Monte Cristo

'The Count of Monte Cristo'

Abenteuer / Drama

GB / USA / Irland 2002

120 Min. FSK ab 12

Touchstone Pictures

Regie: Kevin Reynolds

Filmplakat (c) Touchstone Pictures mit James Caviezel
Filmplakat (c) Touchstone Pictures mit James Caviezel

Darsteller:  
                                 
James Caviezel               Edmond Dantès/Graf von Monte Cristo
Guy Pearce Fernand Mondego 
Richard Harris Abbé Faria
James Frain Villefort 
Dagmara Dominczyk Mercédès 
Michael Wincott Gefängnisdirektor 
Luis Guzmán Jacobo 
Christopher Adamson Maurice 
JB Blanc Luigi 
Alex Norton Napoleon 
Henry Cavill Albert Mondego
Barry Cassin Edmonts Vater
Patrick Godfrey Morell
Freddie Jones Colonel Villefort
Helen McCrory Valentina Villefort
Alby Woodington Danglars

 

Zum Film:

 

Zeit und Ort: 1814 - 1830 Frankreich

Als der junge Seemann Edmond Dantès (James Caviezel) bei einem Landgang auf der Insel Elba Napoleon persönlich begegnet und von diesem den Auftrag für einen Botengang bekommt, ahnt er noch nicht, dass ihm dies zum Verhängnis werden soll. Wieder zu Hause in Marseille, wird er zum Kapitän befördert und einer Hochzeit mit der schönen Mercédès steht scheinbar nichts mehr im Wege.

Allerdings neidet ihm sein bester Freund Fernand Mondego (Guy Pearce) dieses Glück und zettelt mit einigen anderen Neidern, eine Verschwörung gegen Edmond an. Staatsanwalt Villefort (James Frain), kann zunächst keine Schuld bei dem jungen Mann finden und läßt ihn schon frei, als er erfährt, dass der verräterische Brief, den Edmond überbringen sollte und den er immer noch besitzt, da ihn niemand abholte, seinem eigenem Vater Colonel Villefort galt.

Da Edmond nun 'Mitwisser' ist, läßt er ihn doch kurzerhand einsperren. Edmond kann aus dem Gefängnis flüchten und sucht Hilfe bei seinem 'Freund' Fernand - doch dieser bekämpft ihn mit dem Degen und läßt ihn zurück ins Gefängnis werfen. Diesmal bringt man Edmond ins berüchtigte und ausbruchssichere Chateau d'If, das sich auf einer vom Meer umtosten, winzigen Insel befindet.

 

Ohne je eine Chance zu bekommen, sich zu verteidigen, fristet Edmond nun in einer kargen, kalten Gefängniszelle ohne Möbel und ohne alles, sein Leben. Nur einmal am Tag wird ihm ein Teller Suppe durch die Türluke geschoben und der Toiletteneimer abgeholt. Zu Beginn seiner Kerkerhaft und einmal im Jahr, wird er von dem sadistischen Gefängnisdirektor ausgepeitscht.

 

Allein der Gedanke an Rache und seine Liebe zu Mercédès, lassen Edmond durchhalten. Nach Jahren seiner Haft (er hat noch immer die gleichen alten Lumpen an und bereits langes Haar und Bart) gräbt sich ein alter Mann durch den Boden in seine Zelle. Es ist 'Abbe Faria' (Richard Harris), der selbst schon seit Jahren im Chateau d'If schmachtet und seit fünf Jahren an einem Tunnel gräbt - doch führte ihn dieser nicht in die Freiheit, sondern in Edmonds Zelle.

 

Er bittet Edmond ihm zu helfen einen neuen Tunnel zu graben, und will ihm als Ausgleich dafür Lesen, Schreiben und alles beibringen, was ein gebildeter Mann wissen muß.

 

In Edmond erwacht neuer Ehrgeiz und wißbegierig saugt er alles auf, was der alte Abbé ihn lehrt. Die Tunnelgraberei allerdings endet eines Tages kurz vorm Ziel in einem Unglück: der Tunnel stürzt ein und Abbé Faria erleidet tödliche Verletzungen. Doch bevor er stirbt, überreicht er Edmond eine Schatzkarte von der Insel Monte Cristo. Er wird in einen Sack eingenäht und soll ins Meer geworfen werden. Erst im letzten Moment kommt Edmond die Idee, die Leiche aus dem Sack zu entfernen und sich selbst dort einzuschnüren. Der Coup gelingt, er wird ins Meer geworfen und kann sich befreien.

 

Kaum an Land geschwommen, wird er gleich von Schmugglern entdeckt, kann sich aber deren Vertrauen sichern und rettet einem von ihnen das Leben; Jacobo, der ihm von an nicht mehr von der Seite weicht.

Monate später, zurück in Marseille trennen sich die beiden von den Schmugglern und Edmond sucht seinen ehemaligen Reeder Morell auf, der ihn aber nicht erkennt. Er gibt sich als Edmond Dantès' Freund aus und erfährt, dass dessen Vater sich aus Kummer um den Verlust des Sohnes selbst tötete. Die Verschwörer indessen, waren mittlerweile alle reich und lebten in Paris.

