Das Phantom der Oper

Auftritt in Recklinghausen am 05. Mai 2006

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Phantom Christian Alexander Müller
Christian Alexander Müller als Phantom

Hier nun Bericht, wie ich Christian am 05. Mai 2006 bei einem Phantom-Promotionauftritt zum ersten Mal begegnete und warum er mich sofort in seinen Bann zog

Über vergangene oder noch aktuelle Lieblingsphantome möchte ich mich an dieser Stelle eigentlich nicht mehr äußern, es waren oder sind auch eigentlich jene, die die meisten schätzen und lieben und jeder echte Phantom-Fan weiß auch wer damit gemeint ist, oder nicht gemeint ist. Was die Essener Produktion angeht, gibt es da auch gar nicht so viel Auswahl, bei mir persönlich hat von den 'Großen Vier' eigentlich keiner so viel Eindruck hinterlassen, dass ich mir später große Gedanken darum gemacht hätte. Insgeheim hatte ich sowieso meine eigene Vorstellung vom Phamtom. Man besuchte die Show, fand es einmal toll, ein anderes Mal weniger (kam auf den Hauptdarsteller an), alle anderen gefielen sowieso immer. Aber mein Augenmerk richtete sich von selbst immer auf das Phantom, weil es nun mal die wichtigste Gestalt hier ist und man entsprechende Erwartungen hat. Z.B. muß Es/Er, alle anderen überstrahlen und nicht umgekehrt. Leider war das nicht immer der Fall.

Ich kehrte nach Hause zurück, sah mir zum 20.mal Joel Schumachers Filmversion an, und der wunderbare Gerard Butler blieb erstmal mein Lieblingsphantom (eigentlich unfair, denn er hatte ja "Filmvorteil"). Er dürfte hier eigentlich nicht mitgezählt werden, aber es war nun mal so, ich konnte es nicht ändern.

 

Doch dann kam ER!!

 

 

Er kam, sang und siegte!!

Christian Alexander Müller

Wie es dazu kam:

 

Am 05. Mai 2006 sollte es beim Altstadtfest in Recklinghausen einen Kurzauftritt vom 'Phantom der Oper' geben und mein Mann versuchte ungefähr eine Woche lang mich zu überreden doch mit zu kommen. Ich wollte erst nicht:

Mein geliebtes Phantom auf einer primitiven Stadtbühne? 

Im hellen Tageslicht vor all diesen 'Unwissenden'?

'Empörend!'

'Unmöglich!'

'Geht gar nicht!'

'Das Phantom gehört in die Katkomben, in die halbdunkle Athmosphäre des Theatersaales! Wie kann man es nur ans Tageslicht zerren!?'

Doch es sollte  da auch eine kleine Autogrammstunde geben und das war dann wohl doch das Zünglein an der Waage: Ich kam mit. Als es dann soweit war, verkündete die Moderatorin zwei mir völlig unbekannte Namen: Christian Müller und Martina Rumpf. "Wer ist das denn? Nie gehört! Die sollen aus Essen kommen?" Waren wir eigentlich so naiv und hatten geglaubt hier tritt jetzt irgendjemand aus der Erstbesetzung auf?  Thomas Borchert vielleicht? Oder Ian...? Oder Anne...? Oder gar Uwe...? Hatten die doch gar nicht nötig...(Hatte mich leider nie um die Zweitbesetzung geschert (schäm - passiert mir nie wieder!! Wie unverzeihlich arrogant von mir!! Sollte ich doch bald eines besseren belehrt werden!) Mein Mann reagierte richtig brutal: "Buuh, was? Die B-Jugend?" Das war mir dann doch zuviel; ich zischte ihn an er solle sich zusammenreißen (wenn das einer hörte!?)

 

Die Vorstellung begann:

Auf einer kahlen, sonnenüberfluteten Bühne trat eine strahlend schöne, aber ziemlich einsam wirkende Christine im blauen Kleid auf. Sie war stimmfest wie die meisten Christinen und während sie ihr könntest Du doch wieder bei mir sein schmetterte, wartete ich ungeduldig auf das Phantom. Ich schoß ein, zwei Fotos - Christine interressierte mich nicht sonderlich - der Song war mir noch nie so lang vorgekommen (sorry Martina, Du warst trotzdem toll!!) und ich wollte endlich diesen "geheimnisvollen Christian...  - wie hieß er noch gleich?" - hören und sehen! 

