Königsklingen


Joe Abercrombie


KÖNIGSKLINGEN

Originaltitel:

LAST ARGUMENT OF KINGS

The first Law, Book 3 / 2008

Joe Abercrombie

Roman

939 Seiten


Buchcover 'Jezal dan Luthar'
Buchcover 'Jezal dan Luthar'

Zum Buch:

 

Zurück in Adua, macht sich Logen sofort wieder auf den Weg in den Norden, um beim Kampf gegen Bethod zu helfen. Ferro bleibt zunächst in Adua Bayaz auf den Fersen, denn er hat ihr Rache an den Gurkhisen versprochen, sein Versprechen aber noch nicht eingelöst.

 

Jezal dan Luthar sucht unvermittelt seine heimliche Liebe Ardee West auf, mit festen Heiratsabsichten im Kopf. Doch sie empfängt ihn nicht so romantisch, wie er sich das vorgestellt hat. Seine Heiratspläne mit ihr, verschiebt er zunächst noch. Trotzdem geht die Liaison mit ihr weiter. Als er eines Tages Sand dan Glokta begegnet, bedroht Glokta ihn, dass er Ardee entweder heiraten solle um ihren Ruf zu bewahren, oder sich von ihr trennen. Falls nicht, wolle er ihn foltern lassen.  Jezal verspricht ihm, Ardee zu heiraten, auch wenn er sich dessen immer noch nicht sicher ist. 

 

Kurz darauf wird er vor den Rat beordert und zum Oberst befördert, warum, kann er sich selbst nicht erklären. Er glaubt bald in den Norden fahren zu müssen, um die Union im Krieg gegen Bethod zu unterstützen. Doch Bayaz hat andere Pläne mit ihm: Er soll zusammen mit ihm einen Bauernaufstand niederschlagen, was durch kurze Verhandlungen verdächtig schnell gelingt. Als Jezal zurück nach Adua kommt, wird er vom Volk als Held gefeiert und weiß nicht wie ihm geschieht. 

 

Mittlerweile ist auch der König gestorben und es gibt keine Erben mehr, was bedeutet, dass ein neuer König gewählt werden muss. Zur Wahl stehen alle, die Rang und Namen haben, durchweg nur alte Männer, die nun alle ihre Diener auf Stimmenfang schicken.

 

Auch Glokta bekommt diese unangenehme Aufgabe von Erzlektor Sult übertragen und müht sich redlich. Gleichzeitig entgeht er knapp einem Mordanschlag und sucht nach dem Mörder von Prinz Raynault. Doch ein Mitarbeiter der Bank Valint & Balk, von der er einst ein Vermögen geschenkt bekam, fordert nun ausstehende Gefallen ein: Er soll die Suche einstellen und außerdem seinen Vorgesetzten Sult beschatten. Glokta gerät dadurch in arge Bedrängnis, aber auch Gewissenskonflikte, denn man hat längst einen Schuldigen gefunden - den Gesandten der Gurkhisen.

 

Glokta läßt diesen foltern, muss aber bald einsehen, dass dieser unschuldig ist. Hilflos muss er zusehen, wie dieser trotzdem verurteilt und grausam hingerichtet wird. 

 

In Angland stößt Logen auf seine alten Freunde, die den Auftrag von Marschall Burr bekamen, Bethod in eine Falle zu locken. Die Unionsarmee soll dann nachrücken und Bethod von hinten überrumpeln. Leider stirbt Burr, noch bevor er den Befehl zum Nachrücken geben kann, an einer Erkrankung. West ist verzweifelt, denn die beiden, sich gegenseitig hassenden Generäle Poulder und Kroy weigern sich nun, den Nordmännern zu helfen, da erst ein neuer Marschall benannt werden muss. Einem von beiden würde dieser Posten zustehen und da West für sie nur ein bürgerlicher Emporkömmling ist, wird dieser nach der Wahl wohl seinen Posten verlieren. Da der König gerade gestorben ist, kann das Wochen dauern, was bedeutet, dass die Nordmänner keine Hilfe bekommen.

 

Derweil wird in Adua gewählt und Bayaz wartet mit einer Überraschung für alle auf. Er behauptet, dass Jezal dan Luthar ein Bastard des verstorbenen Königs sei, er alles beweisen könne und dieser König werden solle. Das sorgt natürlich zunächst für Entrüstung, doch bald schon fügt sich jeder aus Furcht vor den Kräften des Magus und wählt Jezal. Der fällt selbst aus allen Wolken und ihm wird nun zunehmend klar, warum Bayaz ihn mit auf die einstige Reise nahm und ihn ständig in Geschichte und Politik belehrte. Auch wird ihm klar, dass der Magier ihn zum Volkshelden puschte, um ihn nun besser dastehen zu lassen.