 

Voller Zorn und Hass auf seine ehemaligen Widersacher macht sich Edmond mit Jacobo auf zur Insel Monte Cristo und findet nach einiger Suche tatsächlich einen unglaublich großen Schatz. Unter Wasser in einer Höhle, lagern hunderte von Truhen, voll mit Gold.

 

Nun ist er unermesslich reich und überlegt, was er damit anfangen könnte. Sich einfach zurückziehen und das Leben genießen, wie Jacobo es gerne getan hätte, kam nicht in Frage.  Nach 13 Jahren unschuldig im Chateau d'If, beschloss Edmond sein neues Wissen und den Schatz für seine Rache an den drei Verschwörern zu benutzen.

 

Er nennt sich von nun an 'Graf von Monte Cristo', kauft sich ein Anwesen in Paris und schleicht sich mit viel Raffinesse und Geschick in das Leben und die Geschäfte der Verschwörer ein, um sie nacheinander zu vernichten.

 

Mit Entsetzen entdeckt er schon bald, dass Mercédès nicht lange nach seinem Verschwinden seinen ehemaligen Freund und nun schlimmsten Feind Fernand Mondego heiratete und sogar einen Sohn hat. Glücklich ist sie mit dieser Ehe allerdings nicht. Sie ist dann auch die Erste, die ihn wiedererkennt und ihm gesteht, dass sie ihn noch immer liebt. Doch Edmond weist sie zunächst ab, zu groß ist seine Enttäuschung. Erst als er erfährt, dass ihr Sohn Albert auch sein Sohn ist und sie Fernand damals nur aus Verzweiflung heiratete, weil man ihr sagte, Edmond sei tot, verzeiht er ihr. Fernand ist der Letzte auf Edmonds Liste der Vernichtung und schließlich kommt es erneut zum Duell zwischen den ehemaligen Freunden.

 

Meine Meinung:

 

Das Buch von Alexandre Dumas kennt man ja und verfilmt wurde es ja auch schon oft, mit mehr oder weniger guten Ergebnissen. Die beste Verfilmung war einmal eine sechsteilige Serie in den 80er Jahren mit 'Jaques Weber' in der Hauptrolle, denn solch eine vielseitige Geschichte, vor allem die Rache des Grafen, die ja sehr vielschichtig, äußerst raffiniert und auch kompliziert ist, kann man einfach nicht in einen Zweistundenfilm packen. Das Buch hat mich einst so fasziniert, dass ich es schon zwei/oder dreimal gelesen habe, was jetzt aber auch schon wieder viel zu lange her ist, um sich an jedes Detail zu erinnern.

 

Es gibt ja auch noch einige andere ältere Filme (ich glaube in fast jedem Jahrzehnt war Monte Cristo ein Thema für die Filmemacher), aber viele davon wirken mittlerweile auch schon recht 'trashig'.

 

Diese Neuverfilmung ist eigentlich gar nicht schlecht, auch wenn hier der Graf im Schnelldurchlauf seine Rache nehmen muß; Vieles und viele (auch Personen) fehlt und einiges wurde sogar verändert, wie z.B. das 'Happy End' mit Mercédès, dass es so eigentlich nicht gibt. Im Buch verzeiht ihr Edmond zwar, doch zur Frau nimmt er sie nicht mehr. Dennoch ist es eine gelungene Verfilmung, mit tollen Bildern, die es trotzdem versteht, die Rache des Grafen in Kurzform zu zeigen - auch wenn es schade ist - eine halbe Stunde mehr, hätte den Film vielleicht noch besser gemacht.

 

James Caviezel ist die perfekte Besetzung für die Rolle des Edmond Dantès und des späteren Grafen. Er meistert alle diese verschiedenen Charaktere, zuerst den jungen naiven Edmond, schließlich den verhärmten Gefangenen und schließlich den vornehmen, gerissenen Grafen vollkommen perfekt und er sieht auch durchweg perfekt aus. Wie geschaffen für die Rolle, sogar den bärtigen, langhaarigen Gefangenen nimmt man ihm ab. Auffällig ist nur, dass nach 15 Jahren alle etwas gealtert sind (graue Strähnen im Haar etc.) nur Mercédès hat sich um keinen Deut verändert (was wohl bewirkt dass er sie am Ende wieder nimmt...) Denn in anderen Verfilmungen hat man auch an ihr die Jahre nicht spurlos vorübergehen lassen, da wirkt sie dann doch etwas verhärmt und gealtert, während der Graf längst eine junge Prinzessin an seiner Seite hat. Im Buch und auch anderen Versionen, wird Mercédès für ihre 'Untreue' dann doch bestraft, und auch ihr Sohn bleibt der Sohn von Verschwörer Mondego. Das hat man sich in dieser Verfilmung natürlich schön gemacht, mit diesem 'Happy End' und man wundert sich kaum, dass Albert seinem 'Exvater' Fernand Mondego, der ihn ja schließlich bisher erzog, kaum nachtrauert...

 

Fazit:

Einiges in dieser Verfilmung könnte anders sein, der Film insgesamt könnte länger sein, ist aber trotzdem sehr sehens-/und empfehlenswert, allein schon wegen James Caviezel, der hier ein wunderbarer Edmond Dantès und späterer Graf von Monte Cristo ist :-)!!