Reichsburg Cochem


Reichsburg Cochem an der Mosel
Reichsburg Cochem an der Mosel

Info zur Burg:

 

Der Ort Cochem selbst wird schon im Jahr 866 als 'Cuchomo' in einer Schenkungsurkunde an die Abtei Prüm erwähnt. Aufgrund von archäologischen Funden, geht man ebenso davon aus, dass dort bereits Kelten, und später eine römische und fränkisch-karolingische Besiedelung möglich war. Die Burg selbst wird urkundlich erstmals sicher im Jahr 1130 erwähnt, obwohl sie sehr wahrscheinlich schon viel früher stand. In einer Vita Annonis aus dem Jahr 1106 wird wahrscheinlich eine Burg als 'Castrum Cochomo' benannt. Hier geht es nämlich um ein Verbrechen, das im Jahr 1060 in dieser Castrum Cochomo stattfand: Burgbewohner Heinrich I. schlug in einem Anfall von Wahnsinn, seiner Gattin den Kopf ab.

Wahrscheinlich wurde die Burg schon von Pfalzgraf Ezzo, Heinrichs Onkel, um 1020 erbaut. Mit Heinrichs Sohn Hermann II. endete die Linie Ezzo um 1085.

Es folgten weitere verschiedene Besitzer, bis Pfalzgraf Wilhelm von Ballenstädt, 1130 sämtliche Klöster in der Gegend reich dotierte, da er kinderlos war. Nach dessen Tod 1140, zog König Konrad III. die Burg als Reichslehen ein, da er seinen Einfluß schwinden sah und ihm die Klöster zu mächtig wurden.

1150 eroberte Pfalzgraf Hermann von Stahleck Cochem, wurde von Konrad III. aber zurückerobert. Er machte die Burg nun zur Reichsburg um seine Macht dort zu sichern und setzte zur Verwaltung Pfalzgrafen ein.

Die Burg war nun eine freie Königsburg, nicht als Lehen vergeben und Könige und Kaiser konnten sie nutzen wann immer sie wollten.

1174 feierte hier Kaiser Friedrich Barbarossa das Pfingstfest.

Allerdings entwickelten sich einige der zur Verwaltung eingesetzten Pfalzgrafen  auch hier zu Raubrittern, denen wiederum König Rudolf von Habsburg 1282, ein Ende setzte. (siehe Burg Reichenstein)

1294 verpfändete der neue König Adolf von Nassau Burg und Stadt Cochem an den Trierer Erzbischof Bohemond von  Warnesberg. Adolfs Nachfolger Albrecht I. konnte nach dessen Absetzung und Tod 1298 die Pfandschaft nicht einlösen und setzte die Trierer Erzbischöfe zu Burggrafen ein. Bis 1803, sollte die Burg im Besitz von Kurtrier bleiben.

Die verwaltenden Burggrafen kamen zum Teil aus bekannten Geschlechtern, darunter auch Hermann Boos von Waldeck oder Emmerich von Eltz. Cochem erlangte wegen der günstigen Lage höchste Bedeutung in Zoll-, Wirtschafts,- und Verwaltungswesen. Kaiser und Könige behielten sich noch immer das Recht vor, die Burg jederzeit nutzen zu können. Im 17. Jahrhundert, wurde die Burg im 30jährigen Krieg beschädigt, aber unverzüglich wieder ausgebessert.

1689 wurde sie von Ludwig XIV., dem französischen Sonnenkönig eingenommen und erneut zerstört. Nachdem dieser die Pfalz schließlich doch aufgab und abzog, erholte sich die Stadt Cochem langsam wieder, die Burg aber blieb zunächst eine Ruine.

1868 kaufte der Geheime Kommerzienrat Jakob Louis Fréderik Ravené, die Ruine für 300 Goldmark der preußischen Domänenverwaltung ab und ließ sie bis 1877 wieder aufbauen.

Nach 75jährigem Familienbesitz, wurde die Burg 1943 Eigentum des Deutschen Reiches.

Seit 1978 befindet sich die Burg wieder im Besitz der Stadt Cochem.

 


Bildergalerie