Phantom der Oper

Musikdrama

USA 1943

Länge 88 Min

FSK ab 12

Regie: Arthur Lubin



Claude Rains als Phantom 1943 (Filmszene)
Claude Rains als Phantom 1943 (Filmszene)

Cast:

   
Erique Claudin (Das Phantom)
Claude Rains
Christine Dubois
Susanna Foster
Anatole Garron
Nelson Eddy
Raoul D'Aubert
Edgar Barrier
Signor Feretti
Leo Carillo
Madame Biancarolli
Jane Farrar
Amiot J. Edward Bromberg
Lecours
Fritz Feld
Franz Liszt Fritz Leiber
u.v.a.  

 


Zum Film:

 

Nach 20 Jahren im Orchester der Pariser Opera, wird der schüchterne Violinist Erique Claudin fristlos entlassen, da er aufgrund einer tauben Hand angeblich nicht mehr gut genug spielen kann. Für ihn eine Katastrophe, denn schon seit 3 Jahren finanziert er heimlich den Gesangsunterricht für seine heimliche Liebe Christine Dubois, eine junge Opernsängerin. Dafür nimmt er in Kauf selbst ärmlich zu leben, doch nun setzt er seine ganze Hoffnung auf ein selbstkomponiertes Werk, dass er, allerdings ohne eine Kopie angefertigt zu haben, bei einem Musikverlag einreicht.

 

Allerdings muß er schon bald feststellen, dass ihn dieser Verlag gründlich betrügt: Der Verleger behauptet, seine Partitur nie erhalten zu haben, doch noch während er das sagt, erklingt aus dem Nebenraum ein Stück aus Claudins Werk. Augenscheinlich wollte der Verlag ihn betrügen und selbst damit Ruhm und Geld einsacken.

 

Zornig geht Claudin auf den Musikverleger los und erwürgt ihn. Dessen Assistentin schüttet ihm daraufhin eine Schale Säure ins Gesicht und unter Schmerzen, außerdem nun als Mörder verfolgt, flüchtet Claudin in die Kanalisation.

 

Kurze Zeit später geschehen seltsame Dinge in der Oper: Requisiten, Kostüme und Nahrungsmittel verschwinden spurlos, Christine hört eine Stimme in ihrer Garderobe und die Direktion wird mit Briefen bedroht. Jemand der sich 'Phantom der Oper' nennt, fordert bessere Rollen für Christine. Da man dies ignoriert, mischt das Phantom eines Abends heimlich ein Betäubungsmittel in das Getränk der Primadonna Biancarolli, so dass sie den zweiten Akt nicht mehr spielen kann und Christine eingesetzt wird. Die junge Sängerin feiert einen großen Erfolg, doch nach Erwachen der Rivalin, besteht diese darauf, dass Polizeichef Raoul D'Aubert (ein Verehrer von Christine), ihren Gesangspartner Anatole Garron (ebenfalls ein Verehrer von Christine) festnimmt, weil sie ihn verdächtigt. Doch D'Aubert kann Garron nichts nachweisen und muß weiter dessen Flirterei mit Christine ertragen.

 

Als die Biancarolli ein weiteres Mal aufzutreten gedenkt und sich mit ihrer Zofe in der Garderobe aufhält, erscheint plötzlich eine unheimliche maskierte Gestalt, die sie davor warnt aufzutreten. Als die Diva ihm die Maske herunterreißen will, erwürgt der Maskierte sie und ihre Zofe. Natürlich war es das Phantom, und als es aus der Garderobe flüchtet und auf den Schnürboden über der Bühne klettert, entdeckt es Garron und folgt ihm. Allerdings bemerkt das Phantom den Verfolger und bewirft ihn hinterrücks mit einem schweren Gegenstand, so dass Garron  beinahe abgestürzt wäre, sich aber im letzten Moment an einem Seil festhalten kann. Das Phantom kann entkommen.

 

Die Oper wird danach für einige Zeit geschlossen. D'Aubert fand mittlerweile eine gestohlene Büste von Christine in Claudins verlassener Wohnung und Garron erkennt sie als sein eigenes Werk wieder, das er Christine eines Tages schenken wollte. Nun macht sich  D'Aubert Gedanken über den verschwundenen Claudin und befürchtet, dass Christine in Gefahr ist.

