Ich gehör nur mir!

Schlussapplaus - ICH GEHÖR NUR MIR!
Schlussapplaus - ICH GEHÖR NUR MIR!

 ICH GEHÖR NUR MIR!

 

Samstag 17. April 2010 im Ebertbad Oberhausen / 20.00 Uhr

Präsentiert von 'Sound of Music-Concerts'

Konzertabend mit den Musical-Erfolgen von Michael Kunze und Sylvester Levay

Aus den Musicals: 

Elisabeth

Rebecca

Mozart

Marie Antoinette

 

Darsteller:

 

Kristin Hölck

Jan Ammann

Patrick Stanke

Sabrina Weckerlin

Sascha Kurth

Annika Firley

 

Stargast:

Ethan Freeman

 

Am Flügel: 

Marina Komissartchik :-)

 

Chor:

Der Ruhrpottpourie - Chor 

 

Mein Bericht:

 

Nach meinem letzten Konzerterlebnis im Ebertbad mit Maya Hakvoort und Felix Martin im Februar, war dies ein weiteres, absolutes Highlight. Man hatte mit einer Show nach dem üblichen Stil (verschiedene Songs, nicht unbedingt der Reihenfolge nach geordnet, aus verschiedenen Musicals vorgetragen) gerechnet. Doch die Musicals von Levay/Kunze sind ja noch nicht so zahlreich wie z.B. die von A.L. Webber, (um es genauer zu sagen, es sind vier) deshalb war man sehr gespannt, was die Künstler daraus machen würden.

 

Es begann mit 'Elisabeth' und das sehr ausführlich. Annika Firley (kam mir irgendwie bekannt vor, aber sie ist wohl eine 'Newcomerin', möglich dass ich sie schon mal irgendwo gesehen habe) war hier die Erzählerin, sie trug immer einen Teil aus dem Leben der Kaiserin vor und dann wurden die dazu passenden Stücke von den Darstellern gesungen - bzw. nicht nur gesungen, sondern auch mit Leib und Seele dargestellt. Kristin Hölck (ich sah sie zum ersten Mal auf der Bühne) war eine fantastische Elisabeth mit glasklarer Stimme und großer Ausstrahlung - echt klasse!!

 

Sie erschien barfuß auf der Bühne, in mädchenhaftem Look bzw. Kleid, die Schuhe hatte sie aber in der Hand und sang 'Wie Du', und inzwischen weiß ich auch, dass bestimmte Textstellen die uns völlig neu waren aus einer japanischen Version stammen (Hier natürlich auf deutsch ;-). Als dann Patrick Stanke als Kaiser Franz Josef auftrat, hatte sie etwas Zeit sich auf die Stufen zur Bühne zu setzen und zog diese komplizierten Riemenschühchen an, wobei man mitzitterte, ob sie es rechtzeitig schaffte da rein zu kommen...aber sie schaffte es bis ihr Einsatz in 'Nichts ist schwer' kam.

 

Patrick Stanke als Kaiser Franz Josef, wirkte da noch etwas unscheinbar (was sich später als Mozart ganz stark änderte ) und Jan Amman war ein überraschend grandioser Tod. Da hatten wir vorher noch ahnungslos im Freundeskreis darüber diskutiert, dass nur Uwe Kröger der wahre Tod ist (und nein, man keinen anderen sehen will)...und nach dem Konzert waren wir uns einig, dass man nun einen 'neuen Tod' hat ;-) Zwar kam in den Bewegungen noch hier und da deutlich erkennbar 'der Graf' bei Jan durch, aber wer möge ihm das nicht verzeihen, wo er doch schon so lange und intensiv als Graf auf der Bühne steht...stimmlich aber war er Extraklasse! Schade dass sein Mikrofon am Anfang so störte, aber das wurde dann für den Rest des Abends behoben.

 

Aber dass es fast eine Stunde lang nur um Elisabeth ging, damit hatten wir nicht gerechnet - es war einmal etwas anderes und einfach wunderschön, man konnte sich wirklich fallen lassen und wieder einmal diesen herrlichen Liedern lauschen, die hier so toll vorgetragen wurden. Kristin Hölck wechselte, nebenbei gesagt, auch passend zu jedem neuen Teil hier ihr Outfit, bzw. Kleid, was ebenfalls dazu beitrug, noch zusätzlich Farbe in diese Vorstellung zu bringen.

 

Auch der junge Sascha Kurth in der Rolle des Rudolph war fantastisch.

Interessant war es auch, wie sich der Chor formierte, zuerst im Mittelgang und dann in zwei Reihen vor der Bühne. Damit wurde es, wie Herr Luketa von Sound of Music-Concerts zuvor schon ankündigte, 'echt kuschelig' in der ersten Reihe, bzw. am Ende sogar recht beengend, als das Publikum sich zu stehenden Ovationen aufraffte und wir in der ersten Reihe, ob wir wollten oder nicht, fast Bauch an Bauch, oder Brust an Brust, Auge an Auge, vor dem Chor standen, während die Luft so dick wurde, dass einem der Schweiß ausbrach. Es war zwar ein Erlebnis, aber man atmete doch durch, als sich der Chor endlich 'vom Acker machte' *g*.

