Das Phantom der Oper

Musical von Andrew Lloyd Webber 

Nach dem Roman von Gaston Leroux

Texte im englischen Original von

RICHARD STILGOE, TIM RICE

und MIKE BATT

ins Deutsche übersetzt von

MICHAEL KUNZE

Uraufführung 26. Januar 1986

Her Majesty's Theatre London

Wahren Ruhm erlangte 'Das Phantom der Oper'  erst wirklich mit Sir Andrew Lloyd Webbers (wurde 1992 von der englischen Queen zum Ritter geschlagen) einzigartigem Musical, das 1986 in London uraufgeführt wurde und seitdem dort bis heute, ohne Unterbrechung mit großem Erfolg läuft. Außerdem noch in New York und mit Unterbrechungen an vielen anderen Orten der Welt (Uraufführung in Deutschland/Hamburg 1990). Dem breiten Publikum war das Phantom bis dahin eher durch diverse Spielfilme bekannt, die aber zum größten Teil das Thema verfehlten und  nicht wirklich fesselten. Das schaffte erst A.L.Webber mit seiner tragisch schönen Bühnenfassung und der unvergleichlichen Musik, wobei wirklich jeder Song ein Hit ist. Besonderheit des Musicals ist außerdem dessen opernhafter Charakter, womit er dem Phantom wirklich gerecht wird. Auch seine dramatische Schlußszene mit 'der Erlösung' des entstellten Phantoms durch den Kuss der von ihm begehrten Frau, läßt natürlich niemanden kalt (während das Phantom in Spielfilmen meistens am Ende gejagt und getötet wird). Hier wird der Komponist auch dem Originalroman von Gaston Leroux mehr als gerecht. Dieser würde sich wahrscheinlich ziemlich freuen, wenn er noch erleben könnte, was aus seinem Phantom bis heute geworden ist. Drohte es einst doch schon fast im Antiquariat zu verstauben.

 

Natürlich mußte für ein Bühnenstück dieses Ausmaßes einiges verändert werden, was die Story und auch Personen betrifft - doch der Kern der Geschichte und deren Mystik bleibt bestehen und wird vor allem durch  die wunderschöne Musik und Ausstattung noch zusätzlich belebt. Sogar den Kronleuchter läßt A.L.Webber abstürzen, eines der vielen Highlights in dem Bühnenstück sowie im Roman und den meisten Filmen. Webber baute auch keine bereits bekannten Opern ein, wie es in anderen, gleichnamigen Stücken der Fall ist (das Phantom liebte ja vor allem die Oper 'Faust'), sondern komponiert einfach eigene hinein, mit Namen wie 'Hannibal', 'Il Muto' und schließlich noch die im Roman erwähnte Oper des Phantoms selbst 'Der Triumph des Don Juan', die innerhalb des Bühnenstücks sogar aufgeführt wird, mit dem Phantom selbst in der Hauptrolle - was im Roman nicht der Fall war - Eriks Oper bekam im Original niemand zu hören, außer vielleicht Christine.

 

Die wichtigsten Personen im Musical:

 

Das Phantom (Erik):

Bleibt natürlich der Dreh-und Angelpunkt, trägt hier aber nur eine weiße Halbmaske (wohl zur Erleichterung der Darsteller) mit Perücke - und dessen Entstellung mußte demnach auch anders als im Original ausfallen. Hier nur halbseitig und übertrieben dargestellt, mit aufgeschwemmten Lippen und einer Art aufgemaltem  Loch im kahlen Schädel, aber man muß ja als Zuschauer auch aus der letzten Reihe noch eine Entstellung erkennen. Mit dem Darsteller des Phantoms 'steht oder fällt' die Show, ist der Darsteller schlecht, können die anderen kaum noch etwas retten, ganz gleich wie gut sie sind. Also muß es für diese Show immer einen Hauptdarsteller geben, der schauspielerisch und sängerisch bzw. stimmlich (am besten ein Tenor oder Bariton mit klassischer Stimmfärbung) sehr hohe Anforderungen erfüllen kann, was nicht immer, aber doch meistens bisher gelang. Das Originalphantom ist vom Alter her ja eigentlich schon um die 50, im Musical ist dies nicht wichtig, sehr junge, wie auch ältere Darsteller haben hier die Chance in die Rolle zu schlüpfen, wenn sie die Anforderungen perfekt erfüllen können. Im Musical taucht der Name des Phantoms 'Erik' nicht auf.

