Lampenfieber

29. u. 30. Oktober 2011 Ebertbad Oberhausen

Jan Ammann
Jan Ammann

Mitwirkende:

 

Jan Ammann

 

Nicole Mühle

 

Michaela Schober

 

Sascha Kurth

 

 

Weiterhin:

Marina Komissartchik

Emilio Percan 

Matthias Plewka

Thomas Spies

Christian Nihues

Andreas Schmidgen

Carsten Wrede 

 

Musikalische Leitung: Mario Storck

Produziert von Andreas Luketa Sound of Music-Concerts

 

Programm:

 

Teil 1:

 

Lampenfieber (Jeff Barry, Michael Kunze) (Alle)

Unendlich weit (Oppermann, Busse, Luketa) (Jan)

Er spricht mit seinem Engel (Sexsmith, Luketa) (Jan)

Zauberhaft Natürlich (Levay, Kunze)

Carousel Waltz (Carousel) Rodgers & Hammerstein II (Sacha Kurth)

Wäre es Liebe... (Carousel) (Jan und Nicole Mühle)

Billys Monolog (Carousel) (Jan)

Du gehst niemals allein (Carousel) (Nicole Mühle)

Wie kann ich sie lieben (Die Schöne & das Biest) Menken, Rice, Riedel (Jan)

Einladung zum Ball (Tanz der Vampire) Steinman & Kunze (Jan)

Totale Finsternis (Tanz der Vampire) (Jan & Michaela Schober)

Für Sarah (Tanz der Vampire) (Sascha Kurth)

Unstillbare Gier (Tanz der Vampire) (Jan)

Leben (Julia Neigel) (Alle)

 

Pause 

 

Teil 2

 

Hymne A 'L Amour Edith (Gassion, Monnot) (Jan)

Once Upon Another Time (Love Never Dies) (Jan & Nicole)

Torn Picture (Stader, Braunke) (Jan)

Gib auf deine Seele acht (Bielfeldt, Jeske) (Jan)

Kind der Sterne (Wolf Maahn) (Jan)

Weit über's Meer (Petersen, Pannach, Luketa) (Michaela Schober)

Wenn der Oktober geht (Barry Manilow) (Jan)

Und dann tanzt sie (Lenzent, Luketa) (Jan)

Geliebte Berge (Ludwig) Wecker, Rettberg (Jan)

In Palästen Geboren (Ludwig) (Jan & Nicole)

Kalte Sterne (Ludwig) (Jan)

Dieses schrecklich schöne Leben (Konstantin Wecker) (Jan)

Am Abend vor dem Sturm (Oppermann, Bosse, Luketa) (Jan)

Lampenfieber (Alle)

Zugabenblock (Gestern, heute und morgen) (Jan und Alle)

 

 

Jan mit Band bei der Zugabe
Jan mit Band bei der Zugabe

Mein Bericht zu den beiden Konzerten:

 

Ich war bei zwei Konzerten von Jan Ammanns Lampenfieber - Tour in Oberhausen dabei, und wie schon vermutet: Es wurden zwei wundervolle Abende, an denen uns Jan unterstützt von drei Kollegen bzw. Kolleginnen, auf allerhöchstem Niveau unterhalten hat.

 

Schon das Konzept des Konzertes war genial: Wie an einem 'roten Faden' führte er das Publikum in Form von Musicalblöcken, Songs und Balladen durch ein ganzes Leben (Gestern...Heute...und Morgen). Das beginnt natürlich mit der Geburt, geht weiter im Kindesalter, dann Pubertät, Erwachsenwerden und -sein, Karriere und schließlich das Resümee aus einem Leben. 

Jeweils zu Abschnitten im Leben (wobei Jan seine eigene Laufbahn als Beispiel nahm) passten dann auch die Songs oder Musicalblöcke.

 

Beispiele: Das brabbelnde Kleinkind wird von Erwachsenen nicht verstanden, dabei spricht es doch nur mit seinem Engel (der versteht es natürlich) und wurde in dem Song 'Er spricht mit seinem Engel'umgesetzt.

