King Arthur

 

Director's Cut

Abenteuer-Action-Drama, USA/Irland 2003

136 Min./FSK ab 16  

Touchstone Pictures

 


Clive Owen 'King Arthur' / Collage
Clive Owen 'King Arthur' / Collage

 

 

Verleih: Buena Vista

Regie: Antoine Fuqua

Kamera: Slawomir Isziak

Musik: Hans Zimmer

Produzent: Jerry Bruckheimer

Drehbuch: David H. Franzoni

 

Darsteller:

 

King Arthur
Guinevere
Lancelot
Merlin
Cerdic
Bors
Galahad
Cynric
Tristan
Dagonet
Marcus Honorius
Gawain
Germanius
Alecto
Vanora             
Clive Owen
Keira Knightley
Ioan Gruffudd
Stephen Dillane
Stellan Skarsgard
Ray Winstone
Hugh Dancy
Til Schweiger
Mads Mikkelsen
Ray Stevenson
Ken Stott
Joel Edgerton
Ivano Marescotti
Lorenzo De Angelis
Dawn Bradfield
                 



Die in die Texte eingebauten Collagen wurden von mir erstellt. 

Das Copyright der dafür verwendeten Fotos, bzw. Filmauszüge liegt bei

 

Touchstone Pictures und Buena Vista

 


 

Eingeblendet wird das Jahr 452 n. Chr.

Römische Soldaten zwangsrekrutieren im damaligen Sarmatien (Ukraine) halbwüchsige Söhne der einst in römischen Feldzügen unterlegenen Sarmaten und bringen sie auf die damals noch besetzte britische Insel, um dort zu Soldaten, bzw. Rittern ausgebildet zu werden. Sie sollen in Zukunft das römische Territorium im Süden der Insel, gegen die einheimischen Pikten im Norden verteidigen. Dabei auch Lancelot, zukünftiger 1. Ritter an der Seite des Centurio Lucius Artorius Castus.

Als sie dort ankommen, ist Artorius selbst noch ein Kind, Sohn eines Römers und einer Keltin, und wird von seinem Ziehvater (sein eigener kam bereits für die gleiche Sache ums Leben, für die Artorius später kämpfen soll), hier ein Priester namens 'Pelagius' darauf hingewiesen, dass er diese Neuankömmlinge in Zukunft befehligen wird.

Einblendung: '15 Jahre später' ( mindestens 25 Jahre später wäre glaubhafter gewesen! Erklärung dazu unter 'Meine Filmkritik)

Seit 15 Jahren nunmehr kämpfen die samartischen Ritter unter der Führung von Artorius in Britannien für die Römer. Nur noch mit einem kleinen Rest verbliebener 6 Ritter, beobachtet Artorius von einem Hügel aus die Ankunft von Bischof Germanius aus Rom, der ihnen die Nachricht bringen wird, dass sich die Römer aus Britannien zurückziehen und Artorius mit seinen Rittern nun frei ist. Zuvor aber gibt es einen ziemlich brutalen Überfall der Pikten auf den Reisetross, der aber für die Römer, Dank Arthur's (wie er auch genannt wird) Trupp, glimpflich ausgeht.

Später in der Festung am Hadrianswall, am sogenannten 'Round-Table' erteilt Germanius Arthur einen selbstmörderischen Auftrag, den er vor dem Abzug der Römer und der Freiheit noch mit seinen Rittern erfüllen muß; eine römische Familie aus dem Norden der Insel, in den Süden zu bringen, denn ein Familienmitglied, Alecto, ist das Patenkind des Papstes in Rom und dafür bestimmt, es selbst einmal so weit zu bringen. Darüber ist verständlicherweise niemand begeistert, denn im Norden herrschen die Pikten und an den Küsten landen bereits tausende der gefürchteten Sachsen vom Festland, um die Insel zu erobern.

In einem Wald wird Arthur's Trupp von Pikten umzingelt, aber nicht angegriffen. Warum, dass wird Arthur später noch klar; Merlin, der Anführer der Pikten, plant einen Zusammenschluß aller Stämme der Kelten und Arthur, der Dank seiner römischen Ausbildung ein genialer Kriegsstratege ist, soll deren Anführer werden, um mit ihm gemeinsam die Sachsen zu bekämpfen. Noch aber sind sie Feinde.

