Outlander

Action / History/ Abenteuer/ Sci-Fi

USA / Deutschland 2008

115 Min. / FSK ab 16

Virtual Films

Regie: Howard McCain




Filmplakat 'Outlander' James Caviezel als 'Kainan' (c) Virtual Films
Filmplakat 'Outlander' James Caviezel als 'Kainan' (c) Virtual Films

Darsteller:               
James Caviezel                    Kainan
Sophia Myles Freya
Jack Huston Wulfric
John Hurt Hrothgar
Cliff Saunders Boromir
Ron Perlman Gunnar
Patrick Stevenson Unferth

Aidan Devine

Einar
Bailey Moghan Erik
John Nelles Donal
James Preston Rogers Bjorn
Scott Owen Aethril
Petra Prazak Mara (Frau von Kainan)
Owen Pattinson Galen (Sohn von Kainan)
Matt Cooke Captain des Raumschiffes

Zum Film: (Inhaltsangabe kurze Version)


Außerirdischer stürzt mit seinem Raumschiff auf die Erde und landet mitten im Land der Wikinger, zu deren Zeit, nämlich um 709 n. Chr.

Mit ihm landet ein unheimliches drachenähnliches Monster, ein Moorwen auf der Erde und macht nun die Gegend unsicher. Der Außerirdische mit Namen 'Kainan' (James Caviezel) wird zunächst von den Wikingern gefangen genommen, aber schließlich deren Verbündeter im Kampf gegen das gefräßige Moorwen.

In einer unterirdischen Höhle kommt es zum großen Showdown.

Kainan verliebt sich in die schöne Wikingerprinzessin 'Freya' (Sophia Myles), aber eigentlich muß er zurück in seine Welt: 'Zu den Göttern...'


Meine Meinung: (Kurze Version)


'Moderner' Beowulf und eine interessante Mischung aus History und Science Fiction. Sehr unterhaltsam und auch spannend.
Fängt sehr gut an, gleitet aber zwischenzeitlich leider zu sehr ins Horrorgenre ab.

Das Ende dann aber doch wieder wie im Märchen ;-)


Filmszene Jim Caviezel als Kainan in 'Outlander' (c) Virtual Films
Filmszene Jim Caviezel als Kainan in 'Outlander' (c) Virtual Films

 


Zum Film: (Inhaltsangabe lange Version)

Ankunft auf der Erde:

Im Jahr 709 n. Chr. stürzt ein Raumschiff mit 'Aliens' mitten ins norwegische Wikingerland, in einen See. Retten kann sich Raumschiffpilot 'Kainan' (James Caviezel), seinen Captain kann er nur noch tot bergen. Zum Glück ist die Gegend nur dünn besiedelt, so dass niemand der Ureinwohner den Absturz mitbekommt. So kann Kainan in aller Ruhe eine Art Überlebensbox aus dem Wasser fischen und sich mit deren Hilfe alles Wissen, samt Sprache über seinen Absturzort, bzw. den Planeten Erde einimpfen lassen. Außerdem enthält die Box noch eine futuristische Waffe, die aussieht wie ein überdimensionaler Föhn aber der reinste Flammenwerfer ist und einen Sender, der  Funksignale ins All schickt, um verlorene Raumreisende wie Kainan, wieder einzusammeln. Doch zunächst ist weit und breit kein rettendes Raumschiff in Sicht, so dass Kainan erstmal auf der Erde bleiben muß, schon allein deshalb, (wie er anhand von Spuren in Form eines zerstörten Dorfes entsetzt ahnt) weil sich ein entsetzliches, blutrünstiges Monsterwesen dass er 'Moorwen' nennt, auf sein Schiff schmuggelte, ebenfalls überlebte und nun sein Unwesen auf der Erde treibt. Kainan kann die Menschen nicht einfach ihrem Schicksal überlassen, er muß das Monster finden und vernichten.

