SHOOT' EM UP

 

 

 

Collage mit Fotos aus Filmszenen (c) Warner
Collage mit Fotos aus Filmszenen (c) Warner

 

 

Action/Thriller 

  USA 2007 / 86 Min. / FSK ab 18 Jahr

Warner

 

 

Regie
Drehbuch
Kamera
Musik
Kostüme           
Michael Davis
Michael Davis
Peter Pau
Paul Haslinger
Denise Kronenberg
              

Darsteller:

Mr. Smith
DQ
Mr. Hertz
Lone Man
Hammerson
Senator Rutledger    
Mutter
Madam Maddie



Clive Owen
Monica Bellucci
Paul Giamatti
Greg Bryk
Stephen McHattie
Daniel Pilon
Ramona Pringle
Jane McLean


 

Zum Film:

Der cholerische, ständig Möhren kauende  Mr. Smith (Clive Owen) sitzt auf einer Bank und scheint sich für nichts um sich herum zu interessieren. Das ändert sich, als plötzlich eine hochschwangere Frau (Ramona Pringle) in Panik an ihm vorbeistolpert und er bemerkt, dass sie von einer schießwütigen Gang verfolgt wird. Er glaubt seinen Augen nicht zu trauen und obwohl er scheinbar keine Lust dazu hat, seufzt er kurz, steht auf und beschließt der Frau zu helfen.

In einer verlassenen Fabrikhalle wird er zum unfreiwilligen Geburtshelfer - mitten im Kugelhagel und schießt natürlich kräftig zurück.

Die Frau bringt einen Jungen zur Welt und als Mr. Smith sie vor den Verfolgern retten will, wird sie doch bald tödlich von einer Kugel getroffen und er muß sie zurücklassen.

Jetzt heißt es für ihn ersteinmal den Säugling retten, (er nennt ihn 'Oliver') doch zuvor holt er sich Hilfe bei einer alten Bekannten, der attraktiven Prostituierten DQ (Monica Bellucci). Mit ihr zusammen und dem Baby beginnt eine wilde rasante Flucht vor den schießwütigen Verfolgern, deren Anführer Mr. Hertz (Paul Giamatti) ein ehemaliger Ex-FBI-Profiler keine Gnade zu kennen scheint.

Ganz gleich wo die drei sich verstecken, immer werden sie aufgespürt und immer entkommen sie auch. Mr. Smith will herausfinden warum man hier ein unschuldiges Kind verfolgt und töten will, und was er herausfindet ist ebenso überraschend wie absurd...

Mr. Hertz ist sauer dass ihm sein Kontrahent immer einen Schritt voraus und scheinbar ebenso schlau wie schnell ist, doch am Ende kriegt er ihn dann doch noch, nicht aber das Kind und DQ...

Er läßt Mr. Smith alle Finger brechen (das ist wirklich gruselig) doch dieser schafft es dennoch seine Feinde zu besiegen und macht sich auf die Suche nach DQ und dem kleinen Oliver, die in einem diesmal sicheren Versteck auf ihn warten...



Meine Meinung:

Für meinen Geschmack ein bisschen zuviel  'Herumgeballer', aber eben das wollte der Regisseur in diesem Film. In der Realität sähe man wohl sehr schnell einem Sieb sehr ähnlich, doch unser Held hier bekommt natürlich nie eine Kugel ab...;-)

Also ein absolut knallharter Actionfilm, der wie Regisseur Michael Davis im Special - Interview sagt, sehr lange (sieben Jahre) und sorgfältig geplant, ersteinmal auf Eis gelegt und wieder hervorgeholt wurde. Das Schwierigste für ihn sei gewesen, seinen idealen Hauptdarsteller für den Film zu gewinnen (von Anfang an war das für ihn Clive Owen) der zunächst wohl nicht begeistert war, sich dann aber doch noch überrreden ließ. Der Film ist keine Billigproduktion, was man ihm auch anmerkt, und Clive Owen, wo er nun schon dabei war, gibt natürlich wieder alles; äußerst dynamisch, beweglich, megacool und supersexy :-)  Obwohl er auch hier seine Marotten hat, wie ständig Karotten zu knabbern oder sich über Mercedesfahrer die beim Abbiegen nicht blinken aufregt, über Typen die zu laut ihren Kaffee schlürfen oder 40jährigen Kerlen, die einen Pferdeschwanz tragen, den er dann mal kurzerhand wegschießt..., bleibt er andererseits immer der kühle Held, der nicht viel von sich preisgibt und einfach funktioniert. Nur der Begriff 'Cholerisch' will so gar nicht zu ihm passen.

Wie in 'Children of Men' gibt es hier wieder eine Geburtsszene in der Clive Owen die Hebamme ersetzt, aber längst nicht so berührend, sondern diesmal wirklich unrealistisch, da unser Held ja die ganze Zeit gleichzeitig noch um sich schießen muß.

Das Baby wurde teilweise virtuell dargestellt und teilweise von echten, neugeborenen Zwillingen, die man abwechselnd einsetzte - und da gibt es auch einige wirklich niedliche Szenen; z.B. als Mr. Smith (Clive Owen) mit dem Baby in einer Bahn sitzt, sieht er wie eine andere Mutter ihrem Kind eine Mütze aufsetzt. Er zieht kurzentschlossen eine seiner Socken aus und zieht sie 'seinem' Kind über den Kopf - ansonsten wird Zeitungspapier zur Windel umfunktioniert, das Kind in eine schußsichere Weste eingepackt und erlebt in einem Rucksack auf dem Rücken seines Retters schon die waghalsigsten Abenteuer.

Mit Monica Bellucci hat er sogar eine heiße Liebesszene, natürlich auch wieder gestört von wilden Schießereien (seufz) und man kann für einen kurzen Augenblick sogar sein nacktes Hinterteil sehen (hihi)... und es heißt, er wollte seine Frau Sarah Jane Fenton davon abhalten den Film zu gucken (Zitat: ' Das ist nichts für Dich mein Schatz, viel zu brutal ehrlich!!')

Fazit: Ein überaus rasanter Film, der einem keine Pause gönnt; man wird überflutet von immer neuen, sehr beweglichen Bildern, Verfolgungsjagden im Auto und sogar aus einem fliegenden Flugzeug wird mal eben ausgestiegen, bzw. abgesprungen. Die Handlung selbst scheint hier nur Nebensache zu sein, es geht dem Regisseur scheinbar ausschließlich um die Actionszenen, die Geschichte selbst, das Wieso und Warum, wurde irgendwie zusammengepuzzelt um eine einigermaßen logische Erklärung für die wilde Verfolgungsjagd auf einen Säugling und seine Beschützer zu haben. 

Allerdings ist der Film auch mit manchmal mehr, manchmal weniger humorvollen und natürlich sehr bissigen Pointen angereichert. Es gibt auch einen Seitenhieb in Richtung 'James Bond'; als Mr. Smith (Clive Owen) eine 'Walter PPK' die Waffe des 007 aufhebt die Ladehemmung hat, sagt er etwas wie: 'Was für ein billiges Mistding...!' ;-) und wirft sie von sich. (Man weiß ja, dass er beinahe James Bond geworden wäre...)  Er hat ja auch in diesem Film reichlich Auswahl an Waffen, denn man hatte die modernsten und neuesten Modelle extra anliefern oder sogar herstellen lassen...

Obwohl aufwändig und klasse gemacht, ist mir der Film zu überladen mit Action und die eigentliche Handlung läßt zu wünschen übrig.

Ungewöhnlich ist natürlich hier die Vorliebe des Helden für Karotten, die er nicht nur dauerknabbert, sondern auch hin und wieder als Waffe einsetzt - das sollte wohl witzig wirken, wirkt aber eher albern (schade!)

 

Monica Bellucci ist dann der sanfte Ausgleich zu der ganzen Brutalität im Film und Paul Giamatti (Mr. Hertz)  geht einem ziemlich auf die Nerven, da er, wo immer unser guter Held sich versteckt, ihn seltsamerweise in nullkommanix aufspürt...