 

Jezal spielt mit, doch zu Bayaz' Ärger entwickelt dieser allzuviel Eigensinn. Als die Wahl des Marschalls ansteht, bestimmt Jezal selbstbewußt, dass dies West werden solle, vielleicht um sein schlechtes Gewissen wegen Ardee zu erleichtern, da West ihm einst untersagte, Kontakt zu seiner Schwester zu haben.

 

West bewältigt seine neue Aufgabe bravourös. Geschickt spielt er die beiden Generäle Poulder und Kroy gegeneinander aus, so dass diese sich vor ihm nun gegenseitig übertreffen wollen. Sofort begibt er sich mit der gesamten Armee nach Norden, um Dreibaum und seinen Männern zu helfen.

 

Diese haben sich in der Festung eines Bergvolkes (Bergmenschen) verschanzt, und kämpfen schon seit Tagen gegen Bethods Krieger. Im Kampf verwandelt sich Logen erneut in den 'blutigen Neuner' und tötet im Rausch ungewollt seinen Freund Tul Doro und den kleinen Sohn des Anführers der Bergmenschen. Kurz vor der drohenden Niederlage trifft endlich die Unionsarmee mit dem neuen Marschall West an der Spitze ein und kann Bethods Armee aufreiben. Bethod selbst aber kann entkommen und verschanzt sich in der eroberten Burg Carleon.

 

In Adua droht gleichfalls Gefahr: Die Gurkhisen sind im Anmarsch. Zuvor aber muss Jezal die styrische Fürstentochter Terez ehelichen, und seine Affäre mit Ardee endgültig beenden. Ein Schattendasein als Mätresse lehnt sie entschieden ab. Terez hasst Jezal, weil er ein Bastard ist und verweigert ihm den Vollzug der Ehe. Jezal steht dieser Situation recht hilflos gegenüber, denn er verabscheut Gewalt.

 

Doch als die Gurkhisen ihn zur Aufgabe auffordern und Frieden versprechen, im Gegenzug aber Bayaz fordern, lehnt er ab und wählt den Kampf. 

 

Die Stadt wird daraufhin unter schweres Bombardement gesetzt und Jezal, der sich übermütig in ein Scharmützel stürzt, kommt dabei fast ums Leben, kann aber von seiner Leibwache gerettet werden.

 

Gerade als die Unionsarmee Bethods Burg belagert, wird sie dringend zurück nach Adua beordert. Logen will ein Blutvergießen vermeiden und fordert Bethod zum Zweikampf heraus. So würde die Entscheidung schneller fallen und die Union könnte bald nach Adua zurück.

Natürlich kämpft Bethod nicht selbst, sondern schickt einen Riesen 'Den Gefürchteten' in den Ring. Dieser ist auch noch durch magische Schriftzeichen auf einer Körperhälfte unverletzlich. Dazu bewirkt eine unter Bethods Schutz lebende Hexe zusätzliche Zauberkräfte. Während der Kampf beginnt, dringen der Hundsmann, der Schwarze Dow und Harding Grimm in die Burg ein, um die Hexe zu suchen und zu vernichten.

 

Der Kampf wird so hart wie erwartet und es sieht schlecht aus für Logen und die Union. Doch die drei Nordmänner in der Burg, können die Hexe finden und töten, der Zauber läßt nach und im letzten Moment kann Logen den Riesen besiegen. Er stürmt in die Festung und schleudert Bethod über die Mauer in die Tiefe. Logen wird daraufhin zum König der Nordmänner ausgerufen. Doch bevor er sein Amt antreten kann, möchte er mit der Unionsarmee nach Adua, um diese zu unterstützen. Er läßt den schwarzen Dow als Stellvertreter zurück.

