Burg Greifenstein

Greifenstein, Lahn-Dill-Kreis, Mittelhessen

Burg Greifenstein (Mittelhessen)
Burg Greifenstein (Mittelhessen)
Infotafel an der Burg
Infotafel an der Burg

Die Burg befindet sich zusammen mit dem nach ihr benannten Ort auf einer Bergkuppe in 441 m Höhe und ist weithin sichtbar (z.B. von der A 45 aus). Die Doppeltürme (Bergfried) sind noch gut erhalten und begehbar, zumindest einer von ihnen. Sie sind durch einen ringsum geschlossenen und überdachten Gang in schwindelerregender Höhe verbunden. Ansonsten gibt es viele Gebäudereste-/ und Mauern die noch immer vergangene Zeiten repräsentieren und eine gewisse Mystik ausstrahlen.

Im Eingangsbereich befindet sich sogleich das Verlies mit Folterwerkzeugen, außerdem in einem großen Geschützturm  ein Glockenmuseum. Der Turm wurde in Belagerungszeiten auch als Getreidemühle genutzt - auch Rossmühle genannt, da sie mit Pferden angetrieben wurde. Ein weiterer Geschützturm wurde 'Der Drache' genannt, da es von außen wirkte als speie er Feuer aus den Maulscharten, wenn die Kanonen feuerten.

In der Burganlage selbst gibt es ein Restaurant mit Tonnengewölbe, im nordwestlichen Eck ein Bollwerk 'Kuchen' oder 'Münz' genannt. Hier wurden einst Münzen geprägt, heute befindet sich darin ein Standesamt. Die Barockkirche von 1683 ist noch gut erhalten. Sie wurde auf die alte Burgkapelle von 1448(Katharinenkapelle) aufgesetzt, da diese bei den Umbauarbeiten zugeschüttet wurde und nun unterirdisch liegt. Durch die neuere Barockkapelle, kann man die alte aber immer noch betreten und besichtigen. Sie enthält eine zugemauerte Gruft mit Gedenkstein.

Von weiteren Gebäuden wie Rittersaal und Wohnquartieren sind noch zahlreiche Mauerreste erhalten.

 

Die Geschichte der Burg ist alles andere als friedlich:

Urkundlich wurde die Burg bereits um 1160 durch Rudolph von Greifenstein erwähnt aber 1298 zusammen mit Burg Lichtenstein durch die Grafen von Solms-Burgsolms, König Adolfs von Nassau und einiger freier Reichsstädte (den Wetterauer Städtebund) zerstört. Grund war wie so oft im Mittelalter eine Fehde, weil die Grafen von Greifenstein und Lichtenstein einen Gegenkönig (Albrecht I. von Habsburg) zu Adolf von Nassau unterstützten und beide Burgen außerdem als Raubritterburgen bekannt waren. 1315 wurde Greifenstein an die Nassauer verpfändet. 1322 belehnt König Ludwig der Bayer Gottfried von Sayn mit dem Burgberg und erteilt Stadtrechte für Greifenstein. Im Gegensatz zu Burg Lichtenstein, wurde Greifenstein von den 'Solms-Burgsolmsern' und den 'Nassau-Sonnenbergern' bis Ende des 14. Jahrhunderts wieder aufgebaut und erweitert. 1432 kam die Burg mangels männlicher Nachkommen durch Aussterben der Solms- Burgsolmsern durch weibliche Erben in den Besitz der Solms-Braunfels.

Ab 1593 Witwensitz der Gräfin Elisabeth zu Solms-Braunfels, Schwester Wilhelms von Oranien.

1602 wurde die Burg weiterhin befestigt durch Graf Wilhelm I.  1676 von Graf Wilhelm Moritz von Solms-Greifenstein zum Barockschloss umgestaltet. Zu sehen ist davon hauptsächlich noch einiges in der Burgkapelle mit den Stuckdecken. Dieser siedelte aber 1693 nach Braunfels um, kümmerte sich nicht mehr um die Burg und gab sie somit dem Verfall preis. Erst 1969 wurde die Burgruine dem neu gegründeten Greifenstein-Verein geschenkt, der sich seitdem um Pflege und Erhalt der verbliebenen Burgruine kümmert. Heute ist die Burg Kulturdenkmal und seit 1995 wird ihre Restaurierung auch von der Bundesrepublik Deutschland unterstützt und gefördert.

Burg Greifenstein ist noch heute eine der schönsten und beeindruckendsten Höhenburgen Deutschlands.

Unterhalb der Burg gibt es noch ein Museum, das die Geschichte der Burg dokumentiert.

Ein Infoblatt mit Wegweiser weist einen gut beschriebenen Rundgang durch die Burg. Auf diesem Blatt steht auch ein Großteil der hier wiedergegebenen Historie der Burg.

 

 

 

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