Excalibur

The Celtic Rock Opera

Banner über der Bühne
Banner über der Bühne

Komponist und Autor: Alan Simon

 

Regisseur und künstlerischer Berater: Victor Worms

 

Die Legende um König Artus, Merlin und dem magischen Schwert Excalibur, wurde hier als Rockoper in Szene gesetzt. 

 

Westfalenhalle Dortmund, Sonntag 16. Januar 2011, 19.00 Uhr

 

Bühnendeko
Bühnendeko

Mein Bericht und Fotos zur Show:

Zur Bühne:

 

Sie hätte etwas höher sein können; Wenn man im Parkett saß, hatte man doch leichte Schwierigkeiten immer alles zu sehen, da die Plätze alle auf gleicher Ebene waren und man sich sein Sichtfeld durch viele Hinterköpfe bahnen mußte. Allerdings waren an beiden Seiten der Bühne quadratische Leinwände angebracht, auf die dann während der Show das Geschehen auf der Bühne aus verschiedenen Blickwinkeln übertragen wurde. Da stark vergrößert, hatten auch die Zuschauer auf den Rängen eine Chance, etwas ohne Feldstecher zu erkennen (man weiß ja, dass die Westfalenhalle nicht gerade klein ist). 

 

Bühne in der Westfalenhalle zu Excalibur
Bühne in der Westfalenhalle zu Excalibur

Der obere Rand der Bühne war mit einem Drachenbanner geschmückt, unter der Decke hing eine Nachbildung der Artustafel (so wie sie in der Hall of Winchester ausgestellt ist) - wahrscheinlich war sie etwas kleiner, aber ebenso liebevoll bemalt und sogar die Namen einiger Ritter konnte man mit bloßem Auge entziffern. Während der Show wurde diese Tafel verschiedenfarbig angestrahlt, doch sie blieb dort - obwohl man vielleicht erwartete, dass sie irgendwann heruntergelassen und ins Geschehen eingebaut würde... aber dafür gab es vielleicht nicht genug Ritter auf der Bühne.

 

 

 

Die runde Tafel aus der Artuslegende
Die runde Tafel aus der Artuslegende

Während der Show liefen im Hintergrund auf einer riesigen, rechteckigen Leinwand stets die zur Szene passenden Bilder bzw. Filme ab. z.B: schwebende Rosenblätter, wenn es um Liebe ging, ein Flug durch verzauberte Wälder, über Hügel und wilde Küstenlandschaften hinweg, wenn es um die Vergangenheit des magischen Volkes der Feen und Zauberer ging, Feuer bei Kämpfen u.s.w. was dem Ganzen noch zusätzlich Leben und Flair einhauchte.

 

Von der Bühne aus, verlief ein langer beleuchteter Steg in Form eines Schwertes durch das Parkett, worauf dann während der Show gleichfalls agiert wurde, so dass man als Publikum ein bisschen das Gefühl bekommen konnte, mittendrin zu sein im Geschehen. Das war eine schöne Idee, den Überblick hätte man aber nur vom Rang aus gehabt, im Parkett konnte man das Schwert dann hin und wieder auf den Leinwänden sehen.

Excalibur auf Leinwand gebannt
Excalibur auf Leinwand gebannt

Zur Cast: 

 

Da waren einige bekannte Altstars dabei, wie z.B.:

 

Michael Mendl als Merlin

 

Johnny Logan als Artus

 

John Helliwell von Supertramp (Saxophon)

 

Martin Barre von Jethro Tull (E-Gitarre)

 

Moya Brennan (Viviane) bekannt auch aus Hans Zimmers Filmmusik zum Film 'King Arthur'

 

Die britische Folk Rock Band 'Fairport Convention'

 

Außerdem:

 

Bruce Guthro (Lancelot)

 

Corvus Corax (Mittelalterszene-Band)

 

Judy Weiss (Guinevere)

 

Jacqui McShee (Sängerin)

 

Cecile Corbel (Harfe)

 

Simone Heitinga (Morgana) Tänzerin, Artistin

 

Pat O' May (Gitarrist)

 

James Wood (Bassist)

 

Luc Bertin (Keyboard)

 

Konan Mevel (Dudelsackpfeife)

 

The New Symphony of Sofia (Orchester)

 

Celtic Feet Dance & Theater Company (Tanzgruppe)

 

Fictum (Rittertruppe) 

 

Feuervogel (Theatergruppe)

 

Bühne Excalibur
Bühne Excalibur

Zur Story:

 