Arthur's Trupp erreicht schließlich unbehelligt die römische Siedlung im Norden, muß aber feststellen, dass dort Willkür und Gewalt herrschen. Das Familienoberhaupt läßt alle Dorfbewohner wie Sklaven für sich arbeiten und in einem schrecklichen Folterverlies findet er unter stinkenden Leichen noch lebend, einen Jungen und eine junge Frau, Guinevere, die Tochter von Merlin. Er befreit die Gefangenen und macht sich mit dem ganzen Dorf durch die Berge im Osten auf den Rückweg, da man bereits die Trommeln der herannahenden Sachsen hört.

Während des Nachtlagers lockt die inzwischen genesene Guinevere Arthur in den Wald, wo bereits Merlin wartet und gemeinsam versuchen sie Arthur zu überreden, nicht mit den Römern abzuziehen, sondern für ihre Sache zu kämpfen. Arthur ist wütend, denn Merlin's Leute hatten einst den Tod seiner Eltern verschuldet, und ist zunächst nicht bereit Merlins und Guinevere's Bitte nachzugeben.

Doch als ihm Alecto, der Sohn der Römerfamilie später berichtet, dass Arthurs' Ziehvater Pelagius in Rom verraten und ermordet wurde, ist er geschockt und wird nachdenklich.

Durch einen Verräter aus Arthur's Reihen, ist Sachsenkönig Cerdic stets über Arthur's Aufenthaltsorte informiert und schickt ihm zunächst einen kleineren Trupp, angeführt von seinem Sohn Cynric hinterher.

Auf einem zugefrorenem See, kommt es zur ersten dramatischen Begegnung zwischen Arthur's Trupp und den Sachsen. Arthur's Bogenschützen gelingt es die Sachsen auf Distanz zu halten und Dank des Einsatzes eines seiner Ritter (Dagonet), der mit einer riesigen Axt in das Eis hackt, was ihn aber sein Leben kostet, bricht der See und Cynric bleibt nichts weiter übrig, als dem Untergang seiner Leute zuzusehen.

 

 

Collage mit Filmszenen zur Schlacht auf dem Eis (c) Touchstone Pictures
Collage mit Filmszenen zur Schlacht auf dem Eis (c) Touchstone Pictures

 

Zurück am Hadrianswall, redet Guinevere am Grabhügel seines Vaters nocheinmal eindringlich auf Arthur ein doch in Britannien zu bleiben, sehr zum Ärger Lancelots', der seinen Freund lieber mit in die Freiheit nehmen würde. Am Abend kommt es zu einer romantischen Liebesszene zwischen Arthur und Guinevere, die aber gestört wird, da jemand an die Tür von Arthur's Gemächern hämmert und ruft: 'Arthur, komm auf die Mauer'!! 

 

Von der Mauer aus, sieht man tausende leuchtender Lagerfeuer, die Sachsen sind da!

Arthur hält eine Rede an seine Ritter, dass ihre Aufgabe nun beendet sei und sie frei seien, er wünsche ihnen alles Gute...womit klar ist, dass er nicht mit ihnen kommt. Ein verzweifelter Lancelot wirft Guinevere 'tödliche' Blicke zu und versucht auf ihn einzureden um Gottes Willen doch mit ihnen zu kommen, denn er weiß, wo die Sachsen auftauchen wächst kein Gras mehr...

Arthur macht seinem Freund klar, dass er ihm nicht folgen kann und vorhat den Kampf gegen die Sachsen ganz allein aufzunehmen, mit Unterstützung der Kelten natürlich.

 

 


 

Der nächste Morgen:

Eine einsame Gestalt auf einem Pferd erscheint im Nebel auf einem Hügel. Es ist Arthur in voller Kriegsausrüstung, der von dort aus einen guten Blick über das gesamte Gelände hat; auf der einen Seite zieht ein langer Tross Römer, Siedler und Ritter ab in die Freiheit und auf der anderen formieren sich die Sachsen.

 

Arthur hat unzählige Strohballen mit Pech oder Fett anzünden lassen, so dass die ganze Gegend mit schwarzem Rauch verschleiert ist, was den Angriff für die Feinde erschweren soll. 

 

 

Filmszene 'Artorius fordert seine Feinde heraus' (Clive Owen)
Filmszene 'Artorius fordert seine Feinde heraus' (Clive Owen)

 

Cerdic sieht den einsamen Reiter und fragt seinen Informanten, der ihm zuvor erklärte die Römer haben die Flucht ergriffen, wer das sei, etwa ein Gespenst?! Dieser erklärt ihm, das sei der berühmte Arthur!

Arthur's Blick fällt wenig später auf zwei Gestalten, die sich der Mauer nähern, eine davon, der Verräter, schwingt eine weiße Flagge, die andere ist Cerdic höchstpersönlich. Er rammt seine Standarte in den Boden und reitet durch das Tor der Mauer. Gewaltig sieht das aus, als er wie ein schwarzer Ritter da in Rauch und Nebel erscheint und auf Cerdic zuhält. Dieser hat kein Pferd, wirkt aber nicht weniger furchteinflößend, mit seiner großen, mächtigen Gestalt, finsterem Gesichtsausdruck und langem blonden Bart und wehender Mähne. Zwei große Krieger begegnen sich zum ersten Mal.

Der Verräter mit der weißen Flagge flüchtet sich auf Cerdics' Rat hin in einen großen Baum 'Willst Du zusehen, wie wir Deine Leute abschlachten, wie wäre es mit dem Baum dort..?!'

Arthur nähert sich dem Sachsenkönig und hält ihm cool sein Schwert unter die Nase, sein Pferd scheut die ganze Zeit und trippelt unruhig hin und her, es wittert wohl die furchtbare Gefahr, die von der großen Gestalt und der riesigen Armee im Hintergrund ausgeht.

'Was willst Du, Sachse?!' brüllt Arthur seinem Feind entgegen. 

'Arthur' raunt der Hüne mit erwartungsvoll tiefer, geheimnisvoll und rauh klingender Stimme. 'Der berühmte Arthur!... An jedem Ort auf dieser elenden Insel höre ich Deinen Namen, beinah im Flüsterton...als wärst du ein...Gott! Aber ich sehe keinen Gott, nur Fleisch...und Blut...so wie das Pferd auf dem Du sitzt...!' Er greift dem Pferd an die Nüstern und es wiehert und scheut noch schlimmer als zuvor.

Er fährt fort: 'Wofür kämpfst Du? Deine Römer sind abgezogen...ah ich weiß, Du willst um Gnade bitten, doch dafür müßtest du knien...!'

Arthur bleibt cool und antwortet: ' Ich kämpfe für eine Sache, die weder Rom, noch Du, je verstehen werden! Ich wollte nur Dein Gesicht sehen, Sachse, damit ich Dich später auf dem Schlachtfeld wiedererkenne! Und Du, merk Dir mein Gesicht, denn es wird das Letzte sein, was Du auf dieser Erde sehen wirst...!' Wow! Das saß!

Dann wendet er sein Pferd und reitet zurück durch das Tor. Cerdic ist beeindruckt und schlägt sich auf die Brust ; 'Endlich 'mal ein Mann den es sich zu töten lohnt!', sagt er und kehrt zu seiner Armee zurück.

 


Stellan Skarskard als böser Sachsenkönig Cerdic Filmszene
Stellan Skarskard als böser Sachsenkönig Cerdic Filmszene

 

'Der Römer hat einen Plan', sagt er zu seinem Anführer und 'Macht euch bereit zum Angriff!!' Das seltsam klingende: 'Schlachtruf fiiieeern!', erklingt und gleich darauf die allgegenwärtigen Trommeln.

Der Blick schwenkt zu dem abziehenden Tross der Römer und Ritter, die wehmütige Blicke auf die einsame Gestalt auf dem Hügel werfen. Als die Trommeln und der Schlachtruf der Sachsen erklingt, scheuen die Pferde der Ritter, sie halten inne und blicken sich an. Tristan läßt seinen Falken fliegen und sagt : 'Du bist frei, flieg!', und alles ist klar: Sie können ihren Freund und ehemaligen Anführer nicht im Stich lassen und kehren zurück.


Ein toller Anblick, als sie kurze Zeit später alle in voller Kriegsmontur den Hügel hinaufreiten und sich neben Arthur formieren. Damit entlocken sie dem sonst so düster gestimmten Helden endlich 'mal ein kleines Lächeln, dass schaffte zuvor nicht mal Guinevere...er hält schließlich noch eine kurze Rede von Ruhm und Ehre und Freiheit und bevor sie losziehen in die Schlacht, spannt Tristan seinen Bogen und zielt auf den Baum, in dem der Verräter sitzt. Zwar ist das Blattwerk undurchsichtig, doch wenige Sekundenbruchteile später fällt der getroffene Verräter wie ein Stein daraus zu Boden...