 

Glokta will mehr über Bayaz erfahren und begibt sich in die uralte Universität, in der die Geheimnisse der Magie bewahrt werden. Doch dort erwarten ihn zwölf Praktikale, Handlanger der Inquisition, werfen ihn wieder hinaus und drohen ihm sich nicht mehr dort blicken zu lassen. Ausserdem wird er zur Bank Valint und Balk beordert, die ihm vorwirft, dass er seinen Vorgesetzten Sult nicht ergiebig genug ausspioniert habe. Sult derweil wirft Glokta dasselbe vor, nur umgekehrt. Glokta spürt, dass Sult mißtrauisch geworden ist und er in Gefahr schwebt. Er vermutet einen Verräter aus seiner nächsten Umgebung, kann sich aber nicht erklären wer es ist. In einer Spelunke trifft er den Söldner Nicomo Cosca wieder, der ihm bereits in Dagoska gute Dienste erwies und von dort gleichfalls entkommen konnte. Er gibt ihm ein kleines Vermögen, um einige Männer anzuheuern, wofür, verrät er ihm noch nicht. Sein Praktikal Severard beschattet derweil Ferro, wird aber von dieser entdeckt und niedergestreckt. Kurze Zeit später lauert Ferro Glokta in dessen Wohnung auf, überwältigt ihn, taucht ihn im eigenen Badewasser unter und quetscht aus ihm heraus, warum er sie verfolgen läßt. Schliesslich fragen sie sich gegenseitig aus. Glokta verrät ihr, dass er im Auftrag von Sult eigentlich hinter Bayaz her ist und da sie mit ihm befreundet sei... Ausserdem wolle er wissen, was 'Der Samen' sei. Ferro verrät ihm was sie weiß und bestreitet mit Bayaz befreundet zu sein. Als sie erfährt, dass Glokta auch einst ein Opfer der Gurkhisen war, lässt sie ihn am Leben.

 

Während die Gurkhisen sich immer weiter durch Adua kämpfen und alles in Schutt und Asche legen, begibt sich Bayaz heimlich in Begleitung von Quai und Yulwei erneut in das Haus des Schöpfers. Ferro folgt ihnen heimlich und findet dort einen seltsamen kleinen Stein, der sie magisch anzieht. Er schwebt in einem Gebilde aus Stahlringen unter der Decke des großen Saales. Der Stein ist so überraschend schwer, dass sie ihn fallen läßt und dieser beim Aufschlag auf den Boden das ganze Gebäude zum Erzittern bringt. Das lockt natürlich die anderen drei herbei und Bayaz erkennt, dass sie 'Den Samen' gefunden hat, jenen magischen Stein, den er so lange gesucht hat und wegen dem sie alle ans andere Ende der Welt gereist waren. Er trägt ihr auf, den Stein in die Festung zu bringen und in die dafür vorgesehene Kiste zu legen.

 

Doch plötzlich verwandelt sich Quai in einen Dämon mit der Gestalt von Bayaz' einstiger Geliebten Tolomai. Diese wirft ihm vor, dass er sie und ihren Vater Juvens, Bayaz' Meister, einst tötete und greift Bayaz an. Natürlich will sie auch verhindern, dass der Stein in Bayaz' Besitz gerät, da sie befürchtet, dass seine Macht damit wieder übermächtig wird. Mit all ihren magischen Kräften, wehren sich Bayaz und Yulwei nun gegen den Dämon und lassen allerhand Blitze sprühen und Dinge durch die Luft sausen. Ferro gerät dazwischen und kann nur mit knapper Not entkommen, den Stein bringt sie sicher in seine Kiste. Bayaz folgt ihr bald, tut aber nichts zur Rettung von Yulwei, den er zusammen mit Tolomei im Haus des Schöpfers einsperrt, was Ferro nicht fassen kann. Immer mehr tritt Bayaz' selbstsüchtiger Charakter ans Tageslicht.

 

Glokta trifft sich derweil mit den von Cosca angeheuerten Männern, alle wie Praktikale verkleidet und maskiert. Während er Ardee holt, kann Coscas Trupp vor Gloktas 'Haus der Befragungen', finstere Gestalten überwältigen, die den Superior wahrscheinlich im Auftrag von Sult ermorden sollten. Als er mit Ardee eintrifft, begeben sich alle in den Folterkeller. Glokta weiß inzwischen wer ihn bei Sult verraten hat: Sein einst so scheinbar treuer Praktikal Severard. Er foltert ihn und presst Antworten aus ihm heraus, die aber noch nicht wirklich reichen. Er läßt Severard von seinem zweiten Praktikal Frost töten. Doch es bleibt noch ein Verräter übrig, der allein alle Geheimnisse kennt. Glokta wird siedenheiß klar, dass es Frost ist. Er tötet ihn mit einer List persönlich. Ardee hatte solange mit Coscas Männern vor der Tür gewartet, doch als sie die Folterkammer  schließlich betritt, bleibt sie seltsam gefaßt und unerschrocken. Mit Hilfe von Langfuß, der einst Bayaz' Reisegesellschaft bis ans Ende der Welt führte und mittlerweile auch in Gloktas Gefängnis gelandet ist, macht sich der ganze Trupp nun auf den Weg durch die Kanalisation. Über sich hören sie den Kampfeslärm, was bedeutet, dass die Gurkhisen sich bereits bis zu den Mauern des Agrionts vorgearbeitet haben. Glokta beabsichtigt den Agriont unterirdisch zu erreichen. Als es gelingt, läßt er Langfuß zum Dank frei.

 

Im Agriont kommt es zu einer kurzen Begegnung mit Jezal, der entsetzt ist, dass sich Ardee in Gloktas Gesellschaft befindet. Im Hintergrund sieht man Bayaz und Ferro agieren, auf einer großen Fläche, die mit Sägemehl ausgestreut ist. Ferro sitzt in der Mitte und hat eine Kiste vor sich.

 

Glokta überwältigt mit Coscas Männern schließlich seinen Kollegen Goyle und presst ihm ein schriftliches Geständnis über Sults Verrat an dem König ab. Dieser nämlich, befindet sich in der Universität, um dort magische Kräfte zum Sturz von Jezal freizusetzen. Aber dies kann Glokta mit Coscas Männern im letzten Moment verhindern, indem er gewaltsam in die Universität eindringt und den Erzlektor überwältigt.

 

Mit Hilfe von Ferro, die den magischen Stein hält, setzt Bayaz mittlerweile gewaltige Kräfte frei. Er lockt damit die 100 Verzehrer (gefährliche, übermächtige, menschenfessende Wesen, die die Welt noch zusätzlich terrorisieren und unter dem Schutz der Gurkhisen stehen) des Propheten Khalul an und vernichtet sie. Unangenehme Nebenwirkung allerdings ist, dass die halbe Stadt samt Agriont zestört wird. Ausserdem werden später viele Menschen davon krank und sterben (ähnlich einer radioaktiven Verseuchung), doch das nimmt der Magus in Kauf. Die freigesetzte Magie erscheint wie eine riesige Windrose und wirbelt halbe Häuser durch die Gegend. Kurz: In Adua ist nun endgültig die Hölle ausgebrochen. Bayaz hat mit seiner Aktion 'Das erste Gesetz' gebrochen, denn die Magie des Steines hätte nie wieder freigesetzt werden dürfen. Doch es war die einzige Mögkichkeit, um die Verzehrer und die Gurkhisen zu vernichten.

 

Mittlerweile sind auch West, Logen und die Union eingetroffen und es gelingt ihnen die letzten Gurkhisen zu vertreiben. Auch ist scheinbar kein einziger Verzehrer übriggeblieben.

 

Nach dem Krieg:

 

Jezal verlangt als König von Bayaz mehr Eigenstängigkeit, was dieser aber ablehnt und ihn in einer gnadenlosen und schecklichen Standpauke darüber aufklärt, wer er wirklich ist und dass er ihn geschaffen habe. Jezal hat eine menschliche, gerechte Seite in sich entdeckt und möchte dass es seinem Volk gut geht. Bayaz sind die Menschen gleichgültig und wieder einmal mehr zeigt er sein wahres Gesicht. Warum sollten ihn menschliche Schicksale auch bekümmern? Menschen kommen und gehen und er lebt schon ewig. Da er sich wieder in seine eigene Festung begeben möchte um auszuruhen, überträgt er Glokta die Aufgabe, ein Auge auf den König zu haben. Dafür ernennt er Glokta nun zum Erzlektor. Glokta sorgt sofort dafür, dass die widerspenstige Königin ab sofort mit Jezal das Bett teilt, da das Reich Erben braucht, indem er ihre Busenfreundin verhaftet und erst wieder freizulassen gedenkt, wenn es gute Nachrichten gibt. Allerdings verspricht er, dass es ihr gut gehen wird. Er wendet nur ungern Gewalt bei Frauen an, was ihm in Dagoska schon fast zum Verhängnis wurde, da er dort eine Verräterin wieder frei ließ.

 

Als er erfährt, dass Ardee schwanger von Jezal ist und damit in Gefahr, da es sich hier ja jetzt um einen Königsbastard handelt, hält er in einer rührenden Zeremonie um ihre Hand an. Nur so kann er sie beschützen. Ardee nimmt an und meint, dass er schon immer der Mann ihrer Träume war ( sie kannte ihn noch aus früheren Zeiten) und küsst ihn. Später schickt sie sogar Gloktas Diener morgens aus dem Haus und übernimmt seine schwierige Morgenpflege selbst. 

 

West hat den Krieg zwar überlebt, doch auch er leidet nun an der seltsamen Folgekrankheit von Bayaz' Magie durch den Stein. Mit letzter Kraft sucht er Glokta auf und bedankt sich bei ihm, dass dieser sich um Ardee gekümmert hat. Auch dass dieser sie zur Frau nahm, begrüßt er. Dann bricht er zusammen und wird fortgetragen. Was mit ihm geschieht bleibt offen, wahrscheinlich wird er sterben...

 

Logen findet Ferro wieder, doch diese hat sich nach der Berührung mit dem Stein verändert. Sie hört ständig Stimmen aus der Unterwelt und beachtet Logen kaum. Enttäuscht kehrt Logen allein in den Norden zurück. Seinen Freund den Hundsmann läßt er als Kundschafter in Adua. Zurück im Norden, muss er feststellen, dass der schwarze Dow ihm den Thron gestohlen hat. Es kommt zum Kampf mit Dow und dessen Männern, bei dem Logen zu verlieren droht. Er springt durch ein Fenster in einen Fluss und auch hier bleibt offen, wie es weiter geht.

 

Glokta wird von Pike, einem ehemaligen Sträfling aus Angland, den West befreite, da er einen Schmied brauchte, aufgesucht. Durch Glokta war er unschuldig dort gelandet und gibt sich als Rewes, Gloktas ehemaligen Quartiermeister zu erkennen. Er sinnt auf Rache, doch Glokta führt ihn zum wahren Schuldigen, dem mittlerweile im Gefängnis darbenden Exerzlektor Sult. An ihm darf Rewes sich nun austoben.

 

 

Meine Meinung:

 

Warum es hier bisher noch keine Fortsetzung gibt, ist mir ein Rätsel. Die Geschichte schreit geradezu danach, stattdessen schrieb der Autor unzählige andere Bücher (im Deutschen alles 'Klingentitel', die aber hiermit nichts zu tun haben) seitdem, sowie das Buch SCHATTENKLINGEN, in dem es nur eine kurze Vorgeschichte zu Gloktas verhängnisvollem Sturm vor neun Jahren auf die Gurkhisen gibt (was aber enttäuschend kurz ist). Ansonsten Geschichten die zeitgleich zu Königsklingen an anderen Orten stattfanden.

 

Dabei gäbe es wirklich so viel was man noch wissen möchte: Wie geht es mit Logen weiter? Ist er tot, oder hat er überlebt und kann seinen Thron zurückerobern? 

Was ist mit West? Ist er gestorben? Falls ja, wäre eine ausgiebige Ehrung mit Beerdigung ein zufriedenstellender Abschluss.

Wie geht es mit Jezal und Terez weiter? Bzw. wie entwickelt sich Jezal als König?

Was ist aus Ferro geworden?

Und nicht zuletzt aus Glokta und Ardee? Geht ihre Ehe gut? Gekonnt rührend und ergreifend verstand der Autor es, die beiden zusammen zu bringen, vor allem Ardee hat sich bewundernswert verändert. Für alle ist Glokta nur das entstellte Scheusal, dem jeder aus dem Weg geht, Ardee aber hat keine Berührungsängste ihm gegnüber. Das erinnert mich ganz stark an die Geschichte um das Phantom der Oper mit dessen Liebe zu der Sängerin Christine, auch wenn es dort anders ausging...

Es gibt also reichlich Stoff diese Serie noch fortzusetzen, und die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

 

Dieser bislang letzte Band der Trilogie ist wohl der Spannenste, wenn mir auch teilweise zu schlachtenlastig. Doch davon abgesehen, ist er einfach genial. Die Schreibweise ist zwar etwas zu modern für die Zeit in der sich die Story bewegt, aber der Einfallsreichtum, die Dialoge, der Sarkasmus und die Entwicklung der Charaktere, sowie die nicht einfachen Handlungsstränge, sind einzigartig. Ein ganz neuer ungeschönter und direkter Schreibstil, den ich bisher noch nicht entdeckt hatte. Auch wenn diese Geschichte vielleicht nicht für jeden geeignet ist, ich zumindest fand sie grandios.