Intruders

 

Horrorthriller

USA/GB/Spain 2011

96 Min. / FSK ab 16

Antena 3 Films / Universal

Regie: Juan Carlos Fresnadillo

 

Alptraum schlafloser Nächte: Shadowface (Filmszene aus Intruders) Filmplakat (c) Universal
Alptraum schlafloser Nächte: Shadowface (Filmszene aus Intruders) Filmplakat (c) Universal

Darsteller:  
   
Clive Owen
John Farrow 
Carice van Houten  Susanna Farrow
Ella Purnell
Mia Farrow 
Daniel Brühl  Vater Antonio 
Kerry Fox  Dr. Rachel 
Pilar Lopéz de Ayala  Juans Mutter 
Izán Corchero  Juan
Mark Wingett  Großvater 
Ella Hunt  Ella Foster 
Lolita Chakrabarti  Dr. Roy 
Imogen Grey
Lilly 
Filmszene aus 'Intruders'
Filmszene aus 'Intruders'

Zum Film:

 

Wieder ein Film mit Rückblenden, die aber nicht betitelt werden, doch man versteht eigentlich relativ schnell (oder kann es sich denken) dass es sich beim kleinen Juan (Izán Corchero), um die Kindheit des erwachsenen John (Clive Owen) handelt.

Der liebte als Kind Horrorgeschichten und spann diese stets mit seiner Mutter (Pilar Lopéz de Ayala) weiter. Doch eines nachts verliert er den Bezug zur Realität und eine seiner gefürchtetsten Gruselgestalten sucht ihn auf: 'Schattengesicht', eine mit Kapuzenmantel verhängte Gestalt, die kein Gesicht hat und versucht dem kleinen Juan das Gesicht zu stehlen. Als dies mißlingt, da Juans Mutter durch das Geschrei ihres Sohnes aufgeschreckt ins Zimmer stürzt (natürlich sieht sie keine Schattengestalt und glaubt es sei ein Traum gewesen) und den Eindringling verscheucht. Doch 'Schattengesicht' kehrt von nun an fast jede Nacht zurück und versucht Juan sogar zu entführen. Auch dies mißlingt, da Juan sich vehement zu wehren versteht, obwohl die Gestalt ihn schon auf das vor dem Wohnhaus befindliche Baugerüst zerrte. Schließlich erfährt der ansässige Priester (Daniel Brühl) davon, glaubt Juan sei besessen und versucht ihm zu helfen, was aber auch diesem nicht gelingt.

 

Zwischendurch wird dann stets der mittlerweile erwachsene Juan (John) eingeblendet, der glücklich mit Frau Susanna (Carice van Houten) und der zwölfjährigen Tochter Mia (Ella Purnell) in der Nähe von London in einem schmucken Eigenheim lebt und sich zunächst nicht mehr an die Alptäume erinnert.

 

Die Erinnerung erwacht erst durch einen Beinaheabsturz eines Arbeitskollegen vom Dach eines Hochhauses und schließlich durch Mias  seltsame Alpträume, die ihr zunehmend den Schlaf rauben. Sie erzählt ihrem Vater zunächst nicht, dass sie in einem alten Baum ein Holzkistchen mit einem verwitterten Zettel, auf dem die Geschichte einer seltsamen Gestalt ohne Gesicht geschrieben steht, gefunden hatte. Sie benutzt den Brief als Aufsatz für die Schule, allerdings hat er kein Ende und die Lehrerin trug ihr auf, ihn zuende zu schreiben - fatal für Mia, denn nun erwachen ihre Alpträume. Sie erzählt ihrem Vater auch nicht, dass sie von 'Schattengesicht' aufgesucht wird, der ihr so real erscheint, dass sie nicht mehr von Traum und Wirklichkeit unterscheiden kann. Doch ihr Vater ahnt bereits was sie plagt, hatte er in seiner eigenen Kindheit doch ähnlich realistische Alpträume. Und deshalb führt er seine Tochter eines nachts ins Gartenhäuschen, baut aus einem alten Kapuzenanzug und Stiefeln 'Schattengesicht' nach und zündet ihn an. Mit der Verbrennung hofft er  Mias Alptraum zu vernichten, sowie seine eigenen Ängste, dass jene Gestalt auch für ihn wieder sichtbar werden könnte. Natürlich werden die beiden von einer aufgeregten Ehefrau und Mutter gestört, die verständlicherweise keinerlei Verständnis dafür hat, dass ihr Mann mitten in der Nacht ein kleines Inferno im Garten entfacht.

 

Geholfen hat es ohnehin nichts, Mia wird weiterhin von ihren realistischen Alpträumen geplagt und als 'Schattengesicht' eines nachts wieder in ihrem Kleiderschrank lauert, stellt sie erleichtert fest, dass ihr zu Hilfe eilender Vater die Gruselgestalt ebenfalls sieht und ihr glaubt, dass sie echt ist. Die Familie unternimmt schließlich alles Erdenkliche, um den vermeintlichen, nächtlichen Besucher bzw. Einbrecher fernzuhalten: Alarmanlagen werden installiert, Kameras aufgestellt, sogar die Polizei wird verständigt - doch wie durch Zauberhand, steht die Horrorgestalt jede Nacht erneut in Mias Zimmer und versucht, wie schon damals beim kleinen Juan (John) deren Gesicht zu rauben.

 

Als sich John eines Tages in Mias Schrank versteckt, beobachtet er seine Tochter beim Aufsatz schreiben und entdeckt den alten, verwischten Zettel, den Mia in dem Baum gefunden hat. Nun wird ihm alles klar und seine eigene Kindheit, samt Alpträumen erwacht zu neuem Leben. Er selbst war es gewesen, der einst seine 'Erlebnisse mit Schattengesicht' aufschrieb und den Zettel samt Kästchen in dem Astloch des Baumes versenkte und somit den nächtlichen Quälgeist loswurde. Seine Tochter hatte ihn mit ihrem Fund wieder zum Leben erweckt. Mittlerweile kann John 'Schattengesicht' so klar sehen wie Mia und auch spüren. Er greift ihn an, bekämpft und verjagt ihn allnächtlich aus dem Haus, doch die Kamerabilder zeigen nur, wie er gegen ein Phantom kämpft, also gegen etwas, das nur er und Mia sehen können, nicht aber alle anderen. Vater und Tochter begeben sich schließlich in psychiatrische Behandlung, wobei festgestellt wird, dass der Vater seine Traumata auf die Tochter überträgt, ihr sie sozusagen 'vererbt' hat. Hilfe kann es nur geben, wenn Vater und Tochter auf der Stelle getrennt werden - ein neues Traumata für John, aber auch für Mia, die ihren Vater sehr liebt und an ihm hängt.

 

In seiner Verzweiflung wendet sich John an seine Mutter, die noch lebt und befragt sie über seine Kindheit. Die Mutter rückt nach langem Zögern endlich mit der Wahrheit heraus: Johns Vater, der von seiner Mutter getrennt lebte, hatte in dessen Kindheit immer wieder versucht ihn zu entführen, was ihm auch beinahe gelungen wäre. Schließlich geriet er mit diesem auf das Baugerüst vor dem Haus, und nach langem Gerangel, stürzte sein Vater in den Tod. John gab sich unbewußt die Schuld daran und wurde fortan von jener allzu realistischen Traumgestalt geplagt. Da er eine innige Beziehung zu seiner Tochter hat, übertrug er diese Traumata auch auf diese (was nicht wirklich überzeugen kann). Er vernichtet den Zettel aus dem Baum und von nun an hoffen Vater und Tochter auf eine Zukunft ohne Schattengesicht in der Nacht.

 

 

Meine Meinung:

 

Diese Geschichte könnte fast aus der Feder von Stephen King stammen, denn auch hier geht es um die tiefsten Ängste der Menschen, dass eine Alptraumgestalt zur echten Bedrohung werden kann.

Dabei wird es hier raffiniert genug dargestellt, dass man sich die ganze Zeit fragt, ob die Gestalt in der dunklen Ecke nun echt ist oder doch nur ein Traum. Oder ist sie gar nur für zwei Personen, nämlich für Mia und ihren Vater sichtbar? Vielleicht eine Art Alien...

Das wäre teilweise vielleicht sogar spannender gewesen, als die seltsame Übertragung von Träumen zwischen zwei Personen. Dabei muß man auch hier wieder gut aufpassen um die Zusammenhänge mitzubekommen - also nichts für verwöhnte Horrorfilmfans. Dabei kann man es eigentlich noch nicht einmal wirklich als Horrorfilm bezeichnen, wohl eher als ein etwas entartetes Drama, wobei es wieder einmal um Vater und Tochter geht. Gruselige Momente kommen aber trotzdem auf, z.B. jedesmal, wenn Mia (und auch der kleine Juan) nachts aufwacht und auf ihren Schrank starrt (ist er nun drin oder nicht?). Unrealistisch ist da eher die Übertragung des Traumatas von Vater auf Tochter, da wäre es sinnvoller gewesen, wenn nur der Vater allein dagegen zu kämpfen gehabt hätte. Dieses Einbauen einer Tochter im Teeniealter wirkt dann doch etwas klischeehaft, soll dem Film wohl zusätzlich Spannung verleihen, erreicht aber das Gegenteil damit. Ein handfestes Psychodrama nur mit dem Vater, der sich vielleicht dann zusätzlich noch gegen Familie und Umwelt durchzusetzen hat, wäre genau das gewesen, was Clive Owen gut steht. Wenn er aber wieder den etwas biederen Famlienvater spielen muß, wirkt er wie schon in 'Trust', gebremst. Regisseure und Drehbuchautoren sollten sich vielleicht manchmal mehr mit ihren Hauptdarstellern befassen, vielleicht können sie diese dann besser einsetzen, bzw. ihnen die Rollen auf den Leib schneidern, das hier zumindest ist leider die Verschwendung eines Stars, der ansonsten in dramatischen Rollen brillant ist.

Nichtsdestotrotz ist der Film verglichen mit so manch' anderem Thriller (auch besetzt mit Stars) noch sehenswert. Allerdings würde ich Clive so langsam mal wieder in einem wirklich guten, bzw. zu ihm passenden Film sehen.

 

 

Fazit:

 

Durchaus sehenswert, wohl wieder einmal Dank Clive Owen :-)