Feuerklingen


Joe Abercrombie

FEUERKLINGEN

Originaltitel:

BEFORE THEY ARE HANGED

The first Law, Book 2 / 2007

Joe Abercrombie

Roman

795 Seiten

Buchcover 'Sand dan Glokta'
Buchcover 'Sand dan Glokta'

Zum Buch:

 

Oberst Collem West ist unter Marshall Burr in Angland stationiert, und bekommt wie gewohnt, wieder die 'Drecksarbeit' aufgebürdet. Er soll den übermütigen Prinz Ladisla im Auge behalten und mit einer Armee, die hauptsächlich aus unerfahrenen Zivilisten besteht, das scheinbar ungefährdete Hinterland gegen Bethods Truppen bewachen. Ausgerechnet hier aber, fällt Bethod ein und Ladisla befiehlt einen unsinnigen Angriff, ohne dass West etwas dagegen tun kann. Es kommt wie es kommen muß: Wests bzw. Ladislas Armee wird fast komplett aufgerieben. West, Ladisla und einige andere überleben, werden zum Glück von Dreibaums Nordmännern, die mittlerweile als Späher für die Union tätig sind, gefunden und können mit deren Hilfe zurück zum Stützpunkt gelangen. Dazu kommen noch schwierige Wetterbedingungen (Eis und Schneestürme) und ein uneinsichtiger Prinz. Als dieser die einzige Frau im Trupp (Cathil) vergewaltigen will, tötet West ihn. Von nun an bekommt er den Spitznamen 'Wildzorn' verpasst', seine Tat aber wird von niemandem verraten, alle sind froh, den unerträglichen Königsspross los zu sein. Wieder zurück, wird West von Marshall Burr gelobt. Die Nordmänner, sowie eine Unionsarmee werden währenddessen erneut in Kämpfe mit den Schanka und Bethods Armee verwickelt. Dabei kommen Cathil und Dreibaum ums Leben. Nun Wird Hundsmann als neuer Anführer gewählt. 

 

Bayaz und sein Trupp durchqueren währenddessen das alte Kaiserreich, werden aber immer wieder von Wegelagerern, oder Truppen, die ihre Reise verhindern wollen, angegriffen. Bayaz gelingt es in einer fast aussichtslosen Lage, alle seine Kräfte aufzubringen, um mit Magie, ihre Feinde erneut zu vernichten. Allerdings hat er sich damit übernommen und bleibt mehrere Tage lang bewußtlos. Während eines weiteren Angriffs wird Jezal schwer verletzt und fast entstellt, doch er hat Glück und kann wieder genesen. Eine Narbe am Kinn, und einen fehlenden Zahn, erträgt er nun fast mit Stolz. 

Um die einstmals riesige, und mittlerweile zerstörte Metropole AULCUS zu durchqueren, benötigt der Reisetrupp mehrere Tage. Schließlich werden sie von den Schanka angegriffen, die sich in den Ruinen verstecken und in unterirdischen Höhlen hausen. Dabei werden Logen und Ferro von den anderen getrennt, und geraten in eine Schankabehausung. Nun erlebt Ferro, wie sich Logen in den berüchtigten 'Blutigen Neuner' verwandelt und zur Tötungsmaschine wird. Er metzelt alle Schanka nieder, und macht sich mit Ferro auf den Weg, um die Freunde wiederzufinden, Dabei nähern sich die beiden einander an, was aber ein Ende hat, als sie wieder auf ihren Trupp treffen. Ferro ist wieder genauso schlecht drauf wie gewohnt.

Als sie endlich ihr Ziel erreichen, muß Bayaz enttäuscht feststellen, dass sich 'Der Samen' nicht am vermuteten Ort befindet. Enttäuscht und wütend zugleich, macht sich sein Trupp auf den Rückweg nach ADUA, alles war umsonst...

 

Sand dan Glokta wirkt unterdessen im von Gurkhisen belagerten DAGOSKA, und die Situation scheint aussichtslos. Zunächst aber muß er den eventuellen Mörder seines Vorgängers finden und stößt nicht gerade auf Begeisterung beim ansässigen Rat. Schnell aber gelingt es ihm, sich gegen alle Widerstände durchzusetzen, nicht nur weil er die Befugnis des Königs in seinem Besitz hat, sondern vor allem und wie gewohnt, durch seine Schläue und Hinterlist. Es gelingt ihm, den Mörder zu finden, doch währenddessen wird Dagoska immer schlimmer angegriffen. Der Stadt fehlen die Mittel, um Gloktas Vorschläge zur Abwehr umzusetzen, auch aus Adua, erhält er keine Hilfe. Schließlich besucht ihn ein Angestellter der Bank 'Valint & Balk' und übergibt ihm ein Vermögen in Gold und Edelsteinen, dafür aber soll er irgendwann einen gewissen Preis zahlen. Glokta kann das nicht bekümmern, er nimmt an und steckt einen Teil des Vermögens in die Abwehr der Stadt. Doch es scheint aussichtslos. Schließlich wird er von Sult nach Adua zurückbeordert und vermutet das Schlimmste, doch stattdessen wird er auch hier zum Superior befördert und soll sich den Posten mit seinem schlimmsten Gegner Goyle teilen. Auch gibt es eine neue Aufgabe für ihn: Er soll sich um den Gesandten der Gurkhisen kümmern, welcher ein Friedensangebot vom Imperator überbringt. Doch dann gibt es einen Zwischenfall, Kronprinz Raynault, der zweite Sohn des Königs wird tot aufgefunden, was bedeutet, dass es keine königlichen Erben gibt. Derweil fällt Dagoska und wird wieder von den Gurkhisen eingenommen, ausserdem trifft Bayaz' Trupp wieder in Adua ein.

 

Glokta erinnert sich seines Auftrages von West, den er ja bisher nicht ausführen konnte und besucht Ardee. Dieser wurde von Schuldnern die gesamte Wohnung ausgeräumt und Glokta sorgt dafür, dass sie wieder eingeräumt wird. Er besucht Ardee von nun an regelmäßig und zwischen den beiden entwickelt sich eine platonische Freundschaft. Ardee schätzt Gloktas Klugheit, sie kennt ihn noch aus früherer Zeit, als er noch ein fescher Oberst war und mit ihrem Bruder befreundet. Da die Briefe von West aufgrund des Krieges in Angland nicht bei ihr ankommen, glaubt sie, er sei tot und sie völlig allein auf der Welt.

 

Meine Meinung:

 

Einfach nur genial und superspannend! Die Reise von Bayaz' Trupp durchs alte Kaiserreich zieht sich zwar etwas zu lang dahin, und Bayaz' Erzählungen über die alte Welt und seine gesamte Magierlaufbahn, klärt einen über das Wirrwar um seine Kollegen und vergangene Geschehnisse, sowie Verteilung der Machtverhältnisse im Magierorden auf, ist aber auch ein bisschen langatmig. Umso spannender aber sind die Kapitel, in denen es um Glokta und West geht. West ist hier derjenige, den es am härtesten trifft und neben Glokta ist er nun auch mein absoluter Liebling. 

 

Auch Logen und Ferro, lernt man besser kennen und schätzen und Jezal verändert zumindest seine Einstellung gegenüber allen anderen, auf die er zuvor noch hochmütig herabsah. Mit reichlich guten Vorsätzen kehrt er nach Adua zurück. Ob er sie umsetzt, wird man wohl im letzten Band erfahren.

 

Das Buch hat man schneller durch, als einem lieb ist. Absolut grandios, der Einfallsreichtum des Autors und vor allem der sarkastische Schreibstil, so wie zahlreiche Redewendungen sind fast unübertroffen. Man ist mittendrin in der Geschichte, fühlt und leidet mit. Die Schlachten sind mir ein bisschen zu ausführlich geschildert, (erinnert mich an Bernard Cornwells Schlachtenbeschreibungen), könnte kürzer sein, ist wohl wieder so ein Männerbuchphänomen...