Elisabeth

Sonntag 12. Februar 2012, Colosseum Theater Essen, 14.30 Uhr

Elisabeth Essen 2012
Schlussapplaus Elisabeth

 

Mitwirkende:

 

 

HAUPTROLLEN:                   
Elisabeth Alice Macura
Der Tod Mark Seibert
Luigi Lucheni Kurosch Abbasi
Kaiser Franz Josef Mathias Edenborn
Erzherzogin Sophie Betty Vermeulen
Herzogin Ludovika/Frau Wolf                     Elissa Huber
Herzog Max Dennis Kozeluh
Kronprinz Rudolf Oliver Arno
Rudolf als Kind Tim Lambertz
 
 
ENSEMBLE HERREN            
Graf Grünne Martin Pasching
Kardinal Rauscher Lars Rindelaub
Fürst Schwarzenberg Thorsten Tinney
Baron Kempen Johan Vandamme
Baron Hübner/Todesengel Gernot Romic
Journalist Martin Markert
Max von Mexico/Todesengel Jan Altenbockum
Ungarischer Adliger/Todesengel                Sascha Kurth
                
ENSEMBLE DAMEN
   
Gräfin Esterhazy Ann Christin Elverum
Helene/Todesengel Sophie Blümel
Fräulein Windisch Claudia Wendrinsky
Gräfin Sztaray Kira Primke
Gouvernante Linda Konrad
Mary Vetsera/Todesengel Marthe Römer
Fanny Feifalik/Todesengel                          Angela Hunkeler
Hofdame Sanne Mieloo

Mein Bericht:

 

Nun war es endlich soweit - 'Elisabeth on Tour' war  nun wieder einmal im Colosseum Essen angekommen. Leider wird es ja hier nur sehr kurze Zeit sein, doch diesmal habe ich es mir nicht entgehen lassen. Die Karten hatten wir schon seit knapp über einem Jahr und haben es nicht bereut.
Natürlich kannte oder kennt man dieses fantastische Musical über das Leben der berühmten Kaiserin, aber auf der Bühne sah ich es jetzt zum ersten Mal und war da relativ  'unbelastet', was Lieblingsdarsteller in bestimmten Rollen angeht.
Die Darsteller selbst haben es da bei vielen Fans sicherlich schwerer, da dieses Musical ja auch Rollen beinhaltet, die schon von unschlagbaren Vorgängern und Vorgängerinnen gespielt und gesungen wurden - und die diese Rollen schon wirklich verkörpern.

Die Inszenierung selbst war wunderschön, tolles Bühnenbild mit Fotoprojektionen im Hintergrund, drehbare Bühnenteile, worauf dezent Requisiten und Darsteller aus dem geheimnisvoll dunklen Hintergrund auf die Bühne transportiert werden konnten, sowie umgekehrt wieder verschwanden. Vom Bühnenhimmel senkte sich ebenso dezent immer wieder ein riesiger Laufsteg herab als Symbol für die Feile, mit der Elisabeth ermordet wurde. Dieser pfeilförmige Steg schwebt nun die ganze Zeit wie ein 'Damoklesschwert' über ihr und ihrem Leben. Immer wieder senkt es sich zwischendurch herab und immer wieder erscheint 'der Tod' auf ihm...

Die Kostüme, bzw. vor allem die Kleider waren eine Augenweide. Auch hier hatte man nicht das kleinste Detail ausgelassen, schön bunt, prachtvoll und glitzernd, bevölkerte vor allem das Damenensemble die Bühne und man wußte kaum wohin man zuerst schauen sollte.

Einige Szenen, am Anfang mit 'den Geistern der Vergangenheit' vor allem aber wenn die 'Todesengel' zum Einsatz kamen, fühlte man sich stark an Szenen aus 'Tanz der Vampire' erinnert. Nur der süßliche Geruch fehlte, der mit Nebel und Vampiren aus den Katakomben entstieg, hier roch er ...anders ;-)

Die Akustik ist im Colosseum ja immer klasse und das war sie auch diesmal. Nicht zu laut und nicht zu leise, obwohl ich manchmal das Gefühl hatte, dass die Stimmen an einigen Stellen etwas lauter hätten sein können und das Orchester etwas leiser, doch man ist ja fast schon aus anderen Theatern 'geschädigt', was die Lautstärke angeht. So wirkten die Stimmen auch nicht schrill und das Gehör wurde nicht überstrapaziert.