 

Zum leichtsinnigen Jugendalter passt dann der Musicalblock aus 'Carousel' mit dem sorglosen Karussellarbeiter 'Billy Bigelow' (Jan, der hier im feschen Zimmermanns-Outfit erschien) der sich in die Arbeiterin 'Julie Jordan'  (Nicole Mühle) verliebt und sich Gedanken macht, wie sich sein Sohn oder seine Tochter entwickeln könnte, sei es mal soweit. Aber das Ende ist eher tragisch, da Billy sich umbringt. Im Original ersticht er sich mit einem Messer nach einem Raubüberfall, hier stellt Sascha Kurth so etwas wie einen Todesengel dar, der Billy die Waffe reicht und ihn mitnimmt. Doch hier ist es eine Pistole und er und Billy (Jan) verschwinden ans andere Ende des Saales und dann hört man nur einige Schüsse, später kommt Sascha mit Billy's rotem Halstuch zurück und bringt es der verzweifelten Julie...

 

Jan und Nicole Mühle haben diesen etwas längeren Block ganz phantastisch, witzig, aber auch leidenschaftlich und mitreißend dargestellt und gesungen. Ich kannte das Stück vorher nicht wirklich, war jetzt aber sofort begeistert.

 

Mit Liebe ging es auch weiter, mit 'Wie kann ich sie lieben' aus 'Die Schöne und das Biest' was ja eher tragisch ist, und da es bei den Vampiren auch um Liebe geht und das gesamte Publikum darauf nur zu warten schien, durfte natürlich auch 'Tanz der Vampire' nicht fehlen. Jan sang mit Michaela Schober 'Totale Finsternis' wobei Michaela Schober stimmlich doch eine äußerst beeindruckendeSarah abgab. Graf 'Jan' trug zwar diesmal nur einen schicken kurzen schwarzen Mantel, doch das minderte die Ausdruckskraft des momentanen Ex-Meistervampirs in keinster Weise. Witzig, dass er sich für 'den eigentlichen Beinahebiss' am Ende dann doch Vampirzähne einsetzte. 

 

'Für Sarah' war dann Sascha Kurth zuständig, ein wirklich süßer Alfred, der würde perfekt in die Rolle passen. Zwar haperte es manchmal ein wenig am Text, wie mir schien, aber das machte ihn nur noch sympatischer, denn er hat es auch gut verstanden das auszugleichen. 

Und dann kam 'Die unstillbare Gier', wieder einmal der absolute Wahnsinn. Kann man das noch steigern? Das fragen wir uns jedesmal und jedesmal haben wir das Gefühl: Ja, Jan kann!! Einfach grandios, unerreicht, wie ich finde, bisher, und so wird es wohl auch erstmal bleiben. Da sitzt man nur noch gebannt da, mit Herzklopfen, mit rauchenden Ohren mit Fassungslosigkeit, und staunt, wozu dieser Mann, dieser Künstler fähig ist.

 

Selbst wir hatten Mühe, nach dieser sensationellen 'Gier' wieder in die Wirklichkeit zurückzufinden, doch unser Graf hüpfte schon Sekunden später wieder auf die Bühne, als wäre nichts gewesen und schien völlig entspannt bei dem Song 'Leben' mit allen zusammen.

Nach der Pause im zweiten Teil folgten dann eine ganze Reihe eher ruhiger Balladen, passend zur 'Lebensmitte', beginnend mit einem französischen Song, den ich von Edith Piaff kenne: 'Hymne A L`Amour Edith'. (Einfach bewundernswert, wie man sich all die Texte in verschiedenen Sprachen merken kann.

