Croupier

Thriller - Großbritannien/Deutschland 1998

                       Länge: 94 Min. / FSK: b 12 Jahren 

 Verleih: Zephir

 

Regie

Drehbuch

Kamera

Musik

Kostüme

Produzenten 

 

Darsteller:

 

Jack Manfred

Casino Chef

Bella

Jani der Viliers

Marion

Jacks Vater

 

      

Mike Hodges

Paul Mayersberg

Michael Garfarth

Simon Fisher - Turner

Caroline Harris

Jonathan Cavendish   

 

 

 

Clive Owen

David Hamilton

Kate Hardie

Alex Kingston

Gina McKee

Nicholas Ball

 

 

 


Zum Film:

 

Der erfolglose Schriftsteller Jack Manfred (Clive Owen) bekommt den Auftrag ein 'Fußballbuch' zu schreiben, was er recht lustlos angeht und schließlich auf den Tip seines Vaters (Nicholas Ball) hin, in einem Londoner Spielcasino als Croupier anfängt.

 

Man nimmt ihn gerne dort, denn schon in Jugendzeiten absolvierte er eine Croupier-Ausbildung in Südafrika.

 

Jack ist intelligent, schnell, pfiffig und nichts bringt ihn scheinbar aus der Ruhe. Doch die Regeln des Casinos sind streng; 'Kein privater Kontakt zu Spielern, kein privater Kontakt zu Mitarbeitern und Beziehungen zu weiblichen Mitarbeitern sind erst recht verboten. Ebenso wird jeder Croupier verpflichtet seine Kollegen beim Chef zu verraten sobald diese gegen Regeln verstoßen.'

 

Es dauert nicht lange und der coole Jack selbst verstößt nacheinander gegen fast alle Regeln. Doch er hat Glück, niemand aus der Chefetage bekommt es mit und von seinen Kollegen verpfeift ihn auch niemand, allerdings werden um ihn herum die Kollegen ständig ausgetauscht.

 

Während seiner Arbeit als Croupier kommt ihm die Idee darüber ein Buch zu schreiben, in das er alle seine Erlebnisse einbaut, denn davon gibt es reichlich; angefangen bei einer Prügelei mit einem Falschspieler, über die Affäre mit der reizenden Kollegin Bella (Kate Hardie), bis hin zu der Freundschaft mit Spielerin Jani (Alex Kingston).

 

Sehr zum Ärger von Lebensgefährtin Marion (Gina McKee), die seine Karriere als Croupier mißbilligt, macht er doch immer weiter und läßt sich schließlich auf einen gefährlichen Coup mit Spielerin Jani ein; diese plant das Casino zu überfallen mit Hilfe von Jack, der dafür 20.000 Pfund erhalten soll.

 

Freundin Marion kommt dahinter und warnt das Casino - was ihr selbst allerdings gar nicht bekommt.

 

Meine Meinung:

 

Hätte ich Clive Owen in diesem Film 'entdeckt' wäre er zunächst wohl noch nicht zu meinem Lieblingsfilmstar geworden, obwohl er natürlich auch hier sooo toll ist, aber eben noch nicht jenes ausgeprägte Charisma ausstrahlt, dass bei ihm mit jedem Jahr das er älter wird, mitzuwachsen scheint...;-)

 

Sehr jung, sehr glatt, sehr schmal und sogar ein wenig schlaksig wirkt er hier und am Anfang präsentiert er sich auch noch mit blond gefärbtem Haar (geht gar nicht...=O), welches aber Gott sei Dank wieder umgefärbt wird, wenn auch in ein etwas unnatürlich wirkendes Rabenschwarz. Jetzt im Nachhinein sage ich natürlich, 'Wow - Klasse - nicht schlecht der Film...' und das ist er auch eigentlich nicht, aber irgendwie hat man doch das Gefühl, das etwas fehlt.

 

Die Story ist interessant und auch die Machart: Dass die Erzählstimme im Hintergrund Jack Manfred (Clive Owen) selbst ist, der seine Geschichte quasi in der dritten Person als gnadenloser Beobachter der Personen und Geschehnisse um sich herum erzählt, denn er schreibt ja gleichzeitig ein Buch über das Erlebte, verleiht der Story immer eine gewisse Ironie.

 

Die ganze Zeit hat man das Gefühl es schwelt etwas im Hintergrund, etwas Gefährliches, Undefinierbares...da Jack ja fast alle Regeln bricht, erwartet man jederzeit ein Auffliegen seines Treibens, doch zur Erleichterung des Zuschauers hat er immer Glück. Es gibt Überraschungsmomente wie die plötzliche Schlägerei mit einem Falschspieler, oder die kurze heftige Affäre mit der zunächst unscheinbaren Bella (Kate Hardie), die sich als 'graue Maus' tarnt, es aber faustdick hinter den Ohren hat.

 

Die attraktive Jani (Alex Kingston) allerdings, hat etwas ganz anderes vor, als den jungen Croupier zu verführen und so liegen sie später tatsächlich brav nebeneinander im Bett ohne sich anzurühren. Jani hat auch ihre Gründe für Zurückhaltung, Jack ahnt nämlich nicht, dass sein Vater hinter allem steckt und ausgerechnet diesen will Jani heiraten.

Ein bisschen nervig wirkt Jack's Freundin 'Marion' (Gina McKee), die ihn ständig aus dem Millieu des Glücksspiels wieder heraus haben will, obwohl Jack niemals selbst spielt, das ist und bleibt seine Devise...aber nicht nur deshalb nervt 'Marion'. Irgendwie paßt sie nicht zu Jack, sie wirkt zu spießig, zu langweilig, ich möchte fast sagen 'zu häßlich...' denn irgendwann findet man ihr ironisches Grinsen einfach nur noch abtörnend....Jack geht es wohl ähnlich, denn er ist nichtmal groß schockiert, als er sie eines Tages im Leichenschauhaus identifizieren muß.

 

Fazit also: Sehr sehenswerter Film mit raffinierter Story, hätte allerdings eine Spur spannender sein können.