Die Schlacht beginnt, indem Cerdic die Männer Cynric's, den er zuvor mit einem Schnitt ins Gesicht und Entmachtung bestraft hatte, weil dieser auf dem zugfrorenem See versagte, als Vorhut in die Höhle des Löwen schickt. Diese Vorhut wird dann auch mit raffinierter Kampftechnik niedergemetzelt. Die kriegsgeilen Sachsen stürmen durch das Tor und sehen zunächst keinen Gegner, nur schwarzen Rauch. Schließlich erblicken sie den Trupp Ritter auf einem Hügel und preschen weiter vor, geraten dann aber in den Pfeilhagel der auf einem Hügel positionierten Pikten, Guinevere im knappen Lederkostümchen und kriegerisch bemalt, inklusive. Während die Pikten ihre Bögen neu spannen und die Sachsen sich aufrappeln, durchreitet Arthur mit seiner Truppe immer wieder die Sachsen und metzelt sie mit Schwertern nieder. Da der schwarze Rauch undurchdringlich ist, sehen die Sachsen nichts und die Pfeile ihrer Armbrüste schießen ins Nichts.

Von außen hören Cerdic und seine Mannen nur die schrecklichen Geräusche der Niederlage.

Schließlich kraucht ein letzter Überlebender aus dem Tor und stöhnt etwas von: ' Die Ritter sind Dämonen! Das ist das Tor zur Hölle!'. Zur Belohnung wird er gleich von seinen eigenen Leuten mit der Axt niedergeschlagen und Cerdic läßt erneut den 'Schlachtruf fiiiieeern'...Obwohl seine Vorhut ja scheinbar in einen Hinterhalt geraten war, stürzt er sich mutig in die Schlacht und ins Verderben...

 

 


Collage mit Filmszenen der 'Schlacht am Mons Badonicus' Clive Owen als Arthur
Collage mit Filmszenen der 'Schlacht am Mons Badonicus' Clive Owen als Arthur

 

Nach der Schlacht (Die ich jetzt nicht genauer beschreiben möchte):

Die Schlacht ist zuende, das Feld soweit das Auge reicht von Leichen übersät und mitten drin steht ein erschöpfter, nachdenklicher Arthur, das blutige Schwert in der Hand, der sich zu fragen scheint, ob sich das alles wirklich gelohnt hat...

Dann sieht er den toten Lancelot, über dem eine verzweifelte Guinevere (natürlich ist sie unverletzt) kniet. Er eilt hinzu, reißt sich den Helm vom Kopf und klagt mit einem Blick zum Himmel Gott an : 'Warum er?! Warum nicht ich...?!' Was irgendwie ein bisschen kitschig wirkt...

Am Ende steht das Begräbnis der beiden toten Ritter (außer Lancelot fiel auch Tristan), Guinevere und Arthur heiraten, dann ruft jemand aus dem Volk der Kelten die sie umringen: 'King Arthur!!' Und es wird klar;

Artorius ist nun König von Britannien.

 

 

Arthur gibt den Befehl zum Angriff, Filmszene
Arthur gibt den Befehl zum Angriff, Filmszene

 

Die in die Texte eingebauten Collagen wurden von mir erstellt. 

Das Copyright der dafür verwendeten Fotos, bzw. Filmauszüge liegt bei

 

Touchstone Pictures und Buena Vista

 

Meine Filmkritik:

Die letzte und neueste Verfilmung 'King Arthur' über den legendären König, war für viele Fans der Legende wohl ersteinmal ein Schock. Doch wie bei so vielem muß man sich hier wohl eingestehen, dass die Realität, wenn es eine um König Artus gab, so ähnlich ausgesehen haben müßte. 

Historiker gehen davon aus, dass die Legende um König Artus bzw. King Arthur auf mindestens zwei historischen Persönlichkeiten beruht. Einmal auf dem römischen Centurio 'Lucius Artorius Castus' (2. Jahrhundert n. Chr.) mit seinen sarmatischen 'Rittern', die sehr bewundert wurden, und einen weiteren römisch-britischen Lord mit Namen 'Ambrosius Aurelianus' der im 5./6. Jahrhundert lebte und die berühmten 12 Schlachten des legendären König Artus gegen die Sachsen führte...(mehr dazu auf dieser Seite HIER) oder siehe unter 'Artus - Literatur') 

 

Im Film hat man scheinbar beide Personen zu einer verschmolzen und sie in das Jahr 452 n. Chr. versetzt. Die Idee an sich ist gar nicht schlecht, aber man hätte auch mit einer der beiden 'Artusfiguren' durchaus einen spannenden Film, der historisch korrekter ist, schaffen können.


