Das Phantom der Oper


Musicalfilm von

Andrew Lloyd Webber


USA/ GB 2004

Länge: 143 Min

FSK: 6 Jahre


Regie

Joel Schumacher


Gerard Butler als Phantom im Musicalfilm von A.L. Webber 2004
Gerard Butler als Phantom im Musicalfilm von A.L. Webber 2004

Cast:





Rolle
Schauspieler
Deutsche Synchronstimme



Das Phantom
Gerard Butler
Uwe Kröger
Christine Daaé
Emmy Rossum
Jana Werner
Raoul, Vicomte de Chagny
Patrick Wilson
Carsten Lepper
Carlotta
Minnie Driver
Jasna Ivir
Madame Giry
Miranda Richardson
Gabriele Ramm
Monsieur André
Simon Callow
Wolfgang Höltzel
Monsieur Firmin
Ciáran Hinds
Hardy Rudolz
Piangi
Victor McGuire
Marcello Ronchietto
Meg Giry
Jennifer Ellison
Jana Stelley
Reyer
Murray Melvin
Horst Raspe
Joseph Buquet
Kevin Mc Nally
Joachim Kerzel
Lefevre
James Fleet
Klaus Guth





Zum Film:

 

 

Wenn man das Musical, bzw. das Bühnenstück kennt, gibt es hier eigentlich nicht allzu viel hinzuzufügen, außer dass man im Film natürlich noch mehr Möglichkeiten hatte, zumindest visuell das Ganze opulenter zu gestalten. Änderungen sind unter anderem, dass Rückblicke in Schwarz/Weiss Sequels von Raoul eingebaut wurden. D.h. das Musical beginnt ja auch auf der Bühne mit einer Versteigerung, Jahre nach den Geschehnissen mit dem Phantom in der Oper, und zoomt dann zurück in die Vergangenheit. Hier aber wird immer wieder Raoul als alter Mann im Rollstuhl eingeblendet, der sich an die vergangenen Ereignisse erinnert, was sich wie eine Art roter Faden durch die Story bzw. den Film zieht, bis zum Ende an Christines Grab.

Weiterhin wirkt das ganze Treiben in der Oper bzw. die Oper selbst natürlich viel lebhafter, als man es auf der Bühne darstellen könnte. Der Maskenball wird hier sehr modern nur in den Farben Schwarz, Weiß und Gold inszeniert, nur das Phantom als roter Tod, sticht daraus hervor, wobei das Phantom hier keinen riesigen Federhut und ausladenden Mantel trägt.

Man kann natürlich auch die Friedhofszene besser darstellen, indem Christine langsam durch eine romantisch anmutende, verschneite Friedhofszenerie läuft und dabei ihr 'Wishing you where somehow here again' singt.

Weniger passend ist der zusätzliche Fechtkampf, zwischen Raoul und dem Phantom, wobei Raoul das Phantom auch noch besiegt, ihn aber auf Bitten von Christine verschont, das Phantom den beiden aber nach Abzug trotzdem wütend den Krieg erklärt. Das geht gar nicht, das Phantom läßt sich nicht besiegen, niemals, auch im Roman blieb es immer allen überlegen und vor allem gegenüber Raoul, war es unfassbar. Vielleicht wäre es spannender gewesen hier einmal den Filmvorteil zu nutzen und die echte Friedhofsszene, so wie sie im Originalroman beschrieben steht, einzubauen.

Auch wird hier eine Rückblende in Eriks Kindheit gemacht, nämlich während Madame Giry dem Vicomte erzählt, wie sie Erik einst auf einem Jahrmarkt als schauerliches Ausstellungsstück entdeckte, beobachtete, wie er seinen Peiniger ermordete, ihn dann rettete und in der Oper versteckte. Natürlich ist auch das weit hergeholt und hat mit dem Buch nichts zu tun, aber da Madame Giry schon im Bühnenstück eine viel größere Rolle einnimmt als im Original, kann man hier noch ein Auge zudrücken. Es wäre außerdem wohl zu kompliziert gewesen hier noch Eriks Karriere als Mitarchitekt der Oper einzubauen.

 

Weiterhin findet der Absturz des Leuchters hier erst am Ende des Filmes statt, auf der Bühne ja auch wie im Original, in der Mitte, zu dem Zeitpunkt, als Christine zum ersten Mal entführt wurde.

Andrew Lloyd Webber hat außerdem zusätzliche Musikstücke komponiert, wovon man einiges später in 'Love Never Dies' wiederfindet. Außerdem noch einen wunderschönen Schlußsong: 'Learn to be Lonely' der auf Deutsch mit 'Dein Weg ist einsam' übersetzt wird.

 

Hauptdarsteller Gerard Butler, ist natürlich ein absolut umwerfendes Phantom und eigentlich viel zu attraktiv für die Rolle, aber er spielt sie auch grandios. Leider passt seine Stimme nicht wirklich zu der eines 'Engels der Musik', auch wenn er es dafür, dass er kein Sänger ist, ganz akzeptabel hinbekommt. Noch weniger aber passt die deutsche Synchronstimme zu ihm, da sie zu hoch klingt. Das eigentlich Wichtigste am Phantom der Oper, nämlich die Stimme und der Gesang, nimmt dem Film hier einen ganzen Stern. Alle anderen sind eigentlich ok., vieles klingt sogar in der deutschen Synchronisation fast besser, als das englische Original, z.B. am Ende die Opernszene von 'Don Juan', die auf Deutsch weitaus leidenschaftlicher rüberkommt, vor allem was das Phantom (diesmal ja) und Christine betrifft. Also ist die stimmliche Qualität nicht durchgehend 'schlecht' oder unbefriedigend, aber man hätte einiges besser machen können.

 

Meine Meinung:

 

Als ich den Film damals sah, war ich zunächst total begeistert, denn im Großen und Ganzen, ist es ja auch eine wunderschöne Musicalverfilmung. Durch den Film habe ich dann das Phantom, das auch bei mir ein wenig in der Versenkung verschwunden war, neu entdeckt.

Mittlerweile aber ist man kritischer geworden. Auch wenn ich ihn immer noch hin und wieder gerne gucke, so haut mich der Film heute dann doch nicht mehr wirklich um, denn man hätte so vieles besser machen können, trotzdem ist er noch immer sehr sehenswert und vermittelt vielleicht auch der großen Masse an Publikum, das jetzt nicht unbedingt Fan vom Phantom ist oder es gar nicht erst kannte, einen gewissen Einblick in die Story, sowie das Musical, denn gehört hat ja sicher schon jeder mal den Ausdruck 'Das Phantom der Oper'.