 

Und dann erschien er endlich. Sobald ich eine dunkle Gestalt mit weißer Maske erblicke, schaltet sich automatisch das 'Phantomphieber' bei mir ein, da ist alles drum herum vergessen, da war ich plötzlich sogar dankbar für den hellen Sonnenschein, der mein Phantom dort oben anstrahlte, denn so konnte ich die besten Fotos meines Lebens schießen.

 

Hektisch rannte ich mit meiner Kamera vor der Bühne auf und ab, ja darauf bedacht, nicht das Geringste zu verpassen, während sich mein Mann um die heute für ich äußerst wertvollen Filmaufnahmen kümmerte. Irgendwo durch diesen Stress drang natürlich auch Christians  außerordentlich Stimme mit 'Die Musik der Nacht'.

Nach dem Auftritt brauchte man erstmal eine Pause, essen, trinken u.s.w., was ich aber schnell links liegen ließ, als ich plötzlich schon die weiße Maske durch die Menschenmenge wandeln sah. Die Autogrammstunde begann und ich mußte dahin!!

Stieg sogar über Absperrgitter, um dieses 'überirdische' Wesen mit der Maske so bald wie möglich aus der Nähe zu sehen!

 

Hach, und da standen sie, da stand ER, 'ES' mein Phantom, so groß, so schlank, so vornehm, umgeben von einer geheimnisvollen Aura, die, wenn man sie durchdrang, alle Anwesenden ehrfürchtig verstummen ließ. Ja so war es wirklich! Hier wurde nicht gedrängelt und geschubst, hier hatte man sich zu benehmen, hier wurde fast nur geflüstert, gegebenenfalls etwas leise geraunt. Gesittet stand man eingezwängt, Schulter an Schulter, zwischen schwitzenden Menschen, die alle Autogramme haben wollten. Es waren so um die 28 Grad und sogar das Phantom schwitzte in seinem schwarzen Frack. Doch es blieb cool, ließ sich nichts anmerken, nicht einmal die sichtbare Gesichtshälfte abtupfen (was ich gerne getan hätte), lächelte ein kaum sichtbares kleines Lächeln, wünschte sich insgeheim sicher in die kühlen Katakomben des Essener Colosseums zurück und verteilte brav mit langen, schlanken Fingern Autogramme.

 

 

Christine daneben strahlte, schwitzte scheinbar überhaupt nicht und war stolz auf ihr schönes Phantom.

Phantomautogrammstunde mit 'Phantom' Christian Müller und 'Christine' Martina Rumpf
Phantomautogrammstunde mit 'Phantom' Christian Müller und 'Christine' Martina Rumpf

Aber jung sah er aus! Sehr jung! Ich dachte, wie alt ist der denn? Gerade mal 20? Und dann so eine Stimme? Unglaublich. (Nun ja, inzwischen wissen wir alle, dass er ein wenig, wenn auch nicht bewegend, älter ist.)

Ich bekam mit, dass viele sich eine Art Widmung auf ihre Programme etc. schreiben ließen, z.B.: 'Für Anja'... Ich überlegte fieberhaft, was ich denn für einen Namen nennen sollte, etwa meinen? 'Für Angelika' - 'Nein!' unmöglich, wie hörte sich das denn an? Warum mußten mir meine Eltern bloß diesen altmodischen Namen verpassen?! Warum merkte ich erst heute, dass er 'altmodisch' war? Ich dachte an meine Tochter, die das Phantom ja auch sehr mag und schon vile Lieder mitsingt. 'Ja, das war die Idee!!'

Dann war ich endlich dran, mein Herz hämmerte, das Phantom (wie es hieß, hatte ich nun komplett vergessen) sah mich an! Ich wurde wahrgenommen... vom Phantom! Konnte es sein, dass Christine ein bisschen eifersüchtig guckte? Ich legte mein Programm in Form einer Maske vor und stammelte: 'Für... (Name meiner Tochter)'. Ich blieb wie ein Fels in der Brandung stehen, bis ich mindestens drei verschiedene Autogramme in Händen hielt, bedankte mich brav, bemühte mich redlich cool zu bleiben, während ich mich mit einem 'Tschüss!' verabschiedete, umdrehte, nicht mit einer Antwort rechnend - und in meinem Rücken ein langgezogenes, glockenklares 'Tschüüüüsss!' vernahm!

