Das Phantom der Oper

Horrorfilm

USA 1989

Länge 89 Minuten

FSK ab 18

Regie: Dwight H. Little


Robert Englund als Phantom (Filmszene 1989)
Robert Englund als Phantom (Filmszene 1989)

Cast:

   
Erik Destler / Das Phantom Robert Englund
Christine Day Jill Schoelen
Richard Dutton (Raoul) Alex Hyde-White
Martin Barton Bill Nighy
La Carlotta Stephanie Lawrence
Inspector Hawkins
Terence Harvey
Sergeant Davies Nathan Lewis
Joseph Buquet Terence Beesley
Meg (New York) Molly Shannon
Meg (London) Emma Rawson
Rattenfänger Yehuda Efroni

 

Zum Film:

 

New York in der Gegenwart (was hier 1989 ist):

Die junge Sängerin Christine Day (der veränderte Nachnamen sieht auf den ersten Blick unpassend aus, doch wenn man ihn ausspricht, klingt er wie ein englisches 'Daae') sucht in einem New Yorker Archiv nach einem passendem Musikstück, das sie bei einem Casting vorzutragen gedenkt. Sie stößt auf ein angesengtes, geheimnisvolles Schriftstück mit dem Namen 'Der Triumph des Don Juan' dessen Verfasser ein 'Erik Destler', der im späten 19. Jahrhundert lebte, war und beschließt sich dieses vorzunehmen.

Als sie später auf der Bühne der Oper steht fällt plötzlich ein Gegengewicht der Bühnendekors herab, streift sie und haut sie um. Sie wird ohnmächtig und hört  eine geheimnisvolle Stimme in ihrem Kopf die sagt: 'Christine, komm zurück zu mir'. Als sie erwacht, befindet sie sich zwar immer noch auf einer Bühne, doch um sie herum wirkt alles altmodisch, und auch die Menschen kommen ihr unbekannt vor. Sie merkt schon bald, dass sie sich nicht mehr in New York, sondern in der Londoner Oper in einer anderen Zeit, nämlich im Jahr 1881 befindet. Also glaubt sie zunächst, ihr reales Leben in New York nur geträumt zu haben. Aber auch hier traf sie ein Gegengewicht und bewirkte, dass sie bewußtlos wurde.

 

Während der Bühnenarbeiter Joseph Buquet die Schuld an dem Unfall abstreitet und auf das Phantom der Oper schiebt, das schon eine Weile in dem Theater herumspukt, erholt sich Christine in ihrer Garderobe und hört wieder die geheimnisvolle Männerstimme, die sich als 'Engel der Musik' ausgibt und sie in Gesang unterrichten möchte.

Später findet ihre Gegenspielerin, die Primadonna La Carlotta die gehäutete Leiche von Jopseph Buquet im Kleiderschrank ihrer Garderobe und erleidet einen schweren Schock, so dass sie am Abend nicht auftreten kann. Ihre Rolle als 'Margarete' in 'Faust' übernimmt natürlich Christine und feiert damit einen großen Erfolg.

Auch das Phantom ist mehr als gerührt von Christines Erfolg und begibt sich in einen düsteren Gasthof, wo es Christines Erfolg heimlich allein feiert und an seiner Oper 'Der Triumph des Don Juan' weiterschreibt. Es/er wird von einer Bande Gauner belästigt, die er mit seiner düsteren Ausstrahlung gerade noch abwimmeln kann, doch später auf den Straßen von London, überfallen sie ihn zu dritt und wollen ihn ausrauben. Doch sie ahnen noch immer nicht an wen sie hier geraten sind: Mit blitzschneller Präzision schwingt das Phantom Lasso und Dolche und bringt alle drei in kurzer Zeit grausam um.

Später wird er von Prostituierten angesprochen, die er zunächst ablehnt, doch eine von ihnen ähnelt Christine und er nimmt sie mit in ein Etablissement. Als er sie nach ihrem Namen fragt und sie ihn nennt, legt er ihr nahe, dass sie diese Nacht nur Christine heißt...

 

Allerdings erleben Christine, sowie das Phantom am nächsten Tag ein böses Erwachen, denn in der Zeitungskritik kommt Christine nicht gerade gut weg. Martin Barton, der Operndirektor der mit Carlotta ein Verhältnis hat, bestach diesen um die Kritik für Christine schlecht ausfallen zu lassen.

 

Das läßt das Phantom natürlich nicht durchgehen und sucht den Kritiker heimlich in einem römischen Bad auf, wo es ihn grausam ermordet. Als die Leiche später gefunden wird, stellt man fest, dass ihr wie schon bei Buquet, die Haut abgezogen wurde.

