Long Weekend

Drama/Horror-Thriller

Australien 2008

88 Min. / FSK ab 16

Film Victoria

Regie: Jamie Blanks

 


Darsteller:             
Jim Caviezel                    Peter
Claudia Karvan Carla
Star (Hund) Cricket
Robert Taylor Barkeeper
Lara Robinson Mädchen im Campingbus
Gordon Waddell Vater des Mädchens
Jude Beaumont Mutter des Mädchens
u.a.  
   

 

Zum Film:

 

Um die Flaute in ihrer Ehe wieder in Schwung zu bringen, plant das 'Schicki-Micki-Pärchen' Peter (Jim Caviezel) und Carla (Claudia Karvan) ein Campingwochenende an einer australischen Bucht. Hündin 'Cricket' ist auch noch mit von der Partie. Eigentlich ist es eher Peters Idee gewesen, Carla hingegen hasst Campen. Trotzdem machen sich die beiden mit reichlich teurer Ausrüstung auf den Weg durch den Dschungel an den Strand.

 

Peter hofft, dass Carla sich ihm an diesem Wochenende wieder mehr zuwendet, doch schon bald muß er feststellen, dass eher das Gegenteil der Fall ist: Während Carla ständig neue Gründe findet so schnell wie möglich zurück nach Hause zu fahren, vertreibt sich Peter die Zeit anderweitig. Zudem verhalten sich beide der Natur gegenüber extrem rücksichtslos: Nicht nur dass sie sorglos ihren Müll in der Landschaft verstreuen, mal eben einen Waldbrand auslösen (der aber nur im Radio kommentiert wird) sondern Peter, der Harpune und Gewehre mit dabei hat, auf alles schießt was sich bewegt. So kommt es schließlich dazu, dass sich die Natur auf geheimnisvolle Weise rächt: Sie schlägt zurück, konfrontiert die beiden mit den tief verwurzelten Ängsten von Menschen, die sich  allein in der Wildnis, bzw. im Dschungel befinden.

Da Peter und Carla ohnehin ein aufbrausendes Paar sind, geraten sie obendrein noch in einen heftigen Streit,  nach dem Carla wutentbrannt einfach davonfährt... Beide geraten immer tiefer in einen Strudel von Panik, so dass der Wochenendtrip schließlich zum Horrortrip mit bösem Ende wird...

 

 


 

 

Meine Meinung:

 

Die Frage ist hier, ob es einfach nur ein Horrothriller der leiseren Art sein sollte, oder ein Appell an rücksichtslose Touristen; 'Seht her, das kann euch passieren, wenn ihr euch so verhaltet, die Natur schlägt zurück!'. Wohl von beidem etwas, denn Letzteres wäre wirklich arg extrem.

 

Man kann sich auch kaum vorstellen, dass jemand einfach so um sich ballern kann, ohne Aufmerksamkeit zu erregen, in der Realität wären mit Sicherheit sofort irgendwelche Wildhüter aufgetaucht, denn so wild und unberührt ist die Natur selbst in Australien nicht mehr, dass dort jeder machen kann, was er will...

 

Aber wie dem auch sei, das sollte wohl auch nur ein extremes Beispiel für Fehlverhalten zeigen. Spannend, ist der Film auf jeden Fall. Jim Caviezel lehrt uns hier auf grandiose Weise, wie man sympathisch unsympathisch sein kann. Eigentlich ist er nicht der typische Darsteller für diese Rolle des verwöhnten, rücksichtslosen 'Snobs', der sich hier fast zum 'Proleten' mausert. Er ist viel zu attraktiv und zu sympathisch, als dass man seinen 'Peter' hassen oder sich über ihn aufregen könnte. Aber vielleicht ist das ja auch gerade so gewollt, denn sein ausuferndes Verhalten (einfach um sich schießen, die Natur zumüllen, mal eben einen Waldbrand verursachen) tritt nur phasenweise auf, während er in anderen Phasen fast verzweifelt die Aufmerksamkeit seiner (zickigen) Partnerin sucht, in sich gekehrt sein kann (Gitarre spielend singen), oder auch heftig streiten, wobei man dann schon wieder beim Drama dieses Filmes angekommen ist: Man erfährt, dass Carla abgetrieben hat, angeblich, weil sie meinte, Peter wolle kein Kind, doch da hatte sie etwas mißverstanden, er wollte schon. Allerdings ist Peter der Meinung, dass sie fremd gegangen ist und das Kind abtrieb, weil es nicht vom Liebhaber war, sondern seines...

 

Spannung ist unterschwellig immer da, denn man erwartet in jeder noch so harmlosen Szene, dass jeden Moment etwas Schreckliches passiert. Man atmet regelrecht erleichtert auf, wenn dann doch nichts war.

Doch man ahnt, dass etwas Unvermeidliches auf die beiden Wochenendler zurückt, auch wenn der 'Feind' nicht sichtbar wird, sich nie real zeigt, denn der Feind der beiden ist hier dann eigentlich die eigene Angst vor dem Ort selbst, dem schlechten Gewissen vielleicht, so dass am Ende jedes noch so harmlose Geräusch Panik auslöst. Der Feind ist hier die Natur, weil die beiden sie sich zum Feind machten, mit ihrem unüberlegten, rücksichstslosen Verhalten.

 

Wirklich gut gemachter Film, mit nur wenigen Ungereimtheiten: Wie z.B. kann eine Seekuh mit einem Riesenloch im Bauch bis zu Peters Zelt robben...? Wieso löst Peters Zigarrette einen Riesenbrand aus, wo doch die ganze Gegend am gleichen Abend noch von sintflutartigen Regenfällen heimgesucht wird...? Wieso versteckt sich seine Frau ohne einen Mucks im Dunkel der Büsche, so dass er sie für etwas Gefährliches hält und auf sie schießt?, sie konnte ja vorher kaum den Mund halten...

Das sind dann doch einige Szenen, die unrealistisch rüberkommen, wohl nur gedacht, um zu schockieren.

 

Dennoch nicht schlecht gemacht, wenn auch hier und da vielleicht ein wenig übertrieben, aber es soll ja wirklich Menschen geben, die sich so sorglos in der Natur verhalten (hier schon reichlich sorglos) und am Ende ist die Strafe für die beiden auch genauso grausam hoch...