Schade auch, dass der Film das Thema nicht sensibler anging, sondern wohl eher auf ein Action liebendes Publikum zielte. Klar dass die Schlachten (es gibt drei im Film) ziemlich brutal daherkommen, aber auch nicht schlimmer als in den meisten anderen Ritterfilmen und wer so etwas ganz und gar nicht mag, der sollte es lieber lassen sich den Film anzusehen. Aber dazu möchte ich sagen, dass der Film das noch, gemessen an der Realität wie sie früher wohl war, weit weniger brutal zeigt. Zumindest in der jugendfreien Kino-und TV-Fassung, die allerdings dadurch auch ziemlich verstümmelt wurde, zumal man manche Szenen einfach vertauschte oder wegließ. Ich empfehle daher doch den 'Director's Cut', der zwar ein bisschen 'blutiger' ist, aber zwölf Minuten länger und Szenen zeigt die man unverständlicherweise in der Kinofassung herausschnitt, z.B. einige Dialoge zwischen Guinevere und Lancelot, die in der Kino/TV-fassung komplett fehlen (warum ist fraglich, denn dieser für die Artusgeschichte eigentlich so wichtige Bestandteil der Dreiecksgeschichte zwischen Arthur, Lancelot und Guinevere, wird eh nur kurz genug angedeutet...). Desweiteren, und das ist positiv, fehlen im Directors Cut vor allem andere, ziemlich nervige und tumbe Dialoge zwischen den Rittern (vor allem Bors nervt mit seinem ewigen Gesülze über seine zwölf Kinder), sowie weitere Sprüche, die das Publikum wohl zum Schmunzeln bringen sollten, aber einfach nur peinlich sind! Zitat:('Ich kann nicht mehr gerade aus pissen...')


Gott sein Dank hält sich Arthur aus diesen Gesprächen komplett heraus und konzentriert sich auf seine eigentliche Aufgabe - seine Ritter und die Bewohner einer römischen Siedlung heil an's andere Ende der Insel zu bringen und die Sachsen auszutricksen.

Die Frage ist hier, warum siedeln Römer im gefährlichen, von keltischen Pikten beherrschten Norden der Insel? Eigentlich unlogisch, da die Römer unter Kaiser Hadrian, ja ihren Teil Britanniens im Süden, bereits durch eine Mauer vom Rest der Insel getrennt hatten...Aber man darf hier wohl nicht alles zu eng sehen, schließlich ist es 'nur' ein Film und man mußte sich wohl irgendetwas ausdenken, um dieses Selbstmordkommando zu erklären. Dafür gibt es eine spannende Auseinandersetzung zwischen Arthur's Leuten und einem Trupp Sachsen auf einem zugefrorenem See, der schließlich auseinanderbricht...

 


 

Vielleicht sollte man erwähnen, dass Til Schweiger als Cynric, Sohn von Sachsenkönig Cerdic, diesen Trupp anführt. Mit kahl rasiertem Schädel, zu Zöpfchen geflochtenem Ziegenbärtchen und geschulterten Wolfsfellen, hat man doch alles getan, um ihn ziemlich häßlich zu machen und für die Mehrzahl des  deutschen  Kinopublikums, schien er eher eine Lachnummer zu sein und wurde kommentiert mit den Worten: ' Wieder mal typisch, für den bösen, bösen Sachsen muß natürlich auch ein echter Deutscher herhalten...' (Dafür kommt Stellan Skarsgard ja aus Norwegen) 

Auch wenn Til Schweiger als 'Cynric' 'authentisch' wirkt, so nimmt er dem Film allerdings etwas von seiner Ernsthaftigkeit - ein Til Schweiger in 'King Arthur' das geht irgendwie gar nicht - zumindest für uns Deutsche.

 

Dabei verfehlt der Film auch hier wieder historische Korrektheit, denn Sachsenkönig Cerdic (klasse dargestellt von Stellan Skarsgard)  und Cynric waren in Wahrheit  Großvater und Enkel und wurden hintereinander sogar 'König' von Wessex, zudem lebten sie erst nach 452 bzw. wirkten erst im 6. Jahrhundert. Allerdings soll der römische General 'Ambrosius Aurelianus'  (Artus?)  in seiner 12. Schlacht tatsächlich gegen einen Sachsenkönig mit Namen 'Cedric' angetreten sein, woraufhin sich die Sachsen anschließend friedlich in Britannien ansiedelten. Zumindest für die nächsten 40 Jahre... 