 

Aber toll war er allemal (der Chor), alles ziemlich junge Leute, manche noch fast Kinder, alle in Schwarz gekleidet und es war bestimmt auch für sie eine Überwindung ständig geradeaus zu starren, und nicht in die Gesichter der Zuschauer, die ja so hautnah vor ihnen saßen oder standen und in Ruhe jeden betrachten konnten...

Nach Elisabeth gab es noch einen kurzen Einblick in 'Rebecca' mit vier Songs, wovon jeder der Haupdarsteller einen übernahm und dann war Pause.

 

Danach ging es mit Mozart weiter (Erzähler zu Mozarts Werdegang war nun Sascha Kurth) - und nun kam Patricks große Stunde - WOW! Im roten Jacket wirkte er gleich schon viel strahlender und mauserte sich nun fast zum Star des Abends. Von himmelhoch jauchzend, bis zu Tode betrübt, war alles dabei und er spielte es nicht nur - in dem Moment war er ein gestrandeter Mozart, der seine Verzweiflung in allen Tonlagen nur so herausschrie. ('Wie wird man seinen Schatten los'? und 'Warum kannst Du mich nicht so lieben...' Auch das war EXTRAKLASSE und wurde vom Publikum mit dröhnendem Applaus inklusiv Fußgetrampel belohnt. Nun war auch ich überzeugt Vorher aber fürchteten wir noch um Marinas Flügel, auf den 'Mozart' sich arglos lehnte und einen Brief (?) schrieb, da sich der Deckel gefährlich durchbog... Später während eines Duettes mit Kristin Hölck bei 'Marie Antoinette' verhaspelte er sich kurz bei einem Song 'Gefühl und Verstand' und sagte leise: 'Shit' was natürlich auch für viel Spaß im Publikum sorgte, aber er fand schnell wieder rein, vor allem weil sich Kristin Hölck nicht beirren ließ und zwar lächelnd, aber professionell weiter sang.

 

Aber auch Sabrina Weckerlin als Constanze, war klasse und auch witzig. Ihr großer Einsatz kam dann aber erst in 'Marie Antoinette', da gab es zusammen mit dem Chor noch reichlich bewegende Momente ' Ich weine nicht mehr' und 'Jenseits aller Schmerzen'. Auch hier tosender Applaus.

 

Ein Programm gab es leider auch diesmal nicht, und obwohl man viele Songs kennt, kann man nicht alle behalten, aber wer die Musicals kennt, der weiß was gemeint ist. Ich persönlich kenne nur 'Elisabeth' von diesem Abend ausführlich, die anderen drei eher fragmentarisch.

Kleine Versinger gab es bei dem ein oder anderen hin und wieder auch, aber die wurden gut kaschiert, und es war auch lustig. Marina Komissartchik möchte ich hier auch wieder besonders hervorheben, sie ist ja schon eine 'alte Bekannte' (weil sie auch schon ganz oft mit Christian Müller zusammen gearbeitet hat), aber an ihrem Flügel ersetzte sie wieder einmal ein ganzes Orchester, wirklich grandios! Diesmal hatte sie auch wieder einen 'Notenumblätterer' an ihrer Seite. Witzig war, als sie bei Marie Antoinette vor ihrem Einsatz Sabrina Weckerlin suchte, die ja schon für ihre Rolle zusammengekauert auf den Stufen zur Bühne lag - und sie entdeckte, als das Publikum rief, 'Da ist sie'! Wahrscheinlich konnte sie sie von ihrem Platz aus nicht sehen und war sich nicht sicher gewesen, ob Sabrina schon da war.

 

Andreas Luketa, der Initiator des Konzertes, sagte uns vor der Show im Foyer, dass es ein sehr anstrengendes Konzert für die Künstler sei und fast drei Stunden dauert. Ja, das konnten wir hinterher gut nachvollziehen. Es war eine grandiose Leistung von allen und für mich war jeder einzelne hier Star des Abends. Jeder war in seinen Rollen grandios und überzeugend.

Zugaben gab es natürlich auch noch - Jan wieder als Tod mit 'Der letzte Tanz' und Ethan Freeman, der durchgehend eher ein wenig im Hintergrund geblieben war (außer als Leopold Mozart und hier und da in verschiedenen Rollen aufgetaucht war), glänzte nun als 'Lucheni' mit 'Kitsch', das war auch Klasse!! Dabei hielt er die Werbekärtchen des Konzertes hoch und warf sie ins Publikum.

Der Chor marschierte auch noch einmal auf und zusammen mit allen Darstellern gab es nocheinmal 'Gold von den Sternen'.

 

 

 

 

Fotos zum Schlussapplaus: