Burg Altena

Burg Altena
Burg Altena

Info zu Burg Altena:

 

Die Burg liegt auf einem Felsen hoch über der alten Drahtzieherstadt Altena im Märkischen Kreis im Sauerland und zählt zu einer der schönsten Höhenburgen Deutschlands. Ihr Bau soll schon im Jahr 1000 begonnen haben, urkundlich erwähnt wurde sie aber erstmals um 1122/25. Die Bewohner waren bis Anfang des 17. Jh. Abkömmlinge des Grafen Adolf IV. von Berg. Als 1609 der letzte Graf Johann Wilhelm von Berg, Kleve, Jülich, von der Mark und Ravensberg kinderlos starb, fielen Land und Burg an die Brandenburger Linie.

Sie richteten die Burg als Garnisonssitz und ab 1670 als Invalidenhaus ein. Als Wohnstatt, hatte sie ausgedient.

Von 1766 bis 1811 diente sie als Kriminalgericht und Gefängnis, außerdem von 1771/75 bis 1840 als Waisen-und Armenhaus und 1856 bis 1907 als Johanniterkrankenhaus.

Seit dem 18. Jh. wurden ungenutzte Gebäude außerdem 'geschleift' d.h. sie wurden als Steinbruch für anderweitige Bauvorhaben genutzt. Schon sehr bald bereute man diese Ausbeutung an der historisch wertvollen Burg und bemühte sich schon seit 1835 darum, sie wieder aufzubauen, doch scheiterte das Vorhaben an Geldmangel. Erst 1907 bis 1915 wurde die Burg wieder aufgebaut und wurde zum Museum umfunktioniert, aber auch zum Standort der ersten Jugendherberge der Welt.

 

Zunächst sammelte man dort alles, was man finden konnte, bis ein unübersichtliches Sammelsurium dazu führte, dass man das 'Drahtmuseum' (haben wir auch besucht) einige Meter von der Burg entfernt, einrichtete, und so viele Dinge dorthin auslagern konnte. Die Burg wurde im Jahr 2000 nocheinmal restauriert und ein wunderschönes, vielseitiges Erlebnismuseum aufgebaut, das alles bietet, was das Leben im Mittelalter und der frühen Neuzeit ausmachte. Auch die Jugendherberge ist heute Museum, in Betrieb war sie noch bis 1958.

Allerdings würde in den düsteren Kellerräumen, die als Schlafsäle dienten, heutzutage wohl keiner mehr freiwillig übernachten wollen...;-)

Fast komplett im Original erhalten ist nur der alte Bergfried, mit dem der Bau der Burg vor über tausend Jahren auch begann. Besonderheiten sind hier die sehr schmal gemauerten nach rechts drehenden Treppengewölbe, die den Turm uneinnehmbar machten, da Angreifer immer nur hintereinander hinaufstürmen konnten und für die Verteidiger nur ein Mann reichte, der sein Schwert rechtshändig schwingen konnte, während die Angreifer mit der ungewohnten linken Schwerthand kämpfen mußten.

Im Erdgeschoss gibt es außerdem das sogenannte 'Angstloch', heute mit einer Panzerglasscheibe gesichert, gab es im Mittelalter dort eine Luke mit Falltür, durch die man Gefangene an einem Seil in ein völlig fensterloses, dunkles und feuchtes Verlies hinab lies. Ein Entkommen war hier unmöglich.

Gab es keine Gefangenen, benutzte man das Verlies als Lagerraum.

Einen weiteren Kerker gibt es im Pulverturm, dort kann man auch diverse Folterinstrumente besichtigen, was einen das Gruseln lehrt...

 

Aber Burg Altena hat noch reichlich mehr zu bieten wie prachtvolle Wohnräume oder Kemenaten des Adels, einen wunderschönen Rittersaal mit den Gemälden und Porträts ehemaliger Burg- und Landesherren, angefangen im tiefsten Mittelalter bis zur Neuzeit.

Es gibt eine Ritterausstellung, wobei der Eingangsbereich wie ein Turnierzelt gestaltet ist. Unzählige Ritterrüstungen und auch Waffen des Mittelalters kann man hier in Glasvitrinen bewundern.

In einer Spielecke können Kinder, aber auch Erwachsene in schwere Kettenhemden, Harnische und Helme schlüpfen um zu erfahren, dass das Ritterleben doch kein Spaß war.

In der Burgkapelle gibt es wertvolle Ikonen, Altäre, Holzschnitzarbeiten und  Buntglasfenster im Original zu bestaunen und ein sehr altes Taufbecken aus dem 11. Jahrhundert, dass man in mühevoller Arbeit wieder zusammengesetzt hat. Man fand es 1875 in viele Teile zerschlagen als Beetumfassung im Garten eines Pfarrhauses.

In einer besonderen Ausstellung mit Namen 'In aller Munde', werden wir über unsere Sprichwörter aufgeklärt, wo sie herkommen, wie sie entstanden sind. Die meisten nämlich im Mittelalter, wie z.B.: 'Einen Zacken zulegen', 'Sein Licht unter den Scheffel stellen', 'In Harnisch bringen', 'Lunte riechen', 'Über die Wupper gehen', u.s.w., man kann im Museumsshop sogar ein Büchlein dazu erwerben. In der Ausstellung wird zum Spruch, auch immer der passende Gegenstand gezeigt, so dass uns plötzlich 'Ein Licht aufgeht', über Worte die wir oft selbst gedankenlos benutzen, deren wahre Bedeutung und Ursprung  im Mittelalter liegt, die unsere Vorfahren schon benutzten und die bis heute noch in aller Munde sind - das fasziniert und beeindruckt.

Was soll ich noch viel schreiben, einen besseren Eindruck vermitteln vielleicht die Fotos unten in der Galerie. :-)

 

 

 

 

Fotogalerie:

(Bitte ein Bild anklicken und die Galerie öffnet sich)