 

 

 

 

Das Jahr 452 mag noch glaubhaft erscheinen, der 'historische' Arthur  könnte allen gefundenen Spuren zufolge tatsächlich in dem Zeitraum gelebt, bzw. agiert haben, allerdings ziehen die Römer sich schon ab 407 aus Britannien zurück. Auch wenn Britanniens Beziehungen zu Rom nicht sofort abreißen, sondern noch einige Jahrzehnte andauern (immer wieder mal bitten die Britannier Rom im Kampf gegen die Sachsen oder Pikten um Hilfe und umgekehrt soll es auch vorgekommen sein, dass Rom die Britannier um Unterstützung bat), geht es im Film doch explizit um den Abzug der Römer und dann ist die Jahreszahl mehr als unkorrekt. Ebenso wie das Auftauchen von Bischof Germanius und Arthur's Ziehvater Pelagius, ist um 452 mehr als weit hergeholt, da die beiden zwar wirklich existierten, aber auch um 410 und nicht um 452 und somit mit Arthur herzlich wenig zu tun gehabt haben dürften.

Schade, dass man sich hier nicht genauer an historische Fakten halten konnte, eine spannende Story hätte man sicher auch mit den korrekten Daten einbauen können...trotz bereits abgezogener Römer, kann Arthur durchaus ein römischer General gewesen sein, denn immer wieder begaben sich ruhmesgierige Krieger (auch Römer) nach Britannien, ebenso wie die romanisierten Britannier ihren Söhnen weiterhin römische Namen gaben und sie zu Kriegern ausbildeten. Vielleicht war Arthur einer von ihnen.

 

Wie schon oben beschrieben, existierte  'Lucius Artorius Castus'  ja auch tatsächlich - er war römischer Offizier, allerdings schon im 2. Jahrhundert n. Chr. und er weilte sogar eine zeitlang im damaligen Britannien. Unter seinem Kommando kämpften auch tatsächlich etwa 5500 sarmatische Krieger, die voll ausgerüstet waren und neue, seltsame Traditionen mit nach Britannien brachten, die später in die Legende eingebaut wurden, wie etwa das Schwert 'Excalibur' und die berühmten Drachenstandarten, die die Römer, sowie die Britannier, mit übernahmen.

 

 

 

Filmszene: Clive Owen als Arthur
Filmszene: Clive Owen als Arthur

 

Clive Owen ist der bisher wohl akttraktivste, kriegerischste und auch umstrittenste 'King Arthur' der Filmgeschichte.

 

Die Rolle des Artorius (Arthur) ist für ihn aber wie geschaffen, da er schon von Natur aus so ziemlich römisch aussieht und durch seine Vielseitigkeit bereits die besten Voraussetzungen mitbringt. Er allein mit seiner absolut charismatischen Ausstrahlung, hat den umstrittenen Film gewissermaßen 'geadelt' - auch wenn viele meckern, sie schauen diesen Film doch immer wieder an und das ist mit Sicherheit allein Clive Owen zu verdanken - und zusätzlich wohl auch der genialen Filmmusik von Hans Zimmer, die regelrecht unter die Haut geht.  

Zudem ließ sich Clive Owen nicht doubeln, er nahm extra Privatunterricht in Reiterei und Schwertkampf.

 

 

 

 

Keira Knightley in der Rolle der Guinevere, erntet leider nicht viel Zuspruch beim Kinopublikum, aber auch  mir gefällt sie in der Rolle der Guinevere nicht wirklich. Im gleichen Jahr (2004) noch in 'Fluch der Karibik' I zu sehen, (fehlt nur noch Orlando Bloom als Lancelot...) kann man ihr nur schwer 'Guinevere' abnehmen, obwohl sie natürlich schön anzusehen ist (ein bisschen zu mager vielleicht) und auch sehr keltisch wirkt, aber nicht wirklich überzeugend als piktische Prinzessin und Kriegerin. Da gibt es andere, die auch besser zu Clive Owen gepaßt hätten (Namen will ich hier jetzt nicht nennen).

 

Zumindest kann sie ja nichts für die auf sie zugeschnittene Rolle der Guinevere, die hier ziemlich dreist - frech auftritt, was so gar nicht paßt und man fragt sich doch manchmal, wie dreist sie mit dem damals schon berühmten Arthur umgeht, der sie gerade aus einem Folterverlies christlicher Mönche befreit hatte und dem sie, kaum dass es ihr besser geht, gleich mit zynisch, spöttischer Miene vorwirft, dass er doch als eigentlicher Britannier sein eigenes Volk niedermetzelt u.s.w. gleichzeitig aber erkennen läßt, dass sie sich in Arthur verliebt hat...