Doch daraus wird so schnell nichts, denn trotz seiner Waffe und seiner augenscheinlichen Überlegenheit über die noch recht primitive Menschheit, wird er im Wald mal eben von Königssohn 'Wulfric (Jack Huston) niedergeritten, wobei er seine Waffe verliert, die in einem reißenden Fluß landet und damit verschollen ist. Seines Raumanzuges hat Kainan sich längst entledigt und seine Kleidung muß zwar noch immer recht seltsam auf Wikinger im frühen 8. Jahrhundert wirken, aber sie ist auch nicht so unrealistisch, dass sich jemand darüber groß wundert. Er ist einfach ein Fremder und da selbst die Wikinger damals noch nicht überall hin reisen konnten, glaubt man ihm, dass er von einer fernen Insel hinter dem Eis aus dem Norden stammt, von einem seltsamen Volk, dass bisher für sich lebte. Kainan wird als Gefangener ins Wikingerdorf von König 'Hrothgar' (John Hurt) gebracht und zunächst glauben alle, er habe das Dorf des verfeindeten Königs 'Gunnar' (Ron Perlman), der sich gerade auf Raubzug befindet, zerstört, so dass man nun dessen Rache zu erwarten habe.

Verzweifelt versucht Kainan den Wikingern zu erklären, dass sie von einem fürchterlichen Drachen, einem 'Moorwen' der auf seinem Schiff war und den er nun jagt, bedroht werden. Selbst die Wikinger glauben zu diesem Zeitpunkt nicht mehr an Drachen, wenn auch an allerhand Götter und machen sich lustig über Kainan. Selbst als Moorwen zum ersten Mal über das Dorf herfällt, meinen die Wikinger zunächst, Gunnar habe sich eingeschlichen um sich zu rächen. Allerdings weisen die verstümmelten, zurückgebliebenen Leichen so fürchterliche Verletzungen auf, dass Hrothgar so etwas selbst seinem schlimmsten Feind nicht zutraut. Diesmal hört der König Kainan (der sich zwischenzeitlich befreien konnte, aber wieder eingefangen wurde) an, und dieser kann ihm zumindest klar machen, dass ein schlimmes Untier sein Unwesen treibt und er mit zur Jagd möchte. Man läßt ihn, wenn auch gefesselt, mitreiten.

Schließlich stellen die Männer in einer Höhle einen riesigen Bären, der König Hrothgar angreift. Kainan greift sich trotz gefesselter Hände ein herumliegendes Schwert und tötet den Bären.

Kainans Geschichte:

Dass der Fremde aus 'dem Norden' (die Wikinger nennen ihn auch 'den Nordländer') nicht zu unterschätzen ist, ist den Wikingern längst klar geworden, doch nun wird er als Held im Dorf gefeiert. Die schöne, aber auch kämpferische Amazone und Königstochter 'Freya' (Sophia Myles) zunächst dem Fremden gegenüber skeptisch (bei einem Befreiungsversuch hatte er sie bewußtlos geschlagen) und bereits Wulfric versprochen, verzeiht Kainan, als sie erfährt, dass er ihren Vater rettete und verliebt sich in den attraktiven Helden, dessen geheimnisvolle Art und Herkunft sie ebenso faszinieren, wie sein gefühlvolles Wesen, als er ihr offenbart, dass Moorwens seine Familie (Frau und Sohn) in seiner Heimat töteten. Ebenso gibt er sich selbst die Schuld, da sein Volk das Land der Moorwens (man sieht immer wieder Einblendungen über seine Vergangenheit, die aber natürlich ganz anders aussieht als er erzählt - z.B. sieht man natürlich Raumschiffe, fremde Planeten etc. während er Freya seine Heimat als 'Insel im Norden' beschreibt) überfiel, abfackelte und alle Moorwens tötete. Einige aber konnten wohl entkommen und als er von einer Raummission wieder kam, war sein Volk ausgelöscht. Er floh von jenem Planeten (Insel) und strandete mit seinem Schiff mitten im Wikingerland. Ein Moorwen hatte sich wohl auf seinem Schiff versteckt und trieb nun hier in Hrothgars Land sein Unwesen. Da die Wikinger noch an die alten Götter glauben, liegt es für Freya in gar nicht allzu weiter Ferne, dass Kainan vielleicht einer von ihnen sein könnte. Als sie fragt woher er wirklich komme, und meint die Frauen im Dorf redeten bereits über ihn und eine meinte er komme von den Göttern (vielleicht meint sie sich selbst), fragt er sie: 'Und was denkst Du?' Sie lächelt und antwortet: 'Ich glaube sie hat zu viel getrunken', da ja gerade eine Siegesfeier Dank des getöteten Bären stattfindet. Natürlich ist das ein Anstoß, dass er ihr mehr erzählen soll, doch Kainan bleibt bei seiner Aussage, er komme aus dem Norden, dort wo noch niemand von ihrem Volk war. Später übergibt sie ihm sogar ein Königsschwert von ihrem Vater, sie hatte sich einst geschworen es einem guten Mann zu geben, der nun vor ihr stehe.

