Rebecca

Freilichtbühne Tecklenburg

28.07. 2017 & 31.08.2017

 

Musical von Michael Kunze und Sylvester Levay

Nach einem Roman von DAPHNE DU MAURIER

 

Regie: Andreas Gergen

Musikalische Leitung: Tjaard Kirsch

Choreografie: Danny Costello

 

Schlussapplaus Tecklenburg 28.07.'17
Schlussapplaus Tecklenburg 28.07.'17

Darsteller:

 


Milica Jovanovic

"Ich"


Jan Ammann

Maxim de Winter


Pia Douwes

Mrs. Danvers


Robert Meyer

Jack Favell


Anne Welte

Mrs. van Hopper


Thomas Hohler

Frank Crawley


Roberta Valentini

Beatrice


Mathias Meffert

Giles & Ensemble


Christian Fröhlich

Ben & Ensemble


Johan Berg

Oberst Julian & Ensemble


Guido Breidenbach

Frith & Ensemble


Fin Holzwart

Robert & Ensemble


Sophie Blümel

Clarice & Ensemble


u.v.a.



Bericht:

(Zusammenfassung von zwei Vorstellungen)

 

Rebecca in Stuttgart war schon großartig, aber Tecklenburg hat dies noch weitaus übertroffen. Story und Musik sind natürlich gleich geblieben, aber die Inszenierung ist neu. Das Musical wirkte angenehm frisch und entstaubt. Die Kostüme wirkten edler, das war in Stuttgart etwas altbackener gewesen. Der erste Eindruck von einem Maxim de Winter ist hier im schwarzen Anzug oder Frack noch vornehmer und beeindruckender. Man weiß ja, dass die Kleidung in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts manchmal etwas altbacken war, aber dass man trotzdem mehr draus machen kann, wurde einem hier klar. 

 

Ganz fantastisch war auch das Tanzensemble: Ganz in Schwarz gehüllt schwebten sie geradezu immer zwischen oder hinter den Darstellern wie Schatten aus der Vergangenheit umher und verliehen dem Stück eine etwas unheimliche, aber auch mystische Athmosphäre. Sie dienten aber zwischendurch auch schonmal als Tischbeine oder Telefonhalter, räumten fast unbemerkt Requisiten hin oder weg, und wenn die Protagonisten auf der Bühne Erlebnisse aus der Vergangenheit zum Besten gaben (z.B. Maxims Schilderung über Rebeccas Tod) so wurde dies von den seltsamen schwarzen Schatten dezent im Hintergrund dargestellt. Das war einfach grandios, ein wirklich exzellenter Einfall der Regie und/oder der Choreographie.

 

Dazu kommt natürlich auch noch die Athmosphäre der Freilichtbühne. Das Bootshaus wirkt vor einem echten Wald aus dem Nebel aufsteigt, im Hintergrund alte Mauern, natürlich noch um einiges unheimlicher und echter.

 

Das ganze Stück kam mir irgendwie viel intensiver und emotionaler vor, als bei meinem ersten Rebecca - Erlebnis in Stuttgart. Da war mehr Charme und Witz, aber auch ebenso noch ein wenig mehr Dramatik und Tiefe. Eine Gänsehaut jagte die nächste. Das war beim zweiten Rebeccabesuch in Tecklenburg sogar noch intensiver.

 

Die Darsteller waren alle durchweg GRANDIOS. Und es waren ja viele unserer Stars dabei, allen voran Jan Ammann und Pia Douwes. Pia Douwes' Stimme hat etwas ungemein Tragisches in sich, da bekommt man jedesmal Gänsehaut, wenn sie ihr 'Rebecca' schmettert. Aber auch Jan Ammann war wieder einmal mehr sensationell und dass er sehr dramatisch sein kann, hat er auch einmal mehr bewiesen (3 Tage vorher stand er in Füssen noch als Ludwig auf der Bühne). Aber auch alle anderen Darsteller waren ganz fantastisch. 

Milica Jovanovic kennen wir ja aus Show Boat in Bad Hersfeld und da hatte sie schon enorme Ausstrahlung. Sie muß in Rebecca das Meiste singen, steht ja fast bei jeder Szene auf der Bühne und bezauberte voll und ganz, stimmlich, sowie schauspielerisch.

 

Auch Christian Fröhlich als Ben war sehr dramatisch und intensiv, obwohl ich es lieber gehabt hätte wenn er sein 'Sie's fort', etwas mehr gesungen hätte. Mir war das etwas zuviel Sprechgesang, aber ansonsten wirklich grandios.

 

Roberta Valentini war wie immer klasse und Robert Meyer (hat hier eigentlich eine unsympathische Rolle, nämlich Rebeccas Cousin und Liebhaber Favell), kannte ich nicht, fiel mir aber stimmlich sehr positiv auf - und Conny erinnerte mich später daran, dass er doch die Zweitbesetzung des Phantoms in 'Liebe stirbt nie' war. Aha, alles klar ;-)

Und Mrs van Hopper Anne Welte, war sensationell. Beim Maskenball tanzte sie sogar etwas lasziv auf dem Tisch. Ich glaube in Stuttgart war das auch anders, da war der Maskenball eher etwas steif, hier halt sehr bunt und lebhaft.

 

Am Ende hatte das Stück es auch gar nicht nötig einen Abgang mit echtem Feuer zu machen. Die Lichttechnik der Freilichtbühne hat ein fast echt aussehendes Feuer hinbekommen und Manderley brannte komplett und nicht nur die Treppe, wie in Stuttgart ;-) 

 

Ich kann nur wieder sagen: Hut ab und tief verbeugt, vor der Leistung des gesamten Teams. Es ist schon Wahnsinn, wie das alles so funktioniert und wieviel Arbeit da wohl drin steckt. Es wäre so schön, wenn man diese Inszenierung irgendwann so noch einmal sehen könnte. Aber die Saison ist ja leider bald um, und Rebecca verschwindet ersteinmal wieder im Nebel. Ich glaube kaum, dass man es noch besser machen könnte.

 

Beim 2. Besuch hat man es noch intensiver erlebt und es fielen einem Dinge auf, die man beim ersten Mal nicht sah (manchmal weiß man ja kaum wohin man zuerst gucken soll 😊). Dabei war mein 2. Besuch gar nicht geplant, Conny hatte eine Karte übrig, weil ihre Begleitung ausfiel. Schade für sie, Glück für mich, ganz liebe Grüße an dieser Stelle an beide.😊

 

Es folgen zwei Fotogalerien, eine von Conny und darunter meine Fotos.

Ganz lieben Dank an Conny für die tollen Fotos!!

Schlussapplausfotos von Conny 31.08.'17

Schlussapplausfotos Angel 28.07.'17