'Huuuch!', das Phantom hatte 'Tschüss' zu mir gesagt, ich war überwältigt und wedelte stolz mit meinen Errungenschaften (alle inzwischen eingerahmt) in Richtung meines wartenden 'Anhanges'.

 

Mein Mann, der zuvor Mühe hatte mich hierher zu bekommen, hatte nun Mühe, mich hier wieder weg zu kriegen. Aber er hatte inzwischen noch ein paar tolle Fotos geschossen, die ich so nie hin bekommen hätte. Da er so groß ist (über 2 m) konnte er Christian fast aus der Vogelperspektive ablichten. 

Ich hätte nur die Köpfe anderer Leute davor gehabt. Mittlerweile hat er dieses ganze Unterfangen wohl doch schon ein bisschen bereut.

Zuhause wurde sofort das Programm der Stage Entertainement herausgesucht und geblättert: 'Wo ist er denn? Ah, Ensemble Swing, 2. Besetzung für Raoul und das Phantom und noch einige andere, Vielseitig dieser Mann - und den lässt man in der 2. Besetzung herumspuken, während andere...ich rede lieber nicht weiter... (waren die denn alle taub und blind?) 

 

Ich schrieb es ihm sogar, ich glaubte an ihn, hoffte inständig, dass er vielleicht ein Chance bekam, wenn sich die großen Stars verabschiedet hätten...

Alle sprachen und schwärmten nur von Thomas, von Ian, von Uwe... und wenn ich dann leise sagte: ' Christian' wurde ich nur mit Fragezeichen in den Augen angesehen.

 

'Christian Müller? Wer ist das denn? Ach so der... den habe ich doch letzten Samstag als Raoul...'

Ich hatte leider nie das Glück, verflixt nochmal - ich sah alles und jeden, nur nie Christian!! Weder als Raoul, noch als sonstwen und als Phantom schon gar nicht!! Das erschien mir fast schon wie ein Fluch, wie ein Wunschtraum, der unerfüllbar, ja unvorstellbar war. Mein Mann begann herumzuzicken - 'Ich will nicht mehr! Ich gehe nicht mehr mit! Ich bin doch kein Millionär, außerdem muss ich das nicht hundert Mal sehen!!' 

Im Foyer des Colosseums beschwerte er sich darüber, dass es vorher keine sicheren Besetzungslisten gab, er wolle endlich 'Christian sehen, seine Frau ruiniere ihn langsam aber sicher u.s.w.

Ich versteckte mich derweil...

 

Nach langen Monaten dann die erlösende, sensationelle Nachricht:

'Christian Alexander Müller ist die Erstbesetzung!' Na bitte, geht doch, ich hatte mich nicht verrannt, vertan, verhört, verguckt! Mein Gespür hatte mich nicht verlassen! Ich glaubte an ihn.

Jetzt fehlte nur noch eins zu meinem Phantomglück: Ich mußte ihn endlich einma auf der wahren Bühne sehen!

Christian Alexander Müller als Phantom
Christian Alexander Müller als Phantom

Der große Tag

COLOSSEUM ESSEN 15.Oktober 2006 14.30 Uhr

Fast sofort wurden Karten geordert. Obwohl 6 Wochen vorher, so war doch bis Reihe 20 schon alles besetzt, zumindest in der Mitte! (ärger, ärger!). Mein Lieblingsplatz befindet sich eigentlich in Reihe 7, genau unterm Kronleuchter und ausgerechnet jetzt, wo ich Christian sehen wollte sollte ich in Reihe 20 sitzen!

 

Aber ging nicht anders, meine Schwester mit Mann wollte mitkommen und die konnten leider nur an diesem Tag. Nun gut, so schlimm war das auch nicht, ich konnte ja zur Not mein Opernglas einpacken. Oder einfach nochmal kommen...

 

Als es endlich soweit war, betete ich innerlich: 'Bitte, bitte, jedesmal bekam ich hier die Erstbesetzung beschert, während ich eigentlich die Zweite wollte, jetzt lass es bloß nicht umgekehrt sein!' Das wäre nämlich genau das, was nur mir passieren könnte: Jetzt war Christian in der Erstbesetzung und genau an diesem Tag würde die Zweitbesetzung spielen...!

 

Ich wagte kaum zu atmen, als ich das Foyer des Theaters betrat und mein Adlerblick auf die ausliegenden Besetzungslisten fiel. Schon aus der Ferne erkannte ich verschwommen einen ziemlich langen Namen und je näher ich kam, um so klarer nahm dieser Name Gestalt an. Ich riss eines dieser Blätter an mich und begrüßte erst dann den guten Mann hinter der Theke, der schon amüsiert grinste. Ich las: 'Das Phantom - CHRISTIAN ALEXANDER MÜLLER! Ich konnte mein Glück kaum fassen, hätte alle hier umarmen können, endlich, endlich, würde ich Christian auch mal auf dieser Bühne als Phantom sehen: Christian mit Hut und Mantel,  Christian der hinter dem Spiegel erschien, Christian als 'Roter Tod'...

 

'Und ist der Richtige dabei?', hörte ich wie durch eine Nebelwand meine noch ahnungslose Schwester fragen. Ich konnte nur nicken und auf den Namen tippen, sie ahnte ja wirklich nicht, was für ein unfassbares Glück sie hatte! Das erste Mal ins Phantom und schon einen Volltreffer! Und Martina war auch wieder die Christine. Sie hatte ich inzwischen aber schon öfter gesehen und sie kam mir fast schon vor wie eine 'alte Bekannte'. Ich hätte gerne mal Anne Görner gesehen (leider noch kein Glück gehabt), aber nun gut, so hatte ich meine beiden Lieblinge aus Recklinghausen ja wieder beisammen.

Obwohl die Aufführung eigentlich immer toll ist, sich eigentlich kaum noch steigern kann, so erfuhr ich an diesem Tag, dass es sehr wohl noch möglich ist!

 

Christian war einzigartig, großartig, fantastisch, sensationell!! Ich hatte eigentlich auch nichts anderes erwartet. Noch nie zuvor hatte ich die Show so derart genossen! Christian spielt nicht nur das Phantom - er IST das Phantom. Er machte alles genauso, wie ich es mir immer vorgestellt hatte und niemand vor ihm war meinen Ansprüchen wirklich gerecht geworden. Es gab in meiner Laufbahn als 'Phantomphan', sehr gute und leider auch weniger gute Phantome, doch Christian ist, das wusste ich jetzt, zumindest für mich persönlich das beste Phantom, dass ich je gesehen habe.

 

Und die Kritiken über ihn beweisen ja auch, dass ich nicht falsch liege. Das Einzige was an ihm schon Mal bemängelt wird: 'Er sieht zu jung aus für diese Rolle!' 

Meine Güte, das sollte doch wohl das Letzte sein, was einen stören könnte. Außerdem sieht man auf der Bühne sowieso nicht, wie alt der Darsteller ist, ganz gleich aus welcher Reihe. Seine Stimme zumindest ist wundervoll, auf der einen Seite sehr kraftvoll, aber an den passenden Stellen kann sie auch sehr hoch und zart sein. Eine perfekt ausgebildete Opernstimme eben, die nicht alle Phantom besitzen.

Natürlich waren viele dabei, die auch ganz toll sind und waren, aber wie gesagt, es ist mein persönliches Urteil: Christian gefällt mir am besten. Auch sein Schauspiel ist perfekt, er wirkt nicht die Spur nervös oder hektisch, bringt einige kleine neue Elemente hinein, aber alles ohne zu übertreiben. Es stimmt halt alles. Er sein ganz eigenes Phantom entwickelt.

 

Die Darsteller in den anderen Rollen waren natürlich, wie immer auch ganz wundervoll! Ich kann und möchte hier darauf jetzt nicht näher eingehen, denn hier geht es ja nur um Christian. Ich erwischte mich mehrmals selbst dabei, dass ich nur noch mit offenem Mund da saß und alles um mich herum vergessen hatte. Doch leider endet auch die schönste Vorstellung irgendwann (gerade die) und spätestens als beim Schlussapplaus Martina Rumpf auf die Bühne trat, flüsterte ich meiner Schwester zu 'Ich stehe jetzt auf!' Mich hielt nichts mehr auf meinem Platz. So viele standen noch nicht, aber als Christian auf die Bühne trat, da standen sie auf einmal alle!

Ich schrie mich heiser mit meinen Bravorufen (ob er es wohl  gehört hat?) aber da lagen schließlich 20 Reihen dazwischen. Später verließen wir den Saal mit Tränen in den Augen, vollkommen benommen und noch immer ergriffen und ich plante bereits den nächsten Besuch...

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