Jesus Christ Superstar

Rockoper von

Andrew Lloyd Webber und Tim Rice


Opernhaus Dortmund

Donnerstag, 22. Oktober 2015, 19.30 Uhr


Fast ein Jahr später habe  ich diese außergewöhnliche Inszenierung noch einmal besucht.

 

Die Darstellerliste habe ich diesmal von einem Wandaushang abfotografiert, wenn man das Bild herunterlädt, kann man es vergrößern ;-)

Castingliste 'Jesus Christ Superstar', Opernhaus Dortmund am 22.10.2015
Castingliste 'Jesus Christ Superstar', Opernhaus Dortmund am 22.10.2015

Mein Bericht:

 

So, und jetzt noch einmal Jesus Christ Superstar in Dortmund, fast ein Jahr später...

 

Immer wieder wurde diese sensationelle Inszenierung verlängert und das ließen wir uns natürlich nicht entgehen und besuchten das Opernhaus in Dortmund ein weiteres Mal.

Wieder alles bis auf den letzten Platz ausverkauft und das in Höchstgeschwindigkeit... aber man weiß ja nie, wie lange es noch verlängert wird, ich glaube jetzt ist ersteinmal Schluss.

 

Eigentlich wollte ich gar nicht nochmal drüber schreiben, ist ja doch irgendwie immer gleich, aber die Wirkung dieses Musicals war so nachhaltig, dass ich es doch nochmal tun muß, bzw., andere Musicalbesuche beschreibe ich ja eigentlich auch öfter...

 

Nun ja, Fotos gibt es diesmal keine, sind ja erstens auch immer gleich, und zweitens standen die Opernmitarbeiter Wache vor Alexander Klaws Liegenummer auf dem Kreuz, vor der Show und wehe jemand hob auch nur sein Handy oder eine Kamera, dann wurde sofort wild gestikuliert. War ich froh, dass wir schon vor einem Jahr reichlich Aufnahmen machen konnten, zudem stand damals in der Zeitung, dass A. Klaws zum Fotografieren vor der Show extra eine Weile dort lag.

 

Deshalb war es für uns diesmal auch ganz entspannt, endlich genießen, ohne Kamera in der Hand und vor allem applaudieren, bis man glaubte die Finger platzen einem...

 

Was die Show betraf, so war sie auch diesmal wieder sensationell. Ja, mir gefiel sie sogar noch besser fast, da man ja nun wußte, was auf einen zukommt. 

 

Die Besetzung unterschied sich im Wesentlichen kaum vom letzten Besuch, außer, dass Judas diesmal von David Jakobs und nicht von Sven Fliege gespielt wurde. Auch wenn mir Sven Fliege, der soviel ich weiß die Zweitbesetzung ist, damals sehr gut gefiel, so war David Jakobs absolut grandios!! Stimmlich gleichfalls sehr stark und schauspielerisch einfach umwerfend. Sein Judas ist durch Dramarturgie kaum zu überbieten!! Als schließlich die Selbstmordszene kam, war ich dermaßen mitgerissen, dass ich mich stark zusammenreißen mußte um nicht loszuheulen, das habe ich bisher nur selten erlebt bei einem Bühnenstück und so empfindlich bin ich auch sonst eigentlich nicht. Aber das hat mich umgehauen.

 

Maria Magdalena wurde wieder von Dionne Wudu gespielt, die ja vor einem Jahr die Erstbesetzung ersetzte, da diese krank war. Dionne gefiel mir dieses Jahr fast noch besser. Ihre etwas rauchige Stimme kam mir etwas weicher vor, aber auch ihre schauspielerische Leistung war grandios. 

 

Alexander Klaws (Jesus) soll noch an einer Erkältung gelitten haben, wie ich später erfuhr, aber davon war nichts zu merken, auch er wieder ein absolutes Highlight!!

 

Pontius Pilatus und Hannas (Doppelrolle) war diesmal auch ein anderer, nämlich nicht Markus Schneider, sondern Mark Weigel. Als Pilatus fand ich ihn leider etwas zu unscheinbar, in allen Bereichen, als Hannas auf jeden Fall passend, auch stimmlich. Markus Schneider hatte mich letztes Jahr mehr überzeugt, auch wenn sich beide Darsteller von Statur und Stimme ähnlich sind.

Ich meine, dass zu Pontius Pilatus eher ein größerer Typ mit dunklerer Stimmfärbung passt.

 

Hans Werner Bramer als Kaiphas, war wieder sensationell. WOW, was für eine Bassstimme!! So etwas habe ich auch noch nie gehört. Kann mich von letztem Jahr gar nicht mehr so recht erinnern, wahrscheinlich weil es damals zu viele neue Eindrücke waren...

 

Wer mir diesmal auch besonders auffiel, obwohl er kaum singen mußte, war Petrus (Fritz Steinbacher). Ein toller Tenor oder eher Bariton, mit klassischer Stimmfärbung, von dem hätte man mehr hören müssen...

 

Der Sound des Orchesters war gleichfalls wieder grandios, tolle Akustik ohne schrill zu wirken, oder die Stimmen der Darsteller zu übertönen, auch wenn es natürlich sehr rockig und laut zuging, aber hier war das sensationell.

 

Und natürlich gab es später auch wieder die stehenden Ovationen, die nicht enden wollten (aua, mir taten die Hände weh) :-) Ein Schmerz, den man aber gerne in Kauf nimmt :-)