Beginn der Show gar nicht rechnete.

 

 

 

Schlussapplaus
Schlussapplaus