 

Leider wurde auch hier wieder eine schöne Szene weggeschnitten: 'Im Brunnenwasser spiegelt sich der Sternenhimmel und Kainan zeigt darauf, während er beginnt über seine Heimat zu erzählen, in der alles grün war, sogar die Monde...'

Auch ein kleiner Waisenjunge, namens Erik (Bailey Moghan), bewundert den Fremden sehr und folgt ihm mittlerweile auf Schritt und Tritt. Kainan ist außerdem der Einzige in der Gegend, der sein Haar ganz kurz trägt, während die Wikinger es ja lieber mit langen Mähnen und Bärten hielten. Der kleine Junge nimmt kurzerhand ein Messer und säbelt sich die blonde Haarpracht ab um so ausszusehen wie Kainan.

Schließlich greift doch noch Gunnar das Dorf an, doch mit Hilfe von Kainan, kann er wieder vertrieben werden. Da sein Dorf ja zerstört wurde, muß er mit seinen Männern im Wald hausen und begegnet dort auch prompt dem Moorwen, was dazu führt, dass Gunnar und seine Männer zurück ins feindliche Lager von König Hrothgar flüchten müssen, und wieder nur Dank Kainan, der das Tor öffnet auch aufgenommen werden.


Die Moorwens:

Jetzt ist es endgültig klar. Da auch Gunnar den schrecklichen Drachen, der anfängt rot zu leuchten, bevor er angreift, gesehen hat, glaubt man Kainan endlich und plant eine Falle zu bauen.

Die riesige Grube wird mit Wasser und Walöl gefüllt und soll angezündet werden, sobald es Kainan und Wulfric gelingt, den Moorwen hineinzulocken. Es gelingt spektakulär und es gibt auch eine riesige Explosion, doch derweil hat sich ein weiterer, kleinerer Moorwen (wohl ein Junges) ins Lager geschlichen und tötet König Hrothgar. Während sich die Männer noch mit dem brennenden Riesenmoorwen (der dann doch entkommen kann) abmühen, kämpft Amazone Freya gegen das Junge, das aber schließlich verschwindet, wie man später feststellt, durch den Dorfbrunnen...

Kainan findet Hrothgars Königssiegel am Boden und übergibt es heimlich Wulfric - warum kann man sich nur denken - eigentlich müßte er es Freya geben, denn diese erbt den Titel ihres Vaters, doch war sie bereits Wulfric versprochen, der sich sehnlichst wünscht dadurch ebenfalls König zu werden. Da Kainan sich mittlerweile auch in Freya verliebt hat, wollte er so wohl ernsten Streitigkeiten aus dem Weg gehen, so nach dem Motto: 'Hier Du kannst König werden, aber Deine Frau bekomme ich'. So kommt es zumindest rüber, wenn man die entfallenen Szenen nicht kennt: Da nämlich wäre Hrothgars Sterben viel länger ausgefallen, er ließ das Siegel zu Boden fallen, aber Wulfric hebt es nicht auf...


Drachenjagd:

Während Hrothgars Volk alle Sachen packt um neues Land zu suchen, beschließen Kainan, Wulfric und noch ein kleiner Trupp weiterer Helden, den Moorwen und sein Junges zu jagen. Freya (die sich seltsamerweise keine Gedanken über den Verbleib des Königssiegels macht) will mitkommen. Umsonst will Kainan es ihr verbieten, und wie er ahnt, bringt das auch prompt Schwierigkeiten mit sich.