Der Polizeiinspektor erinnert sich dabei an einen Fall, der ähnlich war und mit einem 'Phantom der Oper' zu tun hatte. Damals hieß es, dieser sei ein begabter junger Musiker und Komponist mit Namen 'Erik Destler' gewesen, sei aber nie anerkannt worden und spielte stets für wenig Geld in Spelunken und Bordellen. Schließlich erschien dem jungen Mann der Teufel in Gestalt eines Zwerges und bot ihm an, ihn unsterblich, so wie seine Musik berühmt zu machen, doch dafür mußte er sein Gesicht opfern. Außerdem könne man ihn nur vernichten, indem man seine Musik vernichte. Erik willigte ein, doch er merkte schon bald, dass er einen schweren Fehler gemacht hatte: Die Menschen liebten ihn nicht für seine Musik, sie fürchteten ihn und gruselten sich vor seinem schrecklichen Gesicht, dass wie gehäutet aussah. So blieb ihm nichts anderes übrig, als sich in der Unterwelt,   im Kellergewölbe der Oper zu verkriechen.

 

Christine derweil trauert am Grab ihres Vaters über die schlechte Zeitungskritik. Doch auf dem Friedhof versteckt sich Erik bereits und spielt eine wunderschöne Melodie auf der Geige ihres verstorbenen Vaters, womit er Christine hypnotisiert, sie in seine Kutsche lockt und mit ihr in sein unterirdisches Reich verschwindet. Der arme Richard derweil kann nur hilflos zusehen und am verschlossenen Friedhofstor rütteln.

Das Phantom ahnt nicht, dass Christine bereits mit Richard verlobt ist. Es schenkt Christine einen goldenen Ring, verbietet ihr sich mit anderen Männern einzulassen und entlässt sie wieder in die Freiheit. Christine ist zunächst fasziniert von ihrem geheimnisvollen Entführer, doch eigentlich liebt sie Richard und als sie versucht Eriks Ring vom Finger zu ziehen, ist er wie festgewachsen.

 

Erik entledigt sich in seinem Versteck währenddessen unter Schmerzen seiner Maske, indem er Stück für Stück die scheinbar mittlerweile halb festgewachsenen Hautteile herunterschneidet (gruselig) und zum ersten Mal sieht man sein wahres, grausam entstelltes Gesicht.

 

Später auf einem Maskenball belauscht er heimlich als roter Tod verkleidet, wie Christine Richard ihre Liebe gesteht. Wütend macht er sich an La Carlotta heran, die wieder fit ist und weiter aufzutreten gedenkt und bittet sie zum Tanz. Die Diva ist begeistert über ihren imposanten Verehrer und läßt sich von ihm in ihre Garderobe entführen, doch das soll sie das Leben kosten:

Als später zum Dinner gebeten wird, schwimmt ihr Kopf in der Suppenterrine, worauf Chaos und Panik ausbricht, was das Phantom im Kostüm des roten Todes ausnutzt und Christine erneut entführt.

 

Hier sieht sie dann auch zum ersten Mal sein wahres Gesicht und ihr wird klar, dass er nicht nur entstellt ist, sondern auch ein psychopathischer Mörder.

 

In der Oberwelt bekommen Richard und der Polizeiinspektor einen Tipp vom Rattenfänger der Oper, der weiß wo sich Erik versteckt und so macht sich ein Suchtrupp auf in die Unterwelt, um das Phantom zu jagen. Doch das Phantom wäre nicht das Phantom, wenn es sich so einfach fangen ließe - mit einer Anzahl ausgeklügelter Fallen und auch Selbsteinsatz, kann es den gesamten Trupp samt Richard, den Operndirektor und den Rattenfänger eliminieren. Nun ist niemand mehr da, der seine und Christines Zweisamkeit stören könnte. Doch Christine wehrt sich tapfer und wirft schließlich einen Kerzenleuchter um, der Eriks Wohnung in Brand setzt (daher später die angesengte Partitur im Archiv), ein Spiegel geht zu Bruch, Christine stürzt selbst, wird bewußtlos und als sie erwacht, befindet sie sich wieder im Jahr 1989 in New York. Sie befindet sich immer noch auf der Opernbühne, an der sie einst das Gegengewicht traf und ist umringt von Freunden, die sie sofort wiedererkennt, darunter aber auch jemand der ihr freundlich die Hand reicht und ihr aufhilft. Er stellt sich als Musikproduzent vor und obwohl er gut aussieht, kommt Christine sein Gesicht bekannt vor...

 

Mehr verrate ich jetzt nicht, das Ende kann man überall nachlesen, wenn man es wissen möchte... ;-)

 

 

Meine Meinung:

 

Dieser Film ist natürlich in erster Linie ein Horrorfilm und bedient sich der Geschichte um das Phantom der Oper - aber so schlecht wie sein Ruf ist er gar nicht und er kommt im Grunde der eigentlichen Story näher, als viele andere Verfilmungen.

Ich habe mich auch erst gesträubt mir den anzusehen, denn schon allein das Cover der DVD mit Robert Englund hat zuviel Ähnlichkeit mit 'Nightmare'.

Aber auch wenn die Geschichte, die hier in London und New York spielt, teilweise sehr an den Haaren herbeigezogen wirkt, so kommt er keinesfalls billig oder kitschig daher. Zugegeben, die ziemlich blutigen und abstrusen Horrorszenen (ein gehäuteter Joseph Buquet, der Kopf von Carlotta in der Suppe und nicht zuletzt die gruselige 'Maske' des Phantoms, die es sich aus echten Menschenhautlappen aufs Gesicht näht und zwischendurch runterschneidet) lassen Phantomfans zurückzucken, auch wenn das für heutige Horrorfilmverhältnisse eigentlich schon fast komisch ist, so kann der Film auch eine gewisse Mystik aufweisen, die in den meisten Filmen ja leider fehlt. Außerhalb der Horrorszenen besticht er durch opulente schöne Bilder, (wie die Friedhofsszene, die sonst nie in einem Spielfilm gezeigt wurde bisher, oder der Tanz des roten Todes auf dem Maskenball mit Carlotta) und auch die Musikeinlagen sind ausgiebig, was man in einem Horrorfilm eher nicht erwartet hätte. Z.B. wird auch hier die Oper 'Faust' aufgeführt und Christine darf eine ganze Weile singen, oder Eriks Geigenspiel auf dem Friedhof, während in einer düsteren Kutsche am Friedhofstor ein rotes Licht aufleuchtet um Christine einzuladen, mit zu fahren u.s.w.) - das läßt Phantomfanherzen dann doch höher schlagen, denn solche Szenen fehlen wie gesagt in allen anderen Spielfilmen ( den Musicalfilm jetzt mal ausgenommen).

 

Das Phantom selbst ist hier dann wirklich einmal eine furchteinflößende Gestalt und das nicht nur durch sein entstelltes Gesicht, sondern auch durch die gewisse Macht, die es ausstrahlt. Wer es auch angreift, es bleibt (zunächst) unbesiegbar. Trotz dieser gruseligen Maske aus Menschenhaut, fehlt doch irgendwie dann die wirkliche Maske, die man beim Phantom gewohnt ist, denn solange es seine Menschenhautmaske trägt, sieht sein Gesicht ja fast normal aus (bis auf einige Nähte). Allerdings trägt es hier ausser Hut und Umhang immer eine Art Schal über das halbe Gesicht, dass dann ein bisschen für die fehlende 'echte' Maske entschädigt. Dass Christine am Ende aber nicht bei diesem Erik bleiben wollte, ist durchaus verständlich.

 

Raoul ist hier nicht Vicomte und auch nicht Polizeiinspektor (wie in der 1943er Fassung), sondern gleich Mitbesitzer der Oper selbst und heißt Richard - was hier aber irgendwie auch Nebensache ist, im Grunde ist Raoul ja immer 'Nebensache' doch ohne ihn würde die Geschichte an Spannung verlieren, dann würde der Gegenspieler fehlen. Aber er bleibt in dieser Fassung durchgehend blass.

Dass der Handlungsort nach London und New York verlegt wurde, stört nicht wirklich, das gibt es in anderen Filmen auch (z.B. 'Das Phantom von Budapest').

In dieser Verfilmung spricht das Phantom mit Christine wirklich wieder durch die Wand, was in anderen Verfilmungen auch oft fehlt, oder nur kurz angedeutet wird und das Pendjab Lasso kommt ebenfalls hier zum Einsatz.

Dafür aber fällt ausgerechnet in dieser Horrorvariante kein Kronleuchter, was dann wieder unverständlich ist.

 

Die Horrorszenen sind nicht wirklich zahlreich, und es ist fast schade, dass die ganze Geschichte auch hier wieder im Schnelldurchlauf gezeigt wird. Ein bisschen länger hätte der Film schon sein können. Wer es nicht so gruselig mag, sollte sich lieber die geschnittene ältere Fassung ab FSK 16 ansehen, in FSK 18 wird der Film mittlerweile in Deutschland wieder in der vollen Fassung angeboten. Und wie gesagt: Wenn man bedenkt, was heute an Horrorfilmen auf dem Markt ist, da ist dieser Film hier fast harmlos, sogar der mit FSK 18.

 

Für Phantomfans die aber lieber die romantischeren Fassungen lieben, ist dieser Film überhaupt nicht geeignet, dann lieber 'Finger weg'!!

Auch hier hat das Phantom stets eine Rose für Christine parat (Filmszene 1989)
Auch hier hat das Phantom stets eine Rose für Christine parat (Filmszene 1989)