 

Christine Daaé:

An der Originalchristine wird hier nur ihre Stellung im Ensemble verändert. Im Original ist sie bereits eine Sängerin im Chor - hier tanzt sie zunächst im Ballett mit. Allerdings müssen es bei Christine durchweg nur sehr junge, elfenhafte Darstellerinnen sein um authentisch zu wirken, natürlich gleichfalls mit hoher schauspielerischer und stimmlicher Ausdruckskraft. Neben dem Phantom ist Christine gleichfalls eine der wichtigsten Rollen, um die Glaubwürdigkeit des Stückes zu stärken.

 

Raoul de Chagny:

Mit Christines jungem Verehrer droht die Show nicht gleich zu kippen, wenn er nicht perfekt ist, aber er sollte es zumindest äußerlich und stimmlich doch auch sein. Ist seine Rolle doch eine schon ohnehin 'undankbare Rolle' da er für Phantomfans eher als 'Störenfried' gilt, so ist er am Ende doch der Sieger, der  mit Christine von dannen zieht. Seine Person ist vom Äußerlichen her wandelbar, er darf dunkelhaarig oder blond sein, lang-oder kurzhaarig - da hat es schon alle Variationen gegeben.

 

La Carlotta:

Auch sie ist wandelbar, sie darf richtig schön schrill und ein bisschen schräg singen, auch wenn das nicht heißt, dass die Darstellerin es nicht anders könnte. Gerade hier liegt ja die Kunst darin, eine 'schrille' Diva noch glaubhaft darzustellen. Sie muß gleichfalls Stimmvolumen haben, der aber jene Reinheit fehlt, die das Phantom so an Christine liebt. Die Originalcarlotta ist ja eher schon eine ältere, gesetzte Operndiva, im Musical darf sie auch mal jünger sein.

 

Ubaldo Piangi:

Das männliche (aber bessere) Gegenstück zu Carlotta heißt im Roman 'Carolus Fonta', ansonsten wird auch an ihm nicht viel verändert - er erinnert ein bisschen an Pavarotti ;-) mehr muß man dazu wohl nicht sagen.

 

Die Logenschließerin Madame Giry, im Buch nur eine Randfigur, nimmt hier sogar einen Hauptpart ein. Sie erscheint stets als streng aussehende, in schwarz gekleidete Gestalt,  in der sich aus dem Roman gleich mehere Protagonisten wiederfinden. Sie ist gleichzeitig Ballettlehrerin, Verwalterin, Meg Girys Mutter, natürlich weiterhin Logenschließerin und sie übernimmt die Aufgaben des geheimnisvollen Persers, der sich in Leroux' Roman als Eriks Freund, aber auch Aufpasser bezeichnet. (Im Musical fehlt dieser Perser komplett.) Sie zählt zu jenen Personen die am meisten verändert wurden. Bei Leroux werden einige der vorgenannten Parts von anderen Personen übernommen. Dort gibt es z.B. noch eine Primaballerina (Madame Sorelli) und einen Gesangslehrer (Gabriel) u.s.w. Singen muß Madame Giry aber nicht viel.

 

Meg Giry:

Christines Freundin und Madame Girys Tochter, gleichzeitig auch Balletttänzerin. Eine eher kleine, aber trotzdem durchaus wichtige Rolle, denn sie dient Christine stets als Freundin und  'Ventil' für deren Sorgen und Nöte.