 

Mittlerweile planen die Direktoren eine Wiedereröffnung der Oper und erhalten prompt einen Brief vom Phantom, in dem es fordert Christine die Hauptrolle in der ersten Aufführung zu geben, sonst geschieht etwas Schreckliches. Doch wieder ignoriert man den Wunsch des Phantoms und gibt einer anderen, unbekannten Sängerin die Rolle. Man plant damit allerdings auch, das Phantom so aus seinem Versteck zu locken. Außerdem soll der Komponist Franz Liszt die Partitur von Claudin spielen, da man mittlerweile ahnt, wer hinter den Anschlägen steckt.

 

Während der Aufführung ermordet das Phantom einen Darsteller und schlüpft in dessen Kostüm und Maske, so dass es sich unerkannt auf der Bühne und in der Oper bewegen kann. Es steigt zum Kronleuchter empor und sägt die ganze Vorstellung hindurch an der starken Eisenkette des Kronleuchters. Schließlich stürzt er ins Publikum und Panik bricht aus. Im allgemeinen Tumult entführt der Maskierte Christine in die Kellergewölbe der Oper und zeigt ihr den unterirdischen See. Er redet seltsam auf sie ein, so dass deutlich wird, dass er dem Wahnsinn verfallen ist.

 

Schließlich erklingt ein von ihm komponiertes Lied durch die Gewölbe, Garron hat Liszt dazu überredet dies zu spielen um den Täter aus seinem Versteck zu locken. Doch das Phantom beginnt damit, selbst auf dem Klavier zu spielen, und Christine, (die das Lied von irgendwoher zu kennen scheint) von der schönen Musik in eine Art Trance geraten, singt dazu. So müssen die Verfolger nur den Klängen in die Kellergewölbe folgen.

 

Christine erwacht aus ihrer Trance, reißt dem Phantom die Maske herunter und erkennt voller Schrecken Erique Claudin, den ehemaligen Violinisten, seine rechte Gesichtshälfte ist von der Säure schrecklich entstellt.

 

Sie kann kaum reagieren, da stürmen schon ihre beiden Verehrer in den Kellerraum und als Erique auf sie losgeht, schießt D'Aubert in die Decke, womit er einen Einsturz des Gewölbes auslöst. Die beiden Männer und Christine können sich noch gerade so retten, Claudin aber wird unter den Trümmern begraben.

 

Christine wirkt für einen Augenblick nachdenklich und etwas bestürzt, sie meint, dass sie so etwas wie Mitleid für Erique empfunden habe. Doch in der Oberwelt ist alles vergessen und sie wird ein großer Star an der Oper. Wer ihre Gesangsstunden einst bezahlt hat, weiß sie noch immer nicht. Und ihre beiden Verehrer streiten sich noch heute um sie, wenn sie nicht gestorben sind...

 

Ende

 


Meine Meinung:

 

Für die damalige Zeit war der Film bestimmt ein Renner und man muß  zugeben, dass er nicht wirklich schlecht, und  in gewisser Weise unterhaltsam ist.

Allerdings  hat man da wohl aus dem Buch kreuz und quer gewisse Grundzüge herausgepickt und dann selbst daraus eine Story konstruiert. Was hier an Komik vorhanden ist, war damals vielleicht witzig, heute wirkt es irgendwie nur noch seltsam albern und oberflächlich. Obwohl man auch in den vierziger Jahren schon weitaus bessere Filme gemacht hat. Man mag die Personen (außer Christine) irgendwie gar nicht beim Vornamen nennen, weil sie alle so steif und hölzern wirken, dass von den Charakteren, die Gaston Leroux in seinem Buch so liebevoll beschrieben hat, nichts mehr von deren Ursprünglichkeit übrig bleibt. Aus Raoul einen Polizeichef zu machen geht gar nicht und die Buhlerei mit dem Hauptdarsteller der Oper um Christine, wirkt einfach nur lächerlich. Aber wie gesagt: Man muß die Zeit berücksichtigen, und dafür ist der Film noch ganz aktzeptabel. Wäre vielleicht besser geworden, wenn man sich einfach an das Original gehalten hätte, aber wahrscheinlich dachte man, es gibt ja schon einen Phantomfilm (1925), da will man ja nicht das gleiche drehen...

 

Claude Rains gibt aber ein ganz stattliches Phantom ab, zumindest optisch, mit Maske, Hut und Umhang. Hier und da erscheint dann auch der geheimnisvolle Phantomschatten an der Wand, oder man läßt das Phantom im Schnürboden herumklettern, und natürlich ermordet es ab und zu auch mal jemanden. Auch die Kellergewölbe sind ganz passabel und wirken authentisch, allerdings vergeht erst der halbe Film bevor das Phantom überhaupt in Erscheinung tritt und da der Film nicht gerade lang ist, ist das auch nicht gerade viel. Irgendwie schafft es der Film auch nicht, dass man für irgendeine Person Sympathie aufbaut. Zu oberflächlich wirken sie alle, einzig das Phantom, wenn es denn mal auftaucht, ist ein Hingucker. Die Fotos von Claude Rains als Phantom mit Hut und Maske, sind für mich allerdings die ultimativen Phantomfotos, auch wenn der Film, samt Phantom, viel zu wünschen übrig läßt. Man könnte hier auch vermuten, dass man das Phantom gleichzeitig als Christines Vater einsetzt, da es in sein Konzert eine Art Wiegenlied eingebaut hat, dass Christine irgendwoher kennt - außerdem sagt er ihr im Keller dass er sie schon immer beschützt habe, aufgeklärt wird es aber nicht.

 

Dafür wird in diesem Film nicht mit Musik gespart, auch wenn ich die Opern nicht kenne, die da gespielt werden, hören sie sich nicht schlecht an. Nur läßt die Tonqualität natürlich mittlerweile auch sehr zu wünschen übrig. Da weiß man nicht wirklich, ob es daran liegt, oder ob Christines Gekreische in den hohen Tönen so gewollt war - das echte Phantom wäre da wohl selbst kreischend mit zugehaltenen Ohren geflohen, statt ihr noch teure Gesangsstunden zu bezahlen.

 

Die Logik fehlt in diesem Film auch an reichlich vielen Stellen:

Da stürzt am Ende das Kellergewölbe ein, doch die Oper steht noch. Erique Claudin lebte ärmlich, um der verwöhnten jungen Dame namens Christine eine teure Gesangsausbildung zu bezahlen, da sie angeblich kein Geld hatte, doch ihre Wohnung sieht aus wie eine Luxussuite und für eine eigene Haushälterin reichte es auch noch u.s.w.

 

Ich weiß nicht wie es in Originalsprache klingt, aber die deutsche Synchronfassung (habe nur diese) ist noch fürchterlicher als alles andere zusammen. Aber irgendwie passen die tumben Gespräche auch zu den hölzernen Darstellern und der Name Christine wird immer am Ende mit dem 'e' ausgesprochen. Also typisch deutsch Christineee, während alle anderen Namen französisch ausgesprochen werden, dazu sei angemerkt, dass auch reichlich Namen hier verändert wurden die im Original  nicht vorkommen. Irgendwie hat man oft das Gefühl, dass Filmemacher das Buch nicht richtig lesen, oder nicht verstehen, warum sonst wird das Phantom am Ende ständig so herbe bestraft und die meisten Christinen wirken ihm gegenüber reichlich gleichgültig, bzw. empfinden nichts als Horror.

 

Mein Fazit:

 

Kann man sich ansehen, wenn man nicht alles so ernst nimmt, ist aber einer dieser typisch kitschigen Musikfilme aus den 1940er Jahren. Er befaßt sich zwar mit den Grundzügen der Geschichte um das Phantom der Oper, nimmt es aber nicht sehr genau damit. Unterhaltsam sind vor allem die eingespielten Opernteile, die ständig eingespielte Musik aus Eriques Partitur und das Erscheinen des Phantoms selbst hin und wieder.

 

Dramatisches Ende für das Phantom (Filmszene 1943)
Dramatisches Ende für das Phantom (Filmszene 1943)