Doch zunächst müssen andere Waffen her. Schwerter aus besserem Stahl und Kainan denkt an sein Schiff am Grund des Sees. Er, Wulfric und Freya paddeln auf den See hinaus, und erst kurz vor Kainans waghalsigem Tauchgang fällt Wulfric ein zu sagen: 'Hier ist dein Schiff? Aber es ist ein See...' 'Frag' nicht!' sagt Kainan und springt ins Wasser. Klar, wie kann sein Schiff in einem See gestrandet sein, schließlich kam er doch aus dem Norden übers Meer...

Während Kainan nun ein Stück hochwertiges Metall aus seinem Schiff holt und es per aufgeblasener Schweinsblasen o.ä. an die Oberfläche steigen läßt, überfällt eines der beiden Moorwens das oben wartende Boot. Als Kainan wieder auftaucht, ist das ganze Boot in Trümmer zerlegt, ein bewußtloser Wulfric treibt dazwischen und Freya ist verschwunden.

In der nächsten Szene reitet Wulfric aber schon wieder frisch und munter an seiner Seite ins Dorf zurück und der Dorfschmied Boromir, schmiedet riesige Schwerter, die für Wikinger allerdings ziemlich futuristisch aussehen. Na ja, vielleicht hat Kainan ihn dabei angeleitet...;-). (Die entfallene Szene zeigt hier noch, wie sich Wulfric und Kainan an Land retten. Außerdem befindet sich dort auf einem Felsen Kainans Funkbox, die nun wilde Signale von sich gibt. Einen Augenblick lang, scheint Kainan mit sich zu hadern, ob er antworten soll, oder mit Wulfric gehen. Natürlich geht er mit Wulfric, der sich seltsamerweise kaum über den für seine Zeit doch sehr außergewöhnlichen Gegenstand wundert. Zum Glück hat man diese Szene herausgenommen.)

Durch den Brunnen gelangt der kleine Heldentrupp nun in eine finstere unterirdische Höhle und entdeckt Schreckliches:

Überall sind gruselig verstümmelte Leichen verschleppter Menschen verstreut, die nach und nach nun von den Moorwens gefressen werden. Mitten in einem Leichenhaufen erwacht auch Freya, seltsamerweise und natürlich zum Glück, hat sie überlebt. Es folgen einige unschöne Kämpfe gegen die Moorwens, wobei der kleine Heldentrupp bis auf Wulfric und Kainan reduziert wird. Freya kann gerettet werden und zusammen mit Wulfric und Kainan, kommt es am Ausgang der Höhle, auf einem hohen Felsen, unter einem mächtigen Wasserfall zum Showdown.

  
Wulfric aber wurde so schwer verletzt, dass er noch auf dem Felsen unterm Wasserfall in Freyas Armen stirbt. Doch vorher gibt er Kainan mit letzter Kraft das Königssiegel zurück und meint, dass sie Freunde hätten sein können.

Kainan und Freya üben sich im Freiwandklettern, erklimmen schließlich den Felsen über dem Wasserfall und sehen tief unten Freyas Volk in mehreren Schiffen heransegeln. Sie machen sich bemerkbar, alles scheint gut zu werden - doch Freya kann sich nicht wirklich über den Erfolg freuen, denn sie ahnt, dass Kainan sie nun verlassen wird, seine Mission ist erfüllt...


Ein König den die Götter schickten:

Tatsächlich gibt Kainan Freya das Siegel zurück und meint, dass er noch etwas zu erledigen habe. 'Du wirst nicht zurückkommen, nicht wahr?', fragt Freya ihn angstvoll und er antwortet nicht.

Was nun kommt ist besonders schön und ein Ausgleich für das  Gemetzel in der Höhle:

Kainan kehrt zu seinem Sender zurück, den er bis dato mit großen Steinen verborgen hatte, und zufällig hat diesen mittlerweile auch ein Raumschiff ausgemacht. Freya die ihm heimlich folgte, sieht nun wie er mit ausgebreiteten Armen in den Himmel starrt und ihre Augen weiten sich vor Schreck und wahrscheinlich auch Faszination (sie hatte es doch geahnt...). Und prompt erscheinen auch wild funkelnde Lichter hoch oben, am mittlerweile dunklen Sternenhimmel. Doch dann zieht Kainan plötzlich sein Schwert und zerschlägt die funkende Box (den Sender), die in einem riesigen Funkenregen verglüht. Die Lichter am Himmel verblassen wieder, das Raumschiff verschwindet.