Die Darsteller waren alle ganz fantastisch und wir konnten 'Musical Tenor - Mitglied' Mark Seibert nun auch endlich einmal in einer Musical-Rolle, nämlich als 'Tod' erleben. Der Tod ist in 'Elisabeth' ja scheinbar immer blond, deshalb passte Mark schon optisch in diese Rolle, außerdem noch ziemlich groß und durchtrainiert, bewegte er sich, abwechselnd im weißen oder schwarzen Glitzeranzug gewandet, elegant, fast schwerelos  durch die Vorstellung. Stimmlich war er klasse, vor allem in den lauten Tönen.  Die leiseren Töne hat er allerdings eher 'hingehaucht', doch das ist mir hier auch bei anderen aufgefallen. Die leiseren Töne wurden entweder zu einem 'lauten Flüstern' oder eher 'gehauchten Sprechgesang', die höheren Töne wurden kraftvoll gesungen, was denen, die das Musical überhaupt zum ersten Mal sahen, bzw. hörten, kaum aufgefallen sein dürfte, weil der veränderte Gesang raffiniert in Szene gesetzt war. Das kennt man von anderen Musicals ja auch und eingeschworene Fans (ich eingeschlossen) können sich damit nicht wirklich anfreunden, auch wenn es noch so gut zur Szene passt. Wenn man es anders kennt, kann man in dieser Hinsicht nur schwer umdenken, was aber hier jetzt auch nicht so wirklich störend war, da ich persönlich noch nicht allzu viele Vergleichsmöglichkeiten für dieses Musical habe.

Alice Macura, ist ja eine sehr junge Elisabeth, doch auch eine sehr zauberhafte und die ältere Kaiserin stellte sie im 2. Teil ebenso passend dar, wie zuvor die jüngere. Man mußte ihr zwar Falten aufmalen (;-)), doch man sah auch an ihrer Mimik, dass sie der Rolle durchaus gewachsen ist und auch noch weiter hineinwachsen wird, wenn man sie läßt. Auf jeden Fall eine zauberhafte Elisabeth, stimmlich ebenfalls in den hohen Tonlagen sehr kraftvoll, in der leiseren Tonlage kam auch sie, wie mir schien (zumindest am Anfang), nicht wirklich klar und glich dieses mit einer Art Sprechgesang aus, wurde aber zunehmend sicherer und begeisterte schließlich voll und ganz. An anderen, 'berühmteren' Elisabeth's' sollte man sie aber auf keinen Fall messen, bekanntlich interpretiert ja jeder Darsteller eine bestimmte Rolle auf eigene Art oder drückt ihr sozusagen einen eigenen Stempel auf. Dazu kommt noch, dass sie hier ja eigentlich die Zweitbesetzung ist, und dafür hat sie es perfekt gemacht, Hut ab überhaupt vor dieser Leistung in dieser anspruchsvollen Rolle mit noch anspruchsvolleren Fans.

Mathias Edenborn hatte ich schon in Wicked als 'Fiyero' gesehen, als Graf Krolock in 'Tanz der Vampire' leider nie - der Kaiser zumindest steht ihm gut :-). Eine etwas 'undankbare', Rolle zwar, denn der Kaiser wirkt ja immer ein wenig wie der gutmütige, aber strenge 'Brummbär' - aber Mathias Edenborn hat das stimmlich und schauspielerisch perfekt auf diese Rolle abgestimmt, einfach klasse.