Hier ging es natürlich um die Legende über King Arthur und das magische Schwert EXCALIBUR. Allerdings wurde hier Merlin (Michael Mendl) in den Vordergrund gerückt. Zum einen war er der Erzähler zwischen den Szenen, zum anderen agierte er auch. Dazu muß ich sagen, endlich mal nicht der typische Zauberer mit langem weißem Wattehaar ;-). Davon abgesehen, war seine Darstellung des Merlin aber durchaus akzeptabel und auch nicht ganz ernst, sondern enthielt genau die richtige Portion Witz und auch Charme. Dazu trug er einen prächtigen, roten, aufwändig bestickten Mantel und einen Stab, der hin und wieder Funken sprühte, am Ende aber nicht mehr funktionieren wollte und Merlin den Abgang ein bisschen verdarb, der es aber mit einem zwinkerndem: 'Mist, funktioniert nicht!,' quittierte, sehr zur Belustigung des Publikums. 

 

Es begann dann mit der alten Welt (im Hintergrund auf der Leinwand geheimnisvolle Nebelwälder), als noch Frieden und die alten Götter herrschten, als es noch Feen und Magier gab. Eine Fee in Gestalt einer zart gewandeten Tänzerin, schwebte auch zugleich über die Bühne, begleitet von mittelalterlichen Klängen und verteilte Feenstaub. Doch der Friede sollte nicht mehr lange währen, denn schon kam das Böse aus dem Boden gekrochen und erschien hier in Gestalt riesiger, bunter Insekten (Feuervogel), die alles Schöne von der Erde vertrieben. Ein direkter Zusammenhang mit dem damaligen Britannien wurde jetzt nicht hergestellt, sondern die Geschichte eher allgemein gehalten, so als beträfe es die ganze Welt, was im Grunde ja auch so war und was man hier sowieso nicht wirklich merkte.

 

So war auch Arthur oder hier 'Artus' irgendwie 'ein König der Welt'. Merlin rammte das Schwert EXCALIBUR in einen Felsen und bald darauf mußte ein Trupp Ritter versuchen, die Waffe herauszuziehen und nur der dem es gelang, sollte König werden. Es gelang natürlich Artus (Johnny Logan) auf Anhieb. Johnny Logan beeindruckte zwar hier mit starker Stimme, aber in die Rolle des Artus passte er doch nicht wirklich ;-). Na ja, wenigstens mußte er sich für die Kampfszenen nicht auch noch in eine Ritterrüstung zwängen, das übernahm dann doch ein Schauspieler aus der Gruppe 'Fictum'. 

 

Merlin derweil mußte sich mit 'seinen Frauen' Viviane (Moya Brennan) und Morgana (Simone Heitinga), zwei Feenwesen aus der alten Welt, auseinandersetzen. Diese wollten Artus wieder vom Thron stürzen, da er ihrer Meinung nach, seinem Amt als König nicht wie gewünscht nachkam. Er liebte hier wohl eher Wein, Weib und Gesang und schwörte den alten Göttern ab, statt sie zurückzuholen. 

 

Morgana entführte Merlin schließlich und sperrte ihn in eine Höhle, ihr schlangenhaftes Wesen wurde hier dann eher symbolisch dargestellt, wie sie sich an zwei Bändern in die Höhe ziehen ließ, und genau vor dem an der großen Leinwand abgebildeten Schwert EXCALIBUR, beeindruckende Artistik zeigte. Irgendwie kannte man das ja schon aus dem Zirkus, aber eine schöne Idee war es trotzdem, da es, je nach Blickwinkel, so aussah, als turne sie an dem Schwert selbst herum.

 

Judy Weiss 'Guinevere'
Judy Weiss 'Guinevere'

Viviane beschränkte sich da mehr auf die Kraft ihrer Stimme - obwohl ich von Moya Brennan eher enttäuscht war, ihre Stimme klang an diesem Abend irgendwie dunkler als man sie kannte, auch ein wenig rauher, sie wirkte im ganzen Spektakel eher unscheinbar. 

 

Natürlich durfte auch Guinevere (Judy Weiss) nicht fehlen. Zunächst heiratet sie Artus, um dann mit dessen bestem Ritter Lancelot (Bruce Guthro) durchzubrennen. 

 

Artus blieb zunächst siegreich (kämpfende Ritter auf der Bühne), bis schließlich mit der Verfolgung von Lancelot und Guinevere die letzte Schlacht folgte: Während Morgana und Mordred (Artus' Sohn und Möchtegernkönig) Camelot übernehmen, kriechen die Rieseninsekten aus ihren Löchern, bringen das Böse zurück und besiegen alles Gute auf Erden entgültig - Artus derweil lieferte sich einen Kampf mit Mordred und am Ende verloren, wie bekannt, beide und alle. Ein Ritter tat so, als werfe er das Schwert in den See aus dem es kam, zurück. Das Licht ging aus und über die große Leinwand auf der Bühne, sah man ein Schwert trudeln, es erstrahlte noch einmal, dann verschwand es im Wasser. Das war toll gemacht.

