Burgruine Schloss Auerbach

Bensheim-Auerbach (Südhessen) an der Bergstrasse


Schloss AUERBACH in Südhessen
Schloss AUERBACH in Südhessen

Kurze Info zur Burgruine:

 

Obwohl von Schloss AUERBACH nicht mehr als Ruinen übrig sind, und ehemalige Gebäude, Etagen und Wohnstätten nur noch erahnen lassen, zählt es zu einer der beliebtesteten und faszinierendsten Burgruinen Deutschlands. In Hessen belegt die Burgruine immer wieder sogar Platz 1 in der Beliebtheitsskala, denn die übrig gebliebenen Mauern wirken nicht nur uralt, sondern sind es zum Teil wahrscheilich auch, denn denn zumindest der Ort Auerbach wurde schon im 8. Jahrhundert (784) als Urbach erwähnt.  Vermutlich wurde die spätere Burg im Jahr 1222 von Diether IV. von Katzenelnbogen auf dem Auerberg (Urberg) als Zollburg und zur Sicherung seiner Grafschaft angelegt. Erwähnt wird sie erstmals 1247 und wurde damals 'Feste Urberg' genannt.

1356 wurde die Burg durch ein Erdbeben zerstört, aber wiederaufgebaut und 1370 zum ersten Bollwerk Deutschlands erweitert und galt Jahrhundertelang als uneinnehmbar. Da sich die Grafenfamilie mit Vorliebe hier aufhielt und die Burg sehr repräsentativ war, benannte der Burgherr sie in 'Schloss Auerbach' um.

1479 fiel die Grafschaft Katzenelnbogen samt  Burg durch Tod des letzten Besitzers Graf Philipp I. der Ältere, durch fehlende männliche Erben durch Heirat seiner Tochter Anna mit Landgraf Hermann III. von Marburg-Hessen,  an die Landgrafschaft Hessen. Im 16. Jahrhundert verlor die Burg an strategischer Bedeutung, da durch immer bessere Waffentechnik, ihre Uneinnehmbarkeit verloren ging, zudem um 1500 alle Waffen abgezogen und in die Rüsselheimer Festung gebracht wurden.

1672 - 1679 wurde das Schloss im französisch - niederländischen Krieg dann derart  verwüstet, dass nur noch Ruinen übrig blieben. Schutzsuchende Menschen in der Burg wurden allesamt massakriert. Die Burg niedergebrannt. Alles was noch an trag-/ oder brauchbarem Inventar übrig war, wurde von Ortsansässigen geplündert und weggetragen. Was übrig blieb, sind die Ruinen die wir heute noch sehen und davon sind einige Mauern schon wieder aufgebaut, abgestützt, oder verstärkt worden - denn 1820 brach einer der Türme ein, (der Nordturm) was zur Folge hatte, dass man sich endlich um Erhalt und Pflege der Burgruine kümmerte.

1888 wurde dort eines der ersten Burgrestaurants eröffnet, ab 1903 übernahm die Landesregierung Wiesbaden die Denkmalpflege und Restaurierung, die zusätzlich mit privaten Spenden durchgeführt werden konnte. 1990 wurde ein neues, modernes Restaurant mit Erlebnisgastronomie eröffnet und natürlich gibt es auch hier alljährlich Ritterturniere, Walpurgisnacht-Events, u.v.a.

Die Burgruine befindet sich heute im Besitz des Landes Hessen.

Eine Besonderheit der Burgruine ist die 300 Jahre alte Kiefer, die auf einer der Burgmauern wächst.


Wenn man durch die Ruinen streift, fühlt man sich eher wie in einer alten Märchenburg, mit Bogenfenstern, an denen Prinzessinnen gesessen haben könnten und ihr Haar herunterließen - oder auf ihren Prinzen warteten... :-) Allerdings kann man sich kaum noch vorstellen, was hier wirklich stattfand, dass hier hemmungslos zerstört und getötet wurde, wie in so vielen Burgen und Orten im 30jährigen Krieg...

 


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