Betty Vermeulen als Erzherzogin Sophie hatte es da sicherlich noch schwerer in die Rolle der nicht gerade geliebten, um genauer zu sein, der strengen, zickigen Schwiegermutter  zu schlüpfen. Streng sein und dabei noch melodiös zu bleiben, ist schon eine Herausforderung und auch wenn sie manchmal wirklich ein bisschen 'krächzte', so passt das ja zu dieser Rolle und war vielleicht sogar beabsichtigt ;-)

Mein persönlicher 'Star des Abends' war dann am Ende 'Luigi Lucheni' - Kurosch Abbasi. Mit großer Ausstrahlung, viel Witz und Charme führte er uns durch 'seine Vorstellung' und wie es endet weiß man ja... Ein bisschen hat er mich an Serkan Kaya erinnert ;-)
Aber es gibt noch einen Star, einen 'kleinen' der hier aber ganz groß war, nämlich Rudolf als Kind - Tim Lambertz. Bei Kinderdarstellern sitzt man innerlich ja immer ein bisschen auf 'heißen Kohlen', bzw. drückt alle Daumen die man hat, dass nichts schief geht, aber wieder einmal hat hier ein Kinderdarsteller bewiesen, dass er genauso souverän seine Rolle spielt, wie die 'Großen'. Und nicht nur das, er hat es so perfekt gemacht, als kleiner verzweifelter Rudolf, der seiner Mutter, der großen Kaiserin gefallen will, so überzeugend und rührend, dass einem wirklich das Wasser in den Augen stand. Er ließ sich von nichts aus der Ruhe bringen, weder vom Publikum, das so mucksmäuschenstill war, dass man eine Nadel hätte fallen hören können, noch kurze Zeit später vom 'Tod' Mark Seibert, der ihm fest in die Augen sah, noch als er ihn später auf den Arm nahm. Der Junge sang weiter, als würde nichts geschehen und das mit großer Ausdruckskraft und sehr schöner Stimme. Vielleicht werden wir ihn ihn 10 oder 15 Jahren ja noch in ganz anderen Rollen erleben ;-)

Zu Lucheni und Kitsch, gibt es dann noch eine kleine Anekdote zu erzählen, die meine Freundin Conny betraf. Da wir unsere Karten ja schon vor über einem Jahr geordert hatten, hatten wir auch die wohl besten Plätze im ganzen Theater ergattert: Zweite Reihe Mitte, also direkt am Mittelgang. Und da die zweite Reihe zur Mitte hin länger als die erste ist, hat man auf dem Platz fast das Gefühl, man sitzt in der ersten Reihe, zumindest hat man keine Köpfe vor sich. Hier, genau am Mittelgang plazierte sich nun Lucheni um seinen 'Kitsch' im Bauchladen anzubieten. Er hielt Conny eine Karte hin, doch als sie zugreifen wollte, zog er sie blitzschnell wieder weg. Als er ihr später ein Täfelchen Schokolade hinhielt, wollte sie dieses, sehr zur Belustigung des Publikums, partout nicht annehmen, so dass er es ihr schließlich fast 'gewaltsam' in die Hand drückte ;-)

Toll war auch das Ensemble, z.B. bei 'Milch' oder 'sehr beeindruckend' bzw. auch bedrückend, der düstere 'Aufmarsch der Antisemiten' (eine Szene die hier eigentlich nicht so richtig hinpasst - oder jene Szene, in der Sophie ihren 'Schleppenträgern' befiehlt, etwas für den Kaiser 'einzufädeln', wo jeder in einen künstlichen Pferderumpf schlüpfen muß und Sophie hier gewissermaßen der General ist, der seinem Heer befiehlt. Auch die Szene in Madame Wolfs Etablissement, war eine Augenweide, da hier, entgegen der Version die ich von der Wiener Vorstellung auf DVD kenne, die Damen prachtvolle Kleider tragen.

Kleine Überraschung am Rande: Auf jedem Sitzplatz lag aufgrund einer WAZ - Aktion ein schönes dunkelblaues T-Shirt mit der Aufschrift 'Ich gehör nur mir'


Schade, dass 'Elisabeth' nur so kurz diesmal in Essen verweilt, allerdings wäre es länger da, könnte auch dies für mich ein 'teures Vergnügen' werden... ;-)

Mein Fazit also:

Ein weiteres Musical mit Suchtgefahr...;-)

 

Dies ist ein Bericht über meine persönlichen Eindrücke, was niemanden daran hindern soll, es vielleicht ganz anders wahrgenommen zu haben oder zu bewerten.

 

 

 

Schlussapplausfotos von Conny und mir :-)

(Erkenntlich am Copyright auf den Fotos)

 

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