 

Also jemanden der mich aus solch einem schrecklichen Verlies rettet und in den ich mich verliebe, würde ich ein bisschen vorsichtiger behandeln. Sicher, sie will ihn dazu kriegen, dass er in Britannien bleibt und zusammen mit ihrem Volk (den Pikten) die doch eigentlich seine Feinde sind, gegen die Sachsen kämpft, doch das könnte man auch zartfühlender rüberbringen. Teilweise wirkt sie wirklich wie ein trotziger 'Teenager', wie es oft beschrieben wurde. Für jene Zeit damals mehr als unrealistisch...



 

Arthurs eigentlichen Beweggründe aber auf der Insel zu bleiben, waren mit Sicherheit in der historischen Realität (wenn es denn eine in der Form gegeben hätte) anderer Natur. Eine Frau war vielleicht ein Teil davon, aber da war die Aussicht König von Britannien zu werden... in Rom dagegen wäre er wohl weiterhin ein Offizier von vielen geblieben, mit der Aussicht weiterhin auf mehr oder weniger sinnvolle oder sinnlose Feldzüge geschickt zu werden.

Dass Guinevere eine exzellente Bogenschützin ist, nimmt man ihr auch noch ab, doch im letzten Kampf des Filmes wird maßlos übertrieben; eingeschnürt in eine Art Lederkostümchen dass mehr Haut freiläßt als verdeckt, stürzt sie sich gleich mit in die Schlacht und kämpft mutig gegen schwer gepanzerte und bewaffnete Männer. Ein einziger Schwerthieb solch eines Kriegers hätte sie auf der Stelle in zwei Teile hauen können, doch natürlich kommt sie ohne eine Schramme davon. Zumal der 'echte' Arthur es wahrscheinlich niemals zugelassen hätte, dass sich seine zarte Geliebte mit den Sachsen schlägt...auch wenn bekannt ist, das damals tatsächlich auch Frauen mitkämpften, wenn es an Männern fehlte...aber so...?

 

 


Endlich wird's mal romantisch - aber leider zu kurz - Keira Knightley und Clive Owen / Collage aus Filmszenen
Endlich wird's mal romantisch - aber leider zu kurz - Keira Knightley und Clive Owen / Collage aus Filmszenen

 

Ich wundere mich immer wieder darüber, dass man im Schlachtengetümmel überhaupt noch Freund und Feind auseinanderhalten konnte und bin sicher, dass sich bestimmt nicht selten in dem Durcheinander die eigenen Leute gegenseitig aus Versehen erschlagen haben...

Bei den Bogenschützen konnte man Guinevere hier also noch akzeptieren, und es fing auch gut an. Die Kelten, durch ihren Heimvorteil den Sachsen eigentlich weit überlegen, könnten Abertausende von Pfeilen abschießen und so die sich schutzlos auf dem Feld befindlichen Sachsen stark reduzieren, was sie anfänglich ja auch noch zusätzlich mit Hilfe von Katapulten, die brennende Pechballen in die Reihen der Feinde schleudern ausnutzen... 

Doch warum diesen Vorteil bis zum letzten Pfeil, bzw. Feuerball in Anspruch nehmen, wo Nahkampf ja so schön ist...und sich an der Spitze eine halbnackte Frau in den Kampf stürzt?!!!

Als wenn man als Zuschauer ständig diese blutigen Nahkämpfe sehen will, zumal sie noch nicht einmal spannend sind! Ein bisschen mehr ausgeklügelte Strategie hätte den Film hier sicher mehr bereichert und wäre wohl auch dem 'echten' Arthur bzw. Artorius, zugute gekommen, der da gewiß umsichtiger war. Klar das so etwas auch dazugehört, aber nicht bis zum Abwinken...

 

Auch der Kampf zwischen den beiden großen Feldherren Arthur und Cerdic, hätte spannender und länger sein müssen. Viel zu schnell fällt hier die Entscheidung und viel zu simpel...schade...!