 

Und Jan moderierte natürlich sein Programm mit viel Witz und Charme selbst. Einmal stellte er auch seinen Maskenbildner vor, der ihm den oben genannten Mantel reichte, ihm durch die Haare wuschelte und schließlich mit Haarspray einnebelte. Eine schöne Idee war es auch, dass er sich immer passend zu den jeweiligen Songs oder Blöcken umkleidete. Aber er erzählte auch immer wieder kleine Anekdoten aus seinem Leben, erste Liebe, 'Ich war fünf, sie sechs...' oder 'Steffi 1 und Steffi 2' u.s.w. aber ich möchte hier auch nicht zuviel verraten, das muß man sowieso selbst sehen, bzw. hören... und ganz ernst gemeint war das alles ohnehin nicht immer.

Besonders gut gefiel mir die Einlage 'Kind der Sterne' wofür Jan selbst die Gitarre in die Hand nahm. Der Song selbst hat etwas Country-Music-Flair, da würde man am liebsten auf seinem Stuhl mitwippen.

 

Aus 'Love never dies' sang Jan mit Nicole Mühle 'Once upon another time'. 

Im Ludwig - Block erschien Jan im wie er sagte, Originalkostüm: Blauer Anzug, blauer Hut, irgendwie fehlte da noch eine Feder...;-)

Und der Ludwig - Block signalisierte dann quasi die Endstufe des Lebens. Auch diese Songs waren wunderschön, aber schließlich war das ja Jans Paraderolle, laaange bevor wir überhaupt von ihm wußten...

 

Des Ludwig-Kostüms entledigte er sich dann mitten auf der Bühne, doch wer jetzt glaubte, es folge noch eine Stripteaseeinlage, wurde enttäuscht: Er trug tatsächlich zwei Hosen übereinander und zum Vorschein kam wieder die zuvor Getragene, nur die Schuhe mußten einmal an und ausgezogen werden, wobei er sich eines ellenlangen Schuhanziehers bediente, sehr zur Belustigung des Publikums, denn wie man hörte, hatte er bei der Premiere doch Schwierigkeiten die Schuhe ohne diesen wieder anzubekommen.

Am Ende und als Zugabe ließ Jan dann nocheinmal 'sein' Leben Revue passieren, was aus seinen Freunden und letzendlich aus ihm geworden war.

 

Also ein sehr buntes, abwechslungsreiches Programm, bei dem er einmal so richtig experimentieren konnte, Querbeet vieles bot, was auch nicht nur mit Musical zu tun hat. Es war von amüsanten, aber ebenso von ernsten Stücken geprägt und er präsentierte damit einmal mehr seine Vielseitigkeit, nicht nur als Sänger sondern ebenso als Entertainer und Schauspieler. Von einer Minute zur anderen kann er wechseln von kraftvoll und stimmgewaltig, bis leidenschaftlich, sanft und einfühlsam. Obwohl man meint, er ist bereits auf dem Olymp angekommen, so glaube ich doch dass er noch viele viele 'Sternstunden' vor sich hat, denn jemand wie er kann sich irgendwo immer noch selbst übertreffen und er kann seinen Erfolg ja, wie er selbst immer wieder erwähnt, selbst nicht fassen - er wollte doch 'nur Sänger werden...';-) Und ja, er hat es verdient, man kann nur den Hut ziehen vor diesem großartigen Künstler, der sich nicht scheut alles, aber auch alles in Angriff zu nehmen (nur tanzen kann er nicht - wie er sagte, 'Dirty Dancing' sei nichts für ihn...;-))

 

Aber man darf auch die anderen Mitwirkenden nicht vergessen, die auch alle toll waren und Jan perfekt unterstützten, ebenso wie die fantastische Band, der Mann an der Violine (Emilio Percan) und natürlich Marina Komissartchik am Flügel. Ein großes Dankeschön auch an Andreas Luketa, der dies alles erst ins Leben rief... :-)

 

Nach dem Konzert am Samstag gab es dann noch eine Autogrammstunde, in der Jan, der dicht umdrängt von Fans war, jede einzelne Karte 'live' mit Engelsgeduld signierte. 

Außerdem gibt es ein schickes Programmheft für 7,- €, sehr ausführlich und ansprechend mit tollen Fotos und man kann sich ganz am Rande mit allerhand Jan Ammann - Assessoires eindecken ;-) 

 

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