 

Firmin und André:

Die neuen Direktoren (im Original heißen sie Armand Moncharmin und Firmin Richard) lösen hier nur einen scheidenden Direktor ab (Lefevre) - im Original sind es gleichfalls zwei (Debienne und Poligny). Was aber Nebensache ist.

 


Inhaltsangabe zum Musical (Mit Songangabe fett eingefügt):

 

1. Akt

 

Prolog

Anfang 20. Jahrhundert

Versteigerungszene auf der Bühne der Opera Garnier, die schließen mußte und nun alte Requisiten versteigert. Raoul de Chagny nimmt im Rollstuhl sitzend daran teil, er ist schon alt.

Auf der Bühne liegt der abgedeckte Kronleuchter des Zuschauersaales. Als Raoul eine Affenpuppe ersteht, die die Zimbeln schlägt wenn man sie aufzieht, kündigt der Auktionator eine Reise in die Vergangenheit an, eine Illumination:

Die Ouvertüre dröhnt los, die Abdeckungen fallen von der halbverdeckten Bühne und dem Kronleuchter, der nun aufblinkt und blitzt und spektakulär in die Höhe gezogen wird.

 

Rückblick (Das Musical beginnt):

Paris 1881

 

Die Oper 'Hannibal' (Stück im Stück) wird geprobt und gleich den neuen Direktoren vorgestellt. Die Operndiva Carlotta beginnt mit dem Song 'Denk an mich', und während sie kreischend singt, fällt das Bühnendekor herunter, das Licht flackert und an den Wänden erscheint riesenhaft der Schatten des Phantoms (gewöhnlich in Form eines großen Hutes und Umhang). Carlotta weigert sich daraufhin weiter aufzutreten und an ihrer Stelle wird das Ballettmächen Christine Daaé (sie tanzte auch zuvor im Ballett von Hannibal mit) von Madame Giry, der Ballettlehrerin und heimlichen Vertrauten des Phantoms, vorgeschlagen. Christine beginnt zunächst zögerlich, gewinnt aber immer mehr an Selbstvertrauen, die Szene verwandelt sich von einer Probe in einen echten Auftritt und Christine hat großen Erfolg, das Publikum feiert sie.

 

Im Publikum befand sich auch Raoul, Vicomte de Chagny, ein Freund aus Kindertagen, der sie wiedererkannte und sie in ihrer Garderobe aufsucht. 'Liebes Lottchen'. Er möchte mit Christine den Erfolg feiern, doch nachdem er die Garderobe verlassen hat, damit Christine sich umkleiden kann, erklingt eine geheimnisvolle Stimme und Christine weiß, das dies ihr 'Engel der Musik' ist, der zuvor monatelang nur durch die Wand zu ihr sprach und sie unterrichtete. Im Spiegel erscheint plötzlich ein maskiertes Gesicht, die Garderobentür schlägt zu (Raoul rüttelt von außen daran) und Christine ahnt, dass es nun soweit ist: Der Engel der Musik ist endlich erschienen und gekommen um sie in sein Reich zu entführen.

 

Der Spiegel öffnet sich, Nebel quillt heraus, eine Stimme lockt 'Komm zu mir Engel...', eine dunkle Gestalt ergreift Christines Hand und entführt sie in die Kellergewölbe der Oper, 'Phantom der Oper'. Mit einem Kahn bringt 'der Engel der Musik', der natürlich kein anderer als das Phantom selbst ist, Christine über einen unterirdischen See in ein faszinierendes Gewölbe, erhellt von hunderten von Kerzen. Christine hat keine Angst, sie ist eher fasziniert und neugierig. Das Phantom wirft Hut und Umhang beiseite und erklärt sich:  'Sieh ich hab' Dich vor den Thron der Musik geführt...' Dann bringt  er ihr in dem gefühlvollen Lied 'Die Musik der Nacht' seine verzweifelte Liebe dar. Christine wird von dieser einzigartigen Musik geradezu hypnotisiert und fällt in Ohnmacht. Das Phantom bettet sie bequem und setzt sich anschließend an die Orgel, um an seiner Oper 'Der Triumph des Don Juan' weiterzuschreiben.

