Die Marksburg

Braubach am Rhein (Rheinland-Pfalz)

Marksburg am Rhein
Marksburg am Rhein

Info zur Burg:

(Fotos siehe unten)

 

Die Marksburg ist eine der wenigen (Höhen-)Burgen am Rhein, die auf der Spitze eines engen Felskegels thront und die nie erobert oder zerstört wurde. D.h. so wie wir sie heute sehen, sah sie fast schon immer aus. Es gab Zeiten, da war der Putz verschwunden, doch heute erstrahlt sie wieder in altem Glanz. Längst nicht alle Burgen hatten das äußere Erscheinungsbild von grauem, groben Stein, so wie wir oft heute denken. Das Mittelalter war bunt, vor allem Burgherren präsentierten ihr Heim gerne in strahlenden Farben.

1231 wurde die Burg, die ursprünglich 'Burg Brubach' hieß, erstmals urkundlich erwähnt. Erbauer war  'Gerhard II. von Eppstein', der sich später 'Gerhard von Braubach' nannte. Wahrscheinlich existierte die Burg aber teilweise oder in Grundzügen  schon viel früher, nämlich im Jahr 1117, da ein edelfreies (unabhängiger Adel) Geschlecht 'von Braubach' zu dieser Zeit schon nachweisbar ist.

1283 kam die Burg durch Kauf in den Besitz von 'Graf Eberhard II. von Katzenelnbogen', der die Burg um gotische Anbauten erweiterte.

Mangels männlicher Nachkommen, kam die Burg durch Heirat der Erbtochter in den Besitz des Landgrafen 'Heinrich III. von Hessen'.

1574 wird die Burg zur Unterscheidung einer neu erbauten zusätzlichen Burganlage am Rheinufer, der Philippsburg 'Schloss Marxburg' genannt. Man glaubt heute auch, dass sie nach dem Schutzheiligen 'Sankt Markus' später 'Marksburg' genannt wurde, was aber umstritten ist, da zu diesem Zeitpunkt die Reformation bereits im Ort und der Burg eingeführt war und es keine katholischen Priester mehr in Braubach gab.

Ab dem 17. Jahrhundert wurde die Philppsburg ständiger Wohnsitz der Burgbesitzer der Marksburg, so dass Letztere stark vernachlässigt wurde, allerdings schließlich von 'Landgraf Johann dem Streitbaren', nach Ende des 30jährigen Krieges, wieder instant gesetzt wurde. Als Wohnsitz adliger Familien diente sie allerdings seitdem nicht mehr. Nach dem Tod 'Johann des Streitbaren' kam die Burg in den Besitz der Landgrafen von Hessen-Darmstadt.

Im 18. Jahrhundert diente die Burg zur  Zeit  Napoleon Bonarpartes als Invalidenunterkunft und Gefängnis. In dieser Zeit wurden von den Burgbewohnern Stufen, die sogenannte 'Reitertreppe' in den glatten Fels der sich durch die Burg als Laufweg hinaufschlängelt, geschlagen, um den Kranken und Invaliden das Hinaufkommen etwas zu erleichtern.

1815 - 1866 war die Marksburg im Besitz des Herzogtums Nassau und wurde von der Armee verwaltet. Danach verfiel sie abermals immer mehr. 1900 erwarb die 'Deutsche Burgenvereinigung' durch Fürsprache von Kaiser Wilhelm II. die Marksburg für 1000 Goldtaler (ca. 10.000 €). Die Initiative ging von Professor Bodo Ebhardt, Hofbaurat und Architekt in Berlin aus, der die Burg schließlich instand setzen ließ.

 

Die Kernburg kann mittels einer Führung besichtigt werden. Interessant, dass die Burgführer hier mit einem riesigen Schlüssel das Burgtor aufschließen. Zu sehen sind mittelalterliche Wohnräume (Weinkeller, Kemenate, Rittersaal, Küche und Kapelle, Folterkammer und Schmiede). Der Bogen des Eingangstores zur inneren Burg wurde nach dem Mittelalter verkleinert, er war zuvor größer, damit Reiter samt Pferd hindurchpassten. Besonders sensationell ist die Waffenkammer, in der 12 lebensgroße Puppen ausgestellt sind, die Rüstungen von der Antike bis ins 18. Jahrhundert tragen. Echte Hingucker!! An zwei Hufeisen wird hier gezeigt, dass die Pferde im Mittelalter bedeutend größer waren, als unsere heute. Aber echte Schlachtrösser werden ja immer wieder als 'riesig' beschrieben. Wenn man bis dahin glaubte es war Übertreibung, dann sieht man das Gegenteil jetzt an den Hufeisen bestätigt. Sehr schön und romantisch ist ein schmaler Kräuter-/und Blumengarten, der sich innerhalb der oberen Ringmauer, direkt an der Burgmauer befindet. Hier hat man auch einen faszinierenden Ausblick auf den Rhein und kann in naher Ferne, schräg gegenüber auf der anderen Rheinseite sogar Schloss STOLZENFELS sehen, dass ja mittlerweile in weißem Anstrich glänzt.

In der Vorburg, die für Jedermann begehbar ist, gibt es außerdem einen Souvenierladen und ein Restaurant.


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