Später, zurück im Dorf, werden Wulfric und Hrotghar feierlich auf einem Schiff, das man später anzündet, beigesetzt. Freya gibt Kainan das Königssiegel zurück, man hört ihre Stimme, die bewegend erzählt, dass Kainan sie zur Frau nahm, den kleinen Erik als Sohn annahm und König über ihr Volk wurde. Sie erzählt auch, dass nur sie sein Geheimnis kenne, dass die Götter ihn geschickt haben und als es an der Zeit wurde zurückzukehren, entschied er sich für immer zu bleiben.


 

Meine Meinung:

Eine Neuauflage von 'Beowulf'': Fremder kommt in Wikingerdorf um zu helfen ein Monster zu jagen (sogar der König heißt auch hier Hrothgar). Aber ist auch gar nicht tragisch, denn die Idee mit dem Außerirdischen, macht dann irgendwie doch eine neue Geschichte daraus mit neuer Faszination. Solange die Aliensache nicht zu unrealistisch wird, kann man es auch annehmen. Man merkt dem Film auch sofort an, dass er keine Billigproduktion ist. Viele bekannte Stars sind mit dabei, Kostüme, Landschaft, Kameraführung, Musik und Specialeffects sind vom Allerfeinsten, was einen dann auch zunehmend fesselt und man wissen möchte wie es endet. Es gibt auch wirklich nicht viel, wo man sagen könnte, das wäre unrealistisch, selbst Kainans Kleidung oder Frisur, kann so gerade noch von den Wikingern angenommen werden. Damals war die Welt halt noch um vieles kleiner und man konnte einem Fremden schon fast ungefragt glauben, dass er irgendwo aus dem Norden kam. Irgendwo hinter dem Eis, wo sonst noch niemand war. Auch der Glaube an Götter und somit  an Drachen, war damals nichts besonderes, so dass es ein Kainan hier nicht besonders schwer hatte. Selbst wenn er seine Waffe behalten hätte, die Wikinger hätten sie bestaunt und nachdem die Ladung ausgegangen wäre, wahrscheinlich auch schnell wieder vergessen - es hätte auch eine Legende darum entstehen können, so wie hier mit dem Drachen. Da wären wir dann von Beowulf zu Siegfried gekommen, wer weiß, vielleicht war dieser ja ein Außerirdischer? ;-)

Richtig gut ist der Film bis zu dem Moment, wo Hrothgars Volk aufbricht und sich ein kleiner Trupp Helden aufmacht, um den Rest 'Moorwens' zu jagen. Hier fängt der Film an etwas zu kippen, wird dann leider doch zu unrealistisch und brutal.

Es beginnt schon mit Freyas Teilnahme an der Aktion: Kainan, bis dahin eine absolute Respektperson, gelingt es nicht, die kampfeswütige junge Frau von der Aktion fernzuhalten (und den Machern des Films fällt auch nichts anderes ein), was dann leider schon wieder das typische Klischee ist: Hübsche Prinzessin wird natürlich von Monster entführt und man ahnt es bereits: Als Einzige von allen Opfern der Moorwens, überlebt sie dies.

Schade für den bis dahin eigentlich sehr guten Film (interessante Mischung aus History und Science Fiction), ist das Gemetzel in der Höhle: Zu viele Leichen, zu viel Blut, zuviel abgetrennte (Gummi-)-Körperteile - und das verwandelt den Film dann leider doch für eine Weile in einen Horrothriller. Seltsam auch, dass ein 'Monster' das man doch auf dem Heimatplaneten mit Feuer gleich massenhaft ausrottete, hier die spektakuläre Explosion in der 'Moorwenfalle' überlebt und am Ende durch einen simplen Absturz in einen Wasserfall getötet wird...

Sehr ergreifend und leider etwas zu kurz, war dann gegen Ende die Szene, wo Kainan das Funksignal zerstört - obwohl auch hier unverständlich ist, warum das herbeigefunkte Raumschiff gleich wieder verschwindet. Seine Leute müssen doch davon ausgehen, dass er vielleicht Hilfe benötigt...