 

Christine erwacht, 'Die Erinn'rung kommt zurück', findet das Phantom an der Orgel sitzend und reißt ihm die Maske herunter. Das Phantom flippt aus vor Wut 'Schlimmer als ein Alptraum' stürzt sich zunächst auf Christine, bedroht sie und bricht schließlich in ergreifender Verzweiflung  zusammen. Christine die zunächst Angst um ihr Leben hatte, empfindet nun tiefe Reue und Mitleid, denn das Gesicht ihres 'Engels der Musik' ist furchtbar entstellt. Sie reicht der gebrochenen Gestalt am Boden die Maske und sobald Erik (das Phantom) sie wieder aufhat, verwandelt er sich erneut in das selbstbewußte und herrische Phantom. Er schickt Christine zunächst zurück in die Oberwelt, damit sie dort weiter auftreten und für ihn singen kann.

 

Der Bühnenarbeiter Joseph Buquet macht derweil den Ballettmädchen hinter den Kulissen Angst mit Geschichten über das Phantom, das er angeblich schon ohne Maske gesehen hat 'Zauberlasso'. Madame Giry warnt ihn, dass niemand es überlebt, der so vom Phantom spricht.

 

Derweil werden die beiden Direktoren mit Briefen vom Phantom terrorisiert 'Briefe' in denen das Phantom fordert Carlotta nur noch Nebenrollen zuzuteilen und die Hauptrollen an Christine zu vergeben. Außerdem erpresst er  sie um eine hohe Geldsumme. Doch die Direktoren halten an Carlotta fest 'Primadonna'.

 

Die komödiantische Barock - Oper 'Il Muto' wird aufgeführt 'Zum Lachen dieser Narr' (Stück im Stück), und Carlotta erhält wieder die Hauptrolle, während sich Christine mit einer stummen Rolle begnügen muß. Doch mittendrin fängt Carlotta plötzlich an zu quaken wie eine Kröte, alle sind entsetzt, soch so sehr sie sich auch bemüht, es kommt immer nur ein hässliches Quaken aus ihrer Kehle. Schließlich ertönt lautes, durchdringendes Gelächter und die Stimme des Phantoms: 'Hört nur, sie singt wie eine Kröte!!' (Im Roman: ...dass der Kronleuchter herunterkommt!!) Im Buch  fällt der Kronleuchter an dieser Stelle, im Musical aber noch nicht.

 

Hektisch wird hier jetzt der 3. Akt eingeschoben, das Ballett erscheint und tanzt einen der Direktoren fast über den Haufen, doch noch während der übrigens sehr schönen Ballettszene, fällt plötzlich ein erhängter Körper aus dem Schnürboden und baumelt über der Bühne, wieder erscheint riesenhaft der Schatten des Phantoms und dessen Gelächter ist zu hören. Der Tote ist Joseph Buquet.

 

Christine und Raoul flüchten aufs Dach der Oper 'Warum so weit hinauf...?' und oben angekommen gesteht Christine Raoul ihre Erlebnisse mit dem Phantom 'Raoul ich sah ihn...' und klärt ihn auch über dessen Entstellung auf. Sie glaubt sich sicher auf dem Dach. Schließlich gestehen sich die beiden gegenseitig ihre Liebe 'Mehr will ich nicht von Dir', und Christine verlangt von Raoul, dass er sie am nächsten Tag nach der Vorstellung entführt 'Komm mit schnellen Pferden her...', doch zunächst möchte sie noch einmal für Erik singen. Die beiden verlassen das Dach wieder und ihr Gesang klingt noch lange immer leiser werdend nach.