 

Zur Inszenierung (meine Meinung):

 

Klar dass für eine Show wie diese, die Geschichte hier und da verändert werden mußte und wenn man sie nicht kennt, kann man bei dem bunten Treiben auf der Bühne eventuell schnell den Überblick verlieren. Doch Merlin erzählte ja, wie oben beschrieben vor jeder Szene was nun folgen sollte. Die Kostüme, vor allem die der Gruppe 'Feuervogel' die hier die Rieseninsekten oder das Böse darstellten, waren besonders beeindruckend, vor allem weil die Darsteller unter ihren Kostümen auf Stelzen standen und so natürlich riesig wirkten.  

 

Durch den beleuchteten Steg in Form eines Schwertes, konnte das Ensemble sich immer wieder durchs Publikum im Parkett bewegen und auch abseits davon tauchten hin und wieder Gestalten auf: Musiker, kämpfende Ritter und tanzende Feen. Aber so wirklich gut, konnte man auch im teuren Parkett nicht alles sehen...Hier und da gab es ein kleines Feuerwerk, es wurde viel mit farbigem Licht in Szene gesetzt und begleitet natürlich fast durchgehend mit Musik und Gesang, meist sehr rockig, mir fast teilweise schon zu rockig, da auch sehr laut, fast schrill, vor allem die E-Gitarren kreischten in den Ohren. Klar, es ist ja eine 'Rock-Oper', doch an anderen Beispielen gemessen ( z.B.: Jesus Christ Superstar) muß das ja nicht gleich bedeuten, dass jegliches Musikempfinden im E-Gitarrengedröhne erstickt wird, dazu noch zu einem Thema, das von Rockmusik gar nicht weiter entfernt sein könnte... Hin und wieder wurde die Musik dann aber doch auch sanfter, bzw. durch die Gruppe Corvus Corax mittelalterlicher (leider zu wenig) und auch Soloeinlagen gab es: Beeindruckend war vor allem das Saxophonsolo von Supertrampmitglied John Helliwell. Bis auf einen Song, 'Circle of Life' (klasse!) kamen mir die anderen nicht besonders bekannt vor, da sehr viele, wie gesagt, eher rockig gespielt wurden, was nicht so wirklich mein Fall war. Ist wahrscheinlich Geschmacksache. Gänsehautfeeling blieb daher aus. 

 

Wirklich beeindruckend war eigentlich nur das Finale, da wimmelte es nur so vor bunten Gestalten auf der Bühne und als der Song 'Circle of Life' wiederholt wurde, kam dann auch endlich Stimmung auf. Man hatte ja schon beide Augen zugedrückt, was die etwas verfälschte Story und die nicht immer in ihre Rollen passenden Darsteller angeht, aber jene Faszination, die man von dieser Geschichte eigentlich in solch einer aufwändigen Show erwartet, konnte trotz aller Mühe mit Farben, Kostümen, Feuerwerk und anderen Anstrengungen, Mystik und Magie zu erzeugen, nicht so wirklich rübergebracht werden. Außerdem fehlte der Story jegliche Dramatik. Sie hat nicht berührt, nicht einmal ansatzweise. Man hatte eher das Gefühl, als wollten sich hier einige Altrockmusiker nochmal so richtig beweisen. Ohne Show drumherum, würde sich das wohl keiner ansehen bzw. anhören außer vielleicht eingefleischte Fans, nur leider hat man sich hier dafür das falsche Thema ausgesucht und vielleicht auch die falsche Halle: Die Westfalenhalle ist dafür vielleicht doch einen Tick zu groß, war auch nur zu zwei Dritteln besetzt, da kam nicht wirklich Atmosphäre oder Stimmung auf. 

 

Erwähnen sollte man vielleicht auch jene Zuschauer, die wie z.B. auch bei gewissen Musicals, kostümiert (hier als Ritter, Burgdamen o.a.) erschienen :-) 

 

Feuervogel
Feuervogel

Die Songs:

 

Circle of Life

 

Dragon Breath

 

Lugh

 

Castle Rock

 

Sacrifice

 

Secret Garden

 

Earth and Sky

 

Celtic Dream

 

The Lost Season

 

The Elements

 

Celtic Ring

 

The Gest of Gauvain

 

Morning Song

 

Ad Libitum

 

Call

 

Face to Face

 

Morgane

 

Celtic Heart

 

Fame and Glory

 

Mordred

 

L'Appel de Galahad

 

Zur Fotogalerie: