Hautnah

 

 

Originaltitel: 'Closer'

         Drama nach dem preisgekröntem Theaterstück

von Patrick Marber

                          USA 2004 / Länge: 104 Min / FSK ab 12 Jahren

 

Collage aus Filmszenen (c) Columbia Pictures
Collage aus Filmszenen (c) Columbia Pictures

Regie: Mike Nichols

 

Kamera: Stephen Goldblatt

 

Drehbuch: Patrick Marber

 

 

Darsteller:

 

Anna: Julia Roberts

 

Daniel (Dan): Jude Law

 

Alice (Jane): Natalie Portman

 

Larry: Clive Owen

 

Taxifahrer: Colin Stinton

 

 

 

Der Film:

 

Man hätte es auch 'Partnertausch' nennen können...Zwei Paare, die sich gegenseitig ineinander verlieben und am Ende versuchen wieder zusammenzukommen. 

 

Der Schriftsteller Daniel 'Dan' (Jude Law) hilft der jungen Stripperin Alice (die eigentlich Jane heißt) (Natalie Portman)  nach einem Autounfall und verliebt sich in sie. Sie werden ein Paar, Alice wechselt zunächst den Beruf und jobbt fortan als Kellnerin. Monate später lernt Dan bei einem Fototermin die geschiedene Fotografin Anna (Julia Roberts) kennen und verliebt sich abermals, diesmal in sie. Diese läßt ihn aber zunächst abblitzen, als sie erfährt, dass er in einer festen Beziehung mit Alice lebt. Daniel ist frustiert und beim Chatten im Internet stößt er auf den Arzt Larry (Clive Owen) und gibt sich vor diesem als Anna aus. Nach einem ziemlich heißen Chat, will sich der coole Larry unbedingt mit Anna treffen und Dan verabredet sich mit ihm in einem Aquazoo. (Natürlich hat er nicht vor hinzugehen)

 

Er ahnt allerdings nicht, dass sich die echte Anna tatsächlich rein zufällig am Treffpunkt zur richtigen Zeit aufhält. Larry, der das Treffen einhält, spricht auch die richtige Person gleich an und blamiert sich ersteinmal gründlich, doch dann ahnt Anna 'Böses', nämlich dass jemand ihren Namen im Chat benutzt hat und sie kann sich sogar denken wer der Übeltäter war. Daniel derweil hat sich da selbst eine Grube gegraben, denn Anna verliebt sich in Larry und wenig später heiraten sie sogar.

 

Monate später:

 

Beide Paare treffen während einer Fotovernissage Anna's aufeinander. Dabei lernt Larry Alice kennen und Anna beginnt eine heimliche Beziehung mit Dan.

 

Wieder Monate später:

 

Larry kommt von einer Geschäftsreise nach Hause und erfährt, dass Anna sich von ihm trennen will, da sie eine Beziehung mit Dan hat. Gleichzeitig wollen sich auch Alice und Dan trennen. Dan steckt in einer tiefen Krise, er liebt beide Frauen, will am liebsten auf keine verzichten.

 

Anna und Larry derweil haben eine eine ziemlich schonungslose Aussprache und trennen sich gleichfalls.

 

Larry ist verzweifelt und sucht Trost in einem Night-Club. Dort begegnet er Alice, die mittlerweile wieder als Stripperin arbeitet. Er verliebt sich in Alice, und versucht sie zu verführen.

 

Weitere vier Monate später, trifft sich Anna mit Larry um von ihm eine Unterschrift auf den Scheidungspapieren zu bekommen. Dieser aber hat sich dazu entschlossen, um seine Frau zu kämpfen und verlangt von ihr eine letzte Liebesnacht, erst dann unterschreibt er.

 

Dan später bemerkt Anna's seltsames Verhalten und ahnt, dass sie noch immer Larry liebt. Er stellt erst sie und dann Larry selbst zur Rede, dabei merkt er, dass er eigentlich noch Alice liebt.

 

Larry, der gehörnte Ehemann aber hat Rache im Sinn und gesteht ihm, dass er Alice in jener Nacht im Club verführte.

 

Das wurmt Dan. Obwohl er wieder mit Alice zusammenfindet, läßt ihm jene letzte Aussage von Larry keine Ruhe. Er bohrt so lange nach, bis ihm auch Alice die Wahrheit gesteht. Der Preis dafür allerdings ist hoch...Alice verläßt ihn nun endgültig und der Mann der zuvor beide Frauen haben wollte, hat nun gar keine mehr, Larry und Anna aber sind wieder ein glückliches Paar.

 

Meine Meinung:

 

 

Gleichfalls ein extravaganter, ungewöhnlicher Film... (Ist bei Filmen mit Clive Owen ja nichts Neues ;-))

 

Warum? Also.

 

Zwei Welten treffen aufeinander, Arzt und erfolgreiche Fotografin, erfolgloser Schriftsteller und Stripperin.

 

Jeder schnuppert in der Welt des anderen und in ihrem Kampf um den scheinbar verlorenen Partner finden sich doch alle auf einem Niveau wieder. 

 

Die ganze Geschichte ist unkomplizierter als sie vielleicht klingt, und lebt hauptsächlich von den fast schockierend schonungslosen Dialogen zwischen den Betroffenen und genau das ist hier das Außergewöhnliche bzw. Extravagante. 

 

Dass der Film ab 12 freigegeben ist, wundert mich doch sehr; na gut es wird nichts Schlimmes gezeigt, obwohl die Einlage von Natalie Portman und Clive Owen im Stripper-Club schon hart an der Grenze ist, aber auch die teilweise hammerharten Wortwechsel sind nicht ohne und es geht natürlich die ganze Zeit um Sex und Liebe... Im wahrsten Sinne des Wortes, sind die Worte hier so 'Hautnah' dass gar nicht viel gezeigt werden muß, man kann sich alles schon aufgrund der Wortwechsel vorstellen. Interessant auch, wie allein durch Neugier und Worte der eigentliche Übeltäter Dan am Ende alles verliert.

 

Alle vier Stars sind zwar stark in ihrer Rolle, aber nichtsdestotrotz wirken Jude Law und Julia Roberts ein wenig blass gegenüber den beiden 'Nebendarstellern' (die eigentlich keine sind...) Clive Owen und Natalie Portman, die hier auch als die eigentlich Unschuldigen, da Betrogenen, agieren und die beiden Hauptdarsteller geradezu an die Wand spielen. Nicht umsonst bekamen sie für ihre Rollen in diesem Stück den 'Golden Globe', während die anderen beiden leer ausgingen. Wirklich passend und absolut überzeugend war Clive Owen (der in der Rolle des 'Dan' bereits auf der Theaterbühne stand) in der Rolle des obercoolen, etwas vulgären Arztes, der sich zeitweilig auch ganz seiner Verzweiflung hingibt. 

 

Natalie Portman ist als Stripperin einfach grandios, sie wirkt gleichzeitig anrüchig, zauberhaft und frech.

 

Julia Roberts passt als Filmpartnerin perfekt zu Clive Owen, man kann kaum verstehen, dass sie mit dem farblosen 'Dan' - Jude Law durchbrennt...;-)

 

 

 

Tolles Kompliment von Natalie Portman an ihren Kollegen Clive Owen:

 

Zitat: 'Er ist ein sehr eleganter Mann, der so ziemlich alles bewältigen könnte, mit dem man ihn konfrontiert.'