 

Die Bühne verdunkelt sich, die darüber schwebende goldene Engelsfigur senkt sich langsam herab (im Roman versteckte sich Erik an der Statue des Apollo), eine Hand erscheint, dann die andere und schließlich hoch über den Köpfen der Zuschauer die Phantommaske. Nun weiß man: Das Phantom hat das Liebespaar belauscht und ist entsetzt über den Verrat Christines. Es klagt zunächst in einer ergreifenden Reprise von 'Mehr will ich nicht von Dir' Christine an: 'Ich war Dir ein Engel, gab Deiner Stimme Klang, doch Du hast mich verraten...' doch dann schlägt seine Anklage in eine fürchterliche Drohung um 'Nun bist Du dem Untergang geweiht' - Lautes spöttisches Gelächter erklingt, während sich das Phantom in seiner Engelsschaukel in voller Größe aufrichtet, beide Arme ausstreckt und 'HERAB!!' ausruft, und da passiert es: Der Kronleuchter stürzt unter Feuer und Blitzen auf die Bühne, der Zuschauerraum wird dunkel und nur noch das gehässige Gelächter (sich langsam entfernend) des Phantoms ist zu hören.

 

 

Pause

 

2. Akt

 

'Entr'akte' (Zwischenaktmusik)

Sechs Monate später:

 

Der Kronleuchter hängt wieder, auf der Bühne wurde eine riesige Treppe plaziert, zwei maskierte Gestalten steigen diese herab - es sind die Direktoren, die den alljährlichen, großen Maskenball der Oper eröffnen und den neuen Kronleuchter einweihen möchten. Plötzlich herrscht ein buntes Gewimmel maskierter Gestalten auf Treppe und Bühne 'Maskenball', und mittendrin Christine und Raoul, die sich erneut ewige Treue schwören. Ein stampfendes Geräusch ertönt, die bunte Gesellschaft hält schockiert inne und bildet eine Gasse auf der Treppe, durch die eine Gestalt im Kostüm des 'roten Todes' majestätisch schreitet. Sein Gesicht sieht aus wie ein Totenschädel, auf dem Kopf trägt er einen riesigen Federhut und hinter ihm schleift eine lange rote Schleppe die Stufen hinunter. 'Was erschreckt sie so Messieurs?...' Der rote Tod hält eine Mappe in Händen, die er nun einem der Direktoren zuwirft, sie als sein Manuskript seiner Oper Der Triumph des Don Juan vorstellt und verlangt, dass dieses Stück aufgeführt werden soll. Natürlich soll Christine die Hauptrolle übernehmen.

Dann tritt er an Christine heran und reißt ihr eine Halskette mit einem Ring daran vom Hals 'Diese Kette ist mein und Du gehörst zu mir!!' Dann macht er eine Handbewegung als werfe er etwas, ein greller Feuerblitz blendet alle und der Rote Tod ist durch eine Falltür verschwunden. Natürlich ist nun allen klar, dass sich das Phantom in dieser Verkleidung gezeigt hat.

 

Eine chaotische Probenszene für 'Der Triumph des Don Juan' findet statt und die Direktoren sowie der Vicomte planen damit das Phantom aus seinem Versteck zu locken um es zu töten. Christine soll der Lockvogel sein, doch sie verzweifelt daran. Einerseits hat sie Angst vor Erik, anderseits aber möchte sie ihn nicht auf diese Weise verraten 'Hier steh ich allein, was fange ich jetzt an...'

 

Christine flüchtet sich auf den Friedhof zur Gruft ihres verstorbenen Vaters 'Könntest Du doch wieder bei mir sein', was das Phantom ausnutzt, indem es plötzlich auf dem Grabmal erscheint um Christine mit seinem Gesang wieder in seinen Bann zu ziehen 'Hilfloses Kind...', doch gerade in dem Moment, als Christine nachgeben will um ihm abermals zu folgen, erscheint ein aufgebrachter Raoul und stört die Szene. Christine erwacht aus ihrer Trance und das Phantom reagiert wütend 'Bravo Monsieur...!'  'Dann soll also Krieg sein, zwischen mir und euch beiden!!' ruft es wütend hinter dem flüchtenden Paar her.

