Die Passion Christi

Drama / 127 Min. / USA 2004

FSK ab 16

Regie: Mel Gibson

Icon Productions


James Caviezel als Jesus  (c) Icon Productions
James Caviezel als Jesus (c) Icon Productions
Cast:            
Jesus                                  James Caviezel
Maria Maia Morgenstern
Johannes Christo Jivkov
Petrus Francesco de Vito
Maria Magdalena Monica Belucci
Kaiphas Mattia Spragia
Annas Toni Bertorelli
Judas Luca Bionello
Pontius Pilatus Hristo Shopov
Claudia Procles Claudia Gerini
Abenader Fabio Sartor
Joseph von Arimathea Giacinto Ferro
Nicodemus Aleksander Mincer
Barabbas Pietro Sarubbi
Simon von Cyrene Jarreth J. Merz
Herodes Luca de Dominicis
u.v.a.  
   

Zum Film:

 

Gezeigt werden die letzten 2 Tage in Jesus' Leben, untermalt von zahlreichen Rückblenden zu seinem Wirken in der Vergangenheit.

Gesprochen wird nur in den damals üblichen Sprachen Aramäisch, Lateinisch und Hebräisch mit Untertitelung.

Der Film beginnt im Garten Gethsemane mit dem letzten Abendmahl, Verrat durch Judas, schließlich Geißelung, Kreuzweg und Kreuzigung. Immer wieder werden Jesus' Zweifel an seinem Wirken in Gestalt einer düsteren Frau mit bleichem Gesicht eingeblendet, die durch die Szenerie schleicht. Im Garten Gethsemane z.B. überwältigt ihn Angst auf das, was ihm bevorsteht, noch könnte er die Flucht ergreifen und scheint auch kurz davor zu sein, doch dann bleibt er. Immer wieder taucht das Bild dieser geheimnisvollen Frauengestalt auf und verschwindet dann wieder.

Beeindruckend dargestellt ist auch das Schicksal des Judas, der von einer Horde Kinder gequält, schließlich zur Stadt hinausgetrieben wird und sich erhängt.

 

Meine Meinung:

 

Mel Gibson als Regisseur, ist eigentlich ein Erfolgsgarant, denn er legt großen Wert auf Authenzität, wie z.B. die Verwendung von Originalsprachen, was schon einen Großteil zum Tiefgang des Filmes beiträgt. Die Passion Christi ist eigentlich ein Meisterwerk, allerdings teilweise einfach zu brutal. Vor allem die Geisselungsszenen sind unerträglich, kein Mensch kann so etwas überleben, und später noch einen schweren Balken schultern und auf einen Berg schleppen. Auch hier viel zu viele unnötige brutale Szenen. Eigentlich wollte ich den Film nur einmal anschauen, aber um drüber zu schreiben, mußte ich mir das dann nochmal antun, und obwohl ich eigentlich nicht so empfindlich bin, während der Geisselungszenen habe ich sogar den Raum verlassen.

Unerträglich auch der hier dargestellte Sadismus der römischen Soldaten, die sich noch kaputt lachen, während sich ein völlig zerfetzter Jesus in seinem eigenen Blut am Boden windet. Das kann ein 'normaler' Mensch absolut nicht nachvollziehen - und sich auch nicht vorstellen, dass es wirklich so extrem war. Es war schon grausam, ja, aber so...? Eine mehrschwänzige Peitsche mit Widerhaken, die sogar ganze Stücke aus einem Holzblock reißen kann, auf zarte Menschenhaut loszulassen und das in unerträglicher Länge, ist nicht nachvollziehbar. Das Jesus am Ende kaum noch einen heilen Hautfetzen am Leib hat, kann man sich sicher vorstellen - aber nicht, dass er danach noch aufsteht...!

Hauptdarsteller James Caviezel soll sogar einige echte Blessuren abbekommen haben und Mel Gibson warnte ihn vor, dass der Film ein Skandal werden könnte, was ihn aber nicht davon abhielt, die Rolle zu übernehmen. Er wurde später auch dafür mit dem 'Grace Award' des 'Most Inspiring Movie Acting' ausgezeichnet. Kleine Info am Rande: James Caviezel bekam für die Rolle braune Augen (wohl in Form von Kontaktlinsen) verpasst, was seltsam anmutet, wenn man den Schauspieler ansonsten nur mit strahlend blau-grünen Augen kennt...

 

Aber von den negativen Aspekten des Filmes mal abgesehen, besitzt er doch ungeheuren Tiefgang und auch Authenzität. Die Atmosphäre ist die ganze Zeit düster beklemmend, in Erwartung auf das was noch kommen mag. Die ganze Zeit auch, verspürt man einen dicken 'Kloß im Hals', den man einfach nicht los wird. Alle Schauspieler sind einfach grandios in ihren Rollen und während Jesus' Kreuzweg, als er den schweren Balken auf den Ölberg schleppen muß, wird auch besonders deutlich, wie gespalten das Volk war. Ein kunterbuntes Durcheinander von schreienden und grölenden Menschen, die einen Jesus' entsetzte Anhänger, die anderen der außer sich geratene Mob, der nicht mal weiß, warum er ihn eigentlich tot sehen will, umlagern die Straßen, laufen mit und werden von römischen Soldaten immer wieder brutal auseinader getrieben.

Auch das Leiden seiner Mutter Maria, sowie Maria Magdalena, die nur hilflos zusehen können, wirkt beklemmend und berührt zutiefst.

 

Fazit:

 

Absolut nichts für empfindliche Gemüter, wegen der brutalen Szenen, aber im Grunde doch ein Meisterwerk, wenn man davon absieht. Und James Caviezel ist einfach grandios in der Rolle des Jesus.