Na ja, aber immerhin kehrt er zurück und sehr schön und bewegend sind dann auch Freyas letzte Worte: ' Die Götter haben ihn zu uns geschickt...'

Und Kainan, der da schon aussieht wie ein König, wird natürlich auch einer. Das endet dann wieder wie im Märchen und läßt das Höhlengemetzel ein bisschen vergessen. Man möchte den Film an der Stelle, wo sie in die Höhle kommen, am liebsten dann jedesmal weiterspringen lassen, aber das wäre auch nicht fair, wenn dann ganz oder gar nicht.

Schade, dass hier ein Film der insgesamt richtig gut hätte sein können, wieder durch wahrscheinlich übermotivierte Macher, durch oben beschriebene (Höhlen-) Szenen vergeigt wurde. Ähnlich war es ja schon bei 'King Arthur', da ärgerte man sich auch über viele Ungereimtheiten und übertriebene Brutalität. Leute die so etwas sehen wollen, für die gibt es doch reichlich genug Material an anderen Filmen.

Positiv ist zu vermelden, dass die Wikinger hier nicht als ganz so brutal dargestellt werden, wie es oft gerne getan wird. Schnell kann sich 'der Fremde' unter ihnen behaupten und neidlos erkennen sie sein Können und seinen Mut an und nehmen ihn relativ schnell in ihrer Mitte auf. Er spielt sich auch nicht in den Vordergrund, sondern begegnet den Menschen, die entgegen seiner eigenen Entwicklung hier um tausende von Jahren zurück sind, eher mit Zurückhaltung, ja fast Schüchternheit. Auf keinen Fall möchte er ihnen sein Wissen und seine eigentliche Überlegenheit aufdrängen, bzw. merkt er auch schnell, dass er ohne seine technischen Hilfsmittel auf der Erde nicht allzuviel bewegen kann. Allein wie der Moorwen zu jagen ist, das Wissen darum, läßt er sich nicht nehmen. Er ist also kein Außerirdischer, wie es oft in solchen Filmen gerne dargestellt wird, der gleich die Weltherrschaft übernehmen will und sich als Held aufspielt. Im Gegenteil, dass er am Ende bleibt, zeigt, dass er das Leben in der 'Vergangenheit' zu schätzen gelernt hat und keine Sehnsucht hat, in seine eigene technisierte Welt zurückzukehren. Da die Menschheit damals die Welt auch noch eher so hinnahm, wie sie nun mal war, stellten sie auch nicht allzuviele Fragen, so dass es für Kainan auch nicht wirklich brenzlig wird. Geglaubt hätte ihm seine Geschichte bzw. Herkunft ohnehin wohl niemand wirklich. In diesem Fall war es dann 'Freiya' die nur 'ahnte' wo er wirklich herkommt, es aber anders interpretierte - denn wo kommt jemand her, der irgendwelche Lichter am Himmel bewegen kann: 'Wohl nur von den Göttern...' Raumschiffe konnten sich Wikinger selbst in ihren wildesten Phantasien bestimmt noch nicht vorstellen.

Sophia Myles schon bekannt aus 'Tristan und Isolde' oder 'Moonlight', beherrscht eine perfekte Mimik und wirkt immer authentisch, obwohl die 'Kampfamazone' nicht wirklich zu ihr passt. Eher die sanfte Prinzessin, da sie doch sehr weiblich ist. Sie in einen Berg von Leichen zu plazieren, ist schon fast Sünde. Aber in solche historischen Rollen paßt sie sehr gut.

James Caviezel als Outlander, ist hier für mich allerdings die totale Offenbarung, wie schon einst Clive Owen als King Arthur. Er überstrahlt mit seiner eigentlich bescheidenen Art dann doch alle und nimmt zunehmend, still und leise das Zepter in die Hand. Der absolute 'Antiheld' und unbescheiden genug um am Ende (wie Arthur) die Königswürde anzunehmen. Das wollen wir sehen: 'Er wurde von den Göttern geschickt'.

Kleine Anmerkung: Die Schreibweise für das außerirdische Wesen ist überall anders, mal wird es 'Morween' mal 'Moorwen' genannt. Ich habe mich jetzt für Letztere entschieden, da diese am zahlreichsten zu finden ist :-)