 

Wieder auf der Bühne, Polizisten sind versteckt im Zuschauerraum plaziert, Eriks Oper 'Don Juan' (Stück im Stück) soll endlich aufgeführt werden. Eine Art Zigeuneroper, in der ein eifersüchtiger Baron seine Frau testen will ob sie treu ist, wenn er verreist. Ein Freund soll sich seine Kleider anziehen und die Gattin (hier gespielt von Christine) verführen. Damit sie nicht gleich sieht wer sich ihr nähert, soll der Freund (Piangi) sein Gesicht mit einem großen Kapuzenumhang verhüllen. Niemand bemerkt, dass sich nach dem Tausch nicht der rundliche Piangi unter dem Umhang befindet, sondern eine deutlich schlankere Gestalt - natürlich das Phantom. Es hat nun Gelegenheit mit Christine zu flirten und das auch noch ganz öffentlich auf der Opernbühne. 'Von nun an gibt es kein Zurück', selbst Christine scheint den Tausch nicht bemerkt zu haben und flirtet eifrig mit, während das Phantom unter seinem Umhang sichtlich erzittert und erbebt. Allerdings haben die Feinde des Phantoms scheinbar mittlerweile dessen Anwesenheit bemerkt. Christine stockt der Atem als sie die Beamten mit Schusswaffen entdeckt und während des ergreifenden Finales des 'Don Juan' reißt sie ihrem vermeintlichen Kollegen die Kapuze vom Kopf und die bekannte Phantommaske wird sichtbar. Auch diese reißt sie ihm erneut herunter, diesmal sogar zusammen mit der Perücke, so dass das ganze fürchterliche Ausmaß von Eriks Entstellung sichtbar wird.

 

Im Publikum und auf der Bühne bricht ein Tumult los, Erik ergreift Christine erneut und entführt sie abermals in die Katakomben 'Nur hinab...'

Hinter der Bühne findet man die Leiche von Piangi.

 

Finale

 

Zurück in Eriks Versteck am unterirdischen See wirft Christine ihm vor ob er sie nun mit Gewalt nehmen möchte, während Erik ihr ihren Verrat vorwirft. Da erscheint Raoul im Kellerverlies um Christine zu retten. Natürlich kann das Phantom Raoul überwältigen, legt ihm eine Schlinge um den Hals und droht Christine damit Raoul zu töten, wenn sie ihm nicht abschwört und ihn, ihren Engel der Musik heiratet. Nach langem hin und her erhebt sich Christine schließlich 'Armes Geschöpf...' umarmt das Phantom und küßt es.

(Eine sehr ergreifende Szene)

Erik ist danach völlig durcheinander, doch der Kuß reicht ihm, er läßt Raoul frei und befiehlt ihm Christine mit dem Boot über den See in Sicherheit zu bringen. Die beiden verschwinden und ihr leiser werdendes 'Mehr will ich nicht von Dir' erklingt durch die Gewölbe, während das Phantom weinend und stammelnd zurückbleibt. (Ebenfalls äußerst ergreifend). Christine kehrt kurze Zeit später noch einmal zurück und gibt dem Phantom den Verlobungsring zurück, dann verschwindet sie wieder. Es folgt ein letztes Aufbäumen des Phantoms '...so stirbt mein Lied und die Musik der Nacht'. Während sich der Mob schon einen Weg in den Keller bahnt, setzt sich Erik in seinen Stuhl und verdeckt sich mit dem Umhang. Als wenig später Meg Giry in den Katakomben erscheint, hebt sie den Umhang an, aber der Stuhl ist leer nur eine Maske liegt noch dort, die sie aufnimmt und mit beiden Händen gen Himmel hält.

 

Ende

 

Unter der Rubrik MUSICALS findet man Berichte und Fotos zu von mir besuchten Vorstellungen. Außerdem viel von meinem Lieblingsmusical-Phantom Christian Alexander Müller