Jenseits aller Grenzen

Originaltitel: 'Beyond Borders' 

 Dritte Welt - Drama

USA 2003 / 127 Min. / FSK ab 12 Jahren

 

  Paramount Pictures & Mandalay

 

Collage aus Filmszenen mit Clive Owen und Angelina Jolie (c) Paramount Pictures
Collage aus Filmszenen mit Clive Owen und Angelina Jolie (c) Paramount Pictures

Regie: Martin Campbell

 

Drehbuch: Caspian Tredwell-Owen

 

Kamera: Phil Meheux

 

Musik: James Horne

 

Darsteller:  

 

Sarah Jordan

Nick Callahan

Charlotte Jordan

Elliott Hauser

Jan Steiger

Henry Beauford

Kat

Joss

Lawrence Beauford

Colones Gao

Hamadi

Tula

Meles

Tao

Dawit Ningpopo

 

 

 

Angelina Jolie

Clive Owen

Teri Polo 

Noah Emmerich

Yorick van Wageningen

Linus Roache

Kate Ashfield

Jamie Barlett

Timothy West

Burt Kwouk

Tumisho Masha

Nambitha Mpumlwana

Andrew French

Doan Jaroen-Ngarm Mackenzie

John Matshikiza          

 

 


Der Film:

 

Das Jahr 1984

 

Während einer Galaveranstaltung in London zugunsten der Hungerhilfe in der dritten Welt, platzt ein 'Störenfried' herein, im Schlepptau einen afrikanischen Jungen. Es handelt sich um den Arzt 'Nick Callahan' (Clive Owen), der all den versammelten Reichen und Schönen mit bitteren Worten vorwirft, nicht wirklich etwas für die Hungerhilfe zu tun, sondern in erster Linie gehe es ihnen um die Party, die sie dafür feiern. Dr. Callahan ist Entwicklungshelfer und befindet sich im Dauereinsatz überall auf der Welt. Sein momentaner Einsatzort ist Afrika und der Initiator der Gala, Henry Beauford (Linus Roache) ein reicher Industrieller, hat ihm die Gelder gestrichen, so dass er nicht mehr weiß, woher er Medikamente und Nahrungsmittel bekommen soll. Natürlich ist er mehr als wütend darüber, vor allem als er den Glanz der versammelten Gäste sieht. Auf der Gala befindet sich auch die junge Amerikanerin Sarah Jordan (Angelina Jolie), Beaufords Schwiegertochter, mit ihrem Mann und ihrer Schwester, einer amerikanischen Journalistin (Teri Polo). Jemand aus der entsetzt versammelten Gästeschar, wirft Dr. Callahan eine Banane vor die Füße, worüber alle lachen können, nur drei nicht, Sarah, ihre Schwester und ihr Mann. 

 

Sarah ist beeindruckt von dem resoluten Auftritt des attraktiven Arztes und beschließt schließlich all ihre Ersparnisse zusammenzukratzen und ihm mit vier LKW's voll Medikamenten und Nahrungsmitteln nach Afrika nachzureisen. Sehr freudig empfangen wird sie nicht, denn 'Nick' sieht in ihr zunächst einmal nur die reiche Wichtigtuerin. Er nimmt ihre Spende zwar an, doch ansonsten sieht es so aus, als wolle er sie so schnell wie möglich wieder loswerden. Sarah ist entsetzt über die ruppige Art des Arztes, nicht nur wie er mit ihr umgeht, sondern vor allem über seine scheinbar gnadenlose Behandlung seiner Patienten, die er ihrer Meinung nach viel zu schnell aufgibt, wenn Hilfe aussichtslos scheint. Er versucht ihr klar zu machen, dass er 30.000 Menschen zu betreuen hat und sich ohne jegliche Ausrüstung nicht um hoffnungslose Fälle kümmern kann.

 

Sarah freundet sich mit Nick's Freund und Helfer Elliott (Noah Emmerich) an, der ihr freundlich alles zeigt und erklärt, ebenso Nick's Verhalten, was Sarah hilft zu verstehen und durchzuhalten. Schließlich kann sie Dr. Callahan von ihrer ehrlichen Absicht nur helfen zu wollen, überzeugen und zusammen mit ihm gelingt es ihr sogar ein zuvor als hoffnungslosen Fall eingestuftes Kind, zu retten.

 

Schließlich muß sie zurück nach England, doch als sie sich am Vorabend von Nick (in den sie sich längst verliebt hat) verabschieden will, reagiert er wieder abweisend. Als sie ihn zur Rede stellt warum er so ist, schüttet er ihr schließlich sein Herz aus und gesteht ihr unter Tränen wie sehr ihn das Elend jener, die er nicht retten kann mitnimmt, und dass er sich nur aufgrund dessen seine 'harte Schale' zugelegt hat, sonst könne er nicht weitermachen.

 

Am nächsten Tag reist Sarah ab, sie verabschiedet sich nicht mehr von Nick, aus Angst, dass sie dann nicht zu ihrem Mann nach England zurückkehren kann.

 

Clive Owen als Nick Callahan - Filmszene (c) Paramount Pictures
Clive Owen als Nick Callahan - Filmszene (c) Paramount Pictures

Das Jahr 1989

 

Sarah ist noch immer verheiratet und hat mittlerweile einen kleinen Sohn, außerdem ist sie bei der UNHCR, Organisation für Welthungerhilfe bzw. vereinte Nationen, tätig. Zu Nick und seinen Helfern, hatte sie bislang keinen Kontakt mehr, bis eines Tages Elliott in London auftaucht und sie für weitere Medika- mententransporte um Hilfe bittet. Mittlerweile ist man in Kambodscha tätig, da das Camp in Afrika aufgelöst wurde.

 

Sarah sagt sofort zu und natürlich will sie den Transport trotz aller Gefahren selbst begleiten. Sie ahnt nicht, dass Nick und Elliott mittlerweile mit der CIA zusammenarbeiten und heimliche Waffentransporte unter die Hilfsgüter schmuggeln, allerdings nur, weil sie dafür weiterhin Unterstützung für ihr Projekt erhalten und so die 'Roten Kmer' bei Laune halten, ohne deren Schutz sie alles aufgeben müßten.

 

Das Wiedersehen mit Nick in Vietnam fällt freudiger aus als erwartet. Diesmal empfängt er sie mit offenen Armen und zusammen machen sie sich auf, den Hilfstransport durchs Land an die Grenze von Kambodscha zu befördern. Unterwegs werden sie von vietnamesischen Soldaten aufgehalten, die natürlich die Waffen finden, konfizieren und Nick eine Abreibung verpassen. Da der oberste Offizier ihn kennt und er ihm zuvor viel Geld gab, verschont dieser ihn und läßt ihn mit dem Rest der Hilfsgüter weiterziehen. Sarah ist entsetzt von der Waffenlieferung, doch Nick kann sie schließlich davon überzeugen, dass er ohne diese illegalen Aktionen gleich aufgeben könne. Im Camp angekommen, kommt es gleich zum nächsten Eklat, denn hier sind die 'Roten Kmer' sauer, dass sie ihre Waffen nicht bekommen. Es kommt zu einer wilden Auseinandersetzung, bei der die Campinsassen die Handvoll Soldaten zwar überwältigen können, doch Elliot kommt dabei ums Leben.

 

Das ganze Camp macht sich nun auf und flüchtet in einem langen Treck durch Dschungel und Berge ins viele Kilometer entfernt liegende nächste Camp hinter der sicheren thailändischen Grenze. Die Flucht gelingt mit Mühe und Not. Obwohl Sarah sich danach sehnt, hat Nick sie noch nicht ein einziges Mal 'angerührt'. Also sucht sie ihn kurzentschlossen am Abend nach der Ankunft in Sicherheit in seiner Unterkunft auf und findet ihn in tiefer Trauer um seinen Freund Elliott vor. Sie versucht ihn zu trösten und gesteht ihm schließlich ihre Liebe, die all die Jahre nicht nachgelassen hat. Nick zögert nicht lange, er erwidert ihr Geständnis, da es ihm ähnlich ergeht, er aber Rücksicht auf ihren familiären Stand genommen hatte. Nun aber bricht alles zusammen wie ein Kartenhaus und die beiden verbringen zusammen eine Nacht. Allerdings nur diese eine Nacht, denn danach gesteht er ihr, dass er nicht mit ihr zusammen bleiben kann, da er seine Mission in der dritten Welt nicht aufgeben kann, sein Leben zu gefährlich sei und er befürchte sie auch noch zu verlieren, außerdem gehöre sie zu ihrer Familie. Sarah ist verzweifelt, war sie doch fast bereit alles für ihn aufzugeben, doch sie bleibt vernünftig und wieder trennen sie sich.

 

Das Jahr 1995

 

Sarah hat inzwischen ein zweites Kind (eine Tochter) bekommen und wird zur Botschafterin der UNHCR ernannt. Während sie eine bewegende Rede hält, kommt ein verspäteter Besucher zur Versammlung und für einen Moment hat sie die Vision, es ist Nick. Sie hat ihn nicht vergessen, liebt ihn noch immer und schreibt ihm Briefe, die er aber nie beantwortet. Schließlich hält sie es nicht mehr aus und bittet ihre Schwester Charlotte (Teri Polo), die Journalistin herauszufinden, wo Nick sich aufhält. Diese findet heraus, dass er mittlerweile in Tsche- tschenien ist, warnt Sarah aber davor ihm nachzureisen, da sich das Land im Krieg befindet und es mehr als gefährlich wäre dorthin zu reisen.

 

Sarah läßt sich nicht beirren, ihre Ehe ist am Ende und wenn sie die Reise nach Tschetschenien hinter sich hat, beschließt sie, sich von ihrem Mann zu trennen.

 

Dort angekommen erwartet sie nicht nur das Grauen des Krieges, sowie tiefster Winter mit eisiger Kälte - sie wird auch mit Filmaufnahmen, die einen über den Krieg aufgebrachten Nick zeigen, konfrontiert und erlebt per Monitor mit, wie er während eines Überfalls auf seinen Aufenthaltsort entführt wird. Wieder ist er spurlos verschwunden, doch Sarah gibt nicht auf, sie will ihn suchen und finden. In ihrer Unterkunft taucht plötzlich der mysteriöse CIA-Agent Jan Steiger (Yorick van Wageningen) auf und bietet ihr an, ihr bei der Suche nach Nick zu helfen, da dieser sehr wahrscheinlich als Geisel in den Bergen gefangen gehalten wird und man ein Lösegeld für ihn erwarte...Sarah erfährt, dass Nick tiefer in Geheimdienstaffären verstrickt ist, als sie je geahnt hatte.

 

Sie macht sich schließlich mit einigen Begleitern in die verschneite, eisige Bergwelt Tschetscheniens auf und findet Nick tatsächlich in einer heruntergekommenen Holzhütte. Sein Zustand ist besorgniserregend, verletzt und halb erfroren, liegt er gefesselt fast reglos auf einem primitiven Lager. Eigentlich soll Sarah nur fünf Minuten bei ihm verweilen, doch ausgerechnet jetzt geht draußen eine wilde Schießerei los, die Hütte wird von einem umstürzenden Baum getroffen und stürzt ebenfalls zusammen. Sarah gelingt es mit viel Mühe und vor allem der Aussage, Nick habe eine Tochter, er sei Vater, ob er ihre Briefe nie bekommen habe, ihn endlich aus seinem Dämmerzustand zu reißen und zur Flucht zu bewegen. Allerdings kommen sie im tiefen Schnee nicht weit, der am Knie verletzte und stark geschwächte Arzt kommt nur langsam voran und sie werden schon wieder verfolgt.

 

Schließlich gibt Nick auf, obwohl das rettende Camp schon in Sichtweite ist, schickt er Sarah fort, damit sie überlebt. Er meint, dass man ihn lebend brauche und ihm nichts geschehen würde. Sarah rennt schließlich, und Nick versucht doch noch ihr zu folgen, da ihre Verfolger sich ihnen nicht nähern, sondern nur aus der Ferne schießen. Zweimal wird er getroffen, doch immer wieder rappelt er sich auf. Als Sarah das Drama bemerkt, dreht sie sich um und will zu ihm zurück, als es unter ihr metallisch klickt. Mit einem Mal wird ihr klar, warum ihre Verfolger auf Distanz bleiben, sie befinden sich mitten in einem Mienenfeld.

 

 

Meine Meinung:

 

Meine Filmbeschreibung ist hier länger ausgefallen als eigentlich vorgesehen, aber irgendwie kann man solch einen bewegenden Film auch nicht in Kurzform abtun.

 

Die Dreharbeiten dafür waren ja laut Special auf der DVD sehr aufwändig. Drehorte waren Namibia, Thailand und Kanada. In Namibia und Thailand wurden 'echte' Einheimische als Statisten eingesetzt. 400 brauchte man, 1000 kamen.

 

An dem Film wurde oft kritisiert, dass die Liebesgeschichte zwischen 'Nick' und 'Sarah' am Ende nur noch Hauptbestandteil war, und irgendwie und überhaupt nicht in die schrecklichen Bilder dazwischen passt. Der Meinung bin ich nicht. Gerade unter diesen extremen Bedingungen, ist es meiner Meinung nach erst wirklich ergreifend, wenn zwei Menschen doch noch Platz für Liebe zueinander haben. Außerdem hält sich die Leidenschaft über zwei Drittel des Filmes sehr zurück und wird nur angedeutet, einmal davon abgesehen, das der Film von vorneherein eine Liebesgeschichte inmitten des Elends der Welt erzählen wollte, ohne das Letztere nur noch Randerscheinung ist. Am Anfang stehen ja wirklich schockierende Bilder und vereinnahmen den Betrachter zunächst vollends. Ebenso schockierend ist das anfänglich hart anmutende Verhalten des Arztes Nick Callahan, doch später wird einem klar, dass er sich damit selbst schützt um nicht zu verzweifeln. Schon oft haben Helfer in Flüchtlingscamps der dritten Welt berichtet, dass man sich denen zuwendet, die eine Chance haben, den anderen kann man nur beim Sterben helfen, da einfach die Mittel fehlen um mehr zu tun.

 

Auf jeden Fall rüttelt der Film auf und man wird sich einmal mehr bewußt, wie gut es uns hier in unserer Glitzerwelt mit allem Luxus geht. Doch sollte man auch nicht vergessen, dass auch dies 'nur' ein Film ist und das dargestellte Elend hier nur geschickt gestellt wurde. Vielmehr beschaffte das Filmteam hier für einige Zeit hunderten Afrikanern und Thailändern für einen kurzen Zeitraum Arbeit, was ja auch nicht zu verachten ist. 

 

Davon abgesehen, rüttelte es die Schauspieler selbst auf, vor allem für Angelina Jolie und Clive Owen, war das der Schlüsselmoment, an dem sie beschlossen, sich auch nach Abschluß der Dreharbeiten intensiv für die dritte Welt einzusetzen.

 

Der Film bewegt weiterhin mit ergreifenden Bildern und starken Darstellern. Angelina Jolie wirkt hier eher zurückhaltend, obwohl sie in den meisten Filmen ja sehr dominant wirkt und an ihrer Seite fast jeden in den Schatten stellt. Nicht so in diesem Film, aber vielleicht liegt es auch einfach nur an der Rolle.

 

Interessant in einer Szene im Abschnitt 1989, als 'Sarah' in ihrem Büro der UNHCR sitzt, läuft im Hintergrund ein Fernseher in dem ihre Schwester den Fall der Berliner Mauer kommentiert.

 

Ich weiß nicht wie es mit Angelina Jolie-Fans aussieht, aber für Clive Owen - Fans ist auch dieser Film ein absolutes 'MUSS'...!

 

Was das Ende des Films betrifft, da bin ich gemein und verrate es nicht, sollte man ja auch nicht tun.