Burg Rheinstein


Burg Rheinstein vom Rhein aus gesehen
Burg Rheinstein vom Rhein aus gesehen

Info zur Burg:

 

Der Mainzer Erzbischof Peter von Aspelt ließ die Burg ca. 1316/17 auf einem Felssporn im Mittelrheintal bei Trechtingshausen erbauen. Urkundlich erwähnt wurde sie erstmals 1323. Sie diente als Zollburg, aber ebenso als Gegen- und Wachburg zu den Nachbarburgen 'Sooneck und Reichenstein' beide bereits zur Ruine verstümmelt, da sie als Raubritterburgen galten. Rheinstein diente also auch dem Zweck, zu verhindern, dass Sooneck und Reichenstein heimlich wieder aufgebaut wurden. Den Namen Rheinstein erhielt sie aber erst im Zuge der Romantisierung im 19. Jahrhundert, zuvor nannte man sie einfach ganz unromantisch, wenn nicht gar spartanisch Burg Fautsberg, Faitsberg oder Vogtsburg. Außerdem sicherte sie das Mainzer Territorium zusammen mit Burg Klopp, Ehrenfels und dem Mäuseturm (siehe die Fotogalerie unten).

1344 fielen auch Reichenstein und Sooneck an Mainz.

Ansonsten war sie ein bevorzugter Aufenthaltsort der Mainzer Erzbischöfe und anderer hochgestellter Persönlichkeiten, wie z.b. dem Trierer Erzbischof Kuno von Falkenstein.

1449 wurde der Mainzer Domscholaster Volpert von Ders, von Kurfürst Diether von Isenburg mit der Burg samt dem Dorf Assmannshausen belehnt.

Im darauffolgenden Jahrhundert, verlor die Burg bereits an Bedeutung und gelangte 1572 in den Besitz des Mainzer Domkustos und Kämmerers Anton von Wiltberg.

Die Burg wurde nie zerstört, verfiel aber seit dem 17. Jahrhundert stetig.

1823 wurde sie von Prinz Friedrich von Preußen für 100 Taler erworben und nach Plänen des Koblenzer Architekten Johann Claudius von Lassaulx, sowie ab 1827 durch dessen Mitarbeiter Wilhelm Kuhn ausgebaut. Später stritten beide noch um die Urheberrechtschaft. Die Burg erhielt den Namen Rheinstein.

Zwischen 1839 und 1844 ließ Prinz Friedrich die Burgkapelle mit Gruft  errichten. Bis 1863 nutzte er mit seiner Familie die Burg als Sommersitz und wurde nach seinem Tod 1863 dort beigesetzt. Noch heute kann man dort die Särge einiger Familienmitglieder besichtigen. 

Ab 1953 war die letzte Eigentümerin aus dem Hause Preußen Barbara, Herzogin von Mecklenburg. Sie bot die Burg 1973 für 2,5 Millionen DM zum Verkauf an, geriet aber zunächst an einen Betrüger aus England, der die Burg ausplünderte,  wertvolles Inventar einzeln verscherbelte und sich ohne zu bezahlen aus dem Staub machte... (ja hat die dem denn bevor das Geld auf dem Konto war, den Haustürschlüssel in die Hand gedrückt...(!!?))

Das ausgeraubte Gemäuer war nun nicht mehr mehr wert als 320.000 DM. Zunächst zeigten  Bettelmönche der Sekte 'Hare - Krishna' Interesse' und boten sogar 500.000 DM. In den Rheinortschaften ging laut Zeitungsberichten, die Angst um, aber schließlich kaufte der Opernsänger und Hotelier Hermann Hecher-Schypek, die Burg und bewahrte sie vor weiterem Verfall. Die gesammelten Zeitungsausschnitte von diesem Kapitel der Burg, hängen heute an einer Dielenwand in der Burg und sind für Besucher lesbar.

Mit Unterstützung des 1976 gegründeten Fördervereins 'Freunde der Burg Rheinstein e.V.' und des Landesamtes für Denkmalpflege, wird die Burg seitdem instand gesetzt und gepflegt. Dabei muß man an einen Satz denken der auch an der Dielenwand hing: 'Es ist günstiger eine Burg zu bauen, als eine instand zu halten...'

Burg Rheinstein befindet sich heute noch immer im Privatbesitz der Familie Hecher und wird von dieser als Burgmuseum geführt. Viele Räume wurden liebevoll restauriert und  im mittelalterlichen Stil wieder eingerichtet. Außerdem finden dort viele Events statt, die Burg beinhaltet ein kleines Hotel und ein Restaurant.

 

Mein Fazit: Eine der schönsten und urigsten Rheinburgen, da sie nicht so riesig ist und die Räume in mittelalterlichem Stil wieder eingerichtet wurden, anstatt sie mit schnöden Museumsstücken zu füllen.

 

Bildergalerie