 


 

Lancelots' Tragödie ist hier eher, dass er seinen Freund Arthur nicht überreden kann, Britannien zu verlassen. Zwar gibt es Andeutungen, dass auch er sich in Guinevere verliebt hat, doch alles steckt noch in den Anfängen und wird nicht weiter ausgebaut, was soweit auch noch ok. ist; was nicht ist kann ja noch werden... Doch dazu kommt es nicht mehr, denn Lancelot fällt in der letzten Schlacht und Arthur wird seine Guinevere von nun an wirklich für sich allein haben, wird sie heiraten und zum König gekrönt. Da sind wir an einem Punkt angekommen, an dem die eigentliche Artusgeschichte erst anfängt und man hätte sie von diesem Punkt aus (Hochzeit, Krönung am Ende) weiter ausbauen können, vielleicht mit einem zweiten Teil, doch ohne Lancelot ist das undenkbar...! Wieder: 'Schade'!

 

Ioan Gruffudd in dieser Rolle ist ok. Zwar ist auch er attraktiv und hat hier keine kleine Rolle, doch fehlt ihm die Ausstrahlung eines Clive Owen, so dass er die ganze Zeit eher in dessen 'Schatten' agiert, bzw. etwas unscheinbar wirkt.

 


Collage aus Filmszenen, Guinevere, Lancelot und Arthur
Collage aus Filmszenen, Guinevere, Lancelot und Arthur

 

Um noch einmal auf den Anfang des Filmes zu kommen; im Directors Cut wird Arthur als kleiner Junge gezeigt, dem sein Ziehvater 'Pelagius' die von den Römern gerade eingeschleppten zwangsrekrutierten Sarmater vorstellt und ihm erklärt, dass er in Zukunft diese Jungen als seine Ritter befehligen wird...Dann kommt eine Einblendung '15 Jahre später' und zeigt den ganzen Trupp nun bereits erwachsen und als gestandene Ritter, die schon 15 Jahre gekämpft haben sollen...

Also wenn man von einem ca. achtjährigen Arthur am Anfang ausgeht und 15 Jahre dazuzählt weiß selbst der Dümmste, dass es nicht sein kann, dass diese Ritter 15 Jahre gekämpft haben. Schließlich war Arthur angeblich in diesem Zeitraum in Rom, wurde zum Heerführer ausgebildet, mußte ersteinmal wieder zurück nach Britannien und als man ihn dann 15 Jahre später zeigt, hätte er so Anfang, Mitte Zwanzig sein und gerade anfangen müssen mit seiner Aufgabe in Britannien. Was wir hier aber sehen sind Herren  aller Altersgrupen, von ca.25 aufwärts bis 40 - und Arthur, zuvor als Kind noch jünger aussehend, als der bereits etwa 15jährige Lancelot, wirkt nun um einiges älter und ist es wohl auch...natürlich kein allzu wichtiger Bestandteil, doch man ärgert sich, dass selbst bei dieser einfachen Rechnung bzw. Szene schon soviel Oberflächlichkeit der Filmemacher an den Tag gelegt wird. Wenn schon, dann sollte man solch ein teures und aufwändiges Projekt sorgfältiger durchdenken und sich später nicht wundern, dass so etwas beim größten Teil des Publikums durchfällt...! Zumal diese Szene eigentlich sowieso überflüssig war, ganz gewiß wurde das Kind Arthur in der Realität noch nicht als zukünftiger Heerführer verplant, das wird wohl wirklich ein 'Märchen' sein. Sieht hier ganz so aus, als sei es ein mißglückter Versuch gewesen, einen Bestandteil der Artussage einzubauen, denn dort wird Arthurs' Leben ja bereits vor dessen Geburt verplant...

 

 


Collage aus Filmszenen mit Lancelot, Guinevere und Arthur
Collage aus Filmszenen mit Lancelot, Guinevere und Arthur

 

Blendet man alle Kritikpunkte aus, ist der  Film trotzdem echt  klasse, vor allem für Fans von Ritterfilmen. Er bringt durchaus den 'realen' Arthur näher, die Zeit des frühen Mittelalters auf der britischen Insel, die sich in ständigem Kampf ums Überleben gegen Eindringlinge sowie Feinde im eigenen Land erwehren muß, sowie die Landschaft (gedreht wurde in Irland) etc. wird in düster schönen Bildern dargestellt, die Kameraführung ist sehr gut und ganz phantastisch die Filmmusik von Hans Zimmer, der ja auch u.a. für 'Gladiator' u. 'Fluch der Karibik' komponierte.

 

Irgendwie ist erkennbar, dass dieser Film eindeutig auf ein männliches Publikum zugeschnitten wurde, bei diesem aber fast ausnahmslos durchfiel, während der Film bei den meisten weiblichen 'Fans' durchweg positiv punktete        ...woran das wohl liegen mag...;-)?


King Arthur Collage aus Filmszenen
King Arthur Collage aus Filmszenen