Gralszauber

Die Legende von Camelot 1

WOLFGANG & HEIKE HOHLBEIN

Roman / 477 Seiten

2000 / Taschenbuch 2007

 

Zum Buch:

 

Der Küchenjunge Dulac arbeitet abwechselnd in Camelot an Artus' Hof und im Gasthaus seines Ziehvaters 'Tander'. Von seinem Küchenchef 'Dagda' (Merlin) erfährt er, dass er ein Findelkind ist, dass Artus selbst ihn einst an einem See fand und ihn in seine Obhut nahm.

Dulac allerdings, ist nicht sehr glücklich mit seinem Leben, er möchte lieber Ritter werden, denn das Talent dazu hat er: Bei einem spielerischen Schwertkampf, besiegt er doch glatt mal eben König Artus, der ihm daraufhin verspricht, ihn als Ritter ausbilden zu lassen...

Zuvor aber lernt er 'Gwinneth' kennen, die sich mit ihrem Ehegatten 'Uther Pendragon' (Artus' Vater) vorübergehend in Tanders Gasthaus einquartiert. Natürlich verliebt er sich augenblicklich in die junge Königin, obwohl er weiß, dass eine Zukunft mit ihr unerreichbar bleiben wird.

Das friedliche Camelot wird außerdem von dem finsteren 'Mordred', Sohn von Artus und der Zauberin Morgaine Le Faye (Artus' Schwester). bedroht. Mordred strebt danach selbst die Macht auf Camelot zu übernehmen und hat sich mit den Barbarenstämmen aus dem Norden Britanniens, den Pikten, verbündet.

Eines Tages belauscht Dulac einen geplanten Verrat gegen das reisende Paar Uther und Gwinneth und findet gleichzeitig in einem See (genau jener, an dem er einst gefunden wurde) eine verzauberte Rüstung, die ihn, sobald er sie überstreift, in einen stolzen und fast unbesiegbaren Ritter mit dem Namen 'Lancelot', verwandelt. Zu dieser Rüstung gehören ebenso ein verzaubertes Schwert und ein Schild, alles mit einem bestimmten Symbol geschmückt - einem Gral. Gleichzeitig erscheint ein geheimnisvolles weißes Einhorn, das sich von nun an für den silbernen Ritter als Reittier mit besonderen Fähigkeiten (pfeilschnell, quasi unverwundbar) zur Verfügung stellt.

Seltsamerweise erkennt ihn in dieser Rüstung niemand als Dulac, selbst wenn er den Helm öffnet nicht. So gerüstet gelingt es ihm Gwinneth und Uther vor einem Verrat zu retten, den Mordred und Morgaine, zusammen mit den Pikten anzetteln. Diese verkörpern hier die dunkle Seite der Macht, während Artus und seine Ritter die Seite des Lichts vertreten. 

Aber nicht nur Artus, auch Dagda (Merlin) ist der hier bösen Zauberin Morgaine ein Dorn im Auge und es gelingt ihr auch schließlich, den alten Magier zu töten. Während seiner Bestattung an einem geheimen, heidnischen Ort, werden Artus und seine Ritter von den Pikten angegriffen, aber Dulac kann im letzten Moment seine Rüstung aus Camelot holen und die Pikten besiegen. 

Als Uther schließlich in einer weiteren Falle von den Pikten getötet wird, beschließt Artus, sehr zum Kummer von Dulac - Lancelot, Gwinneth zu heiraten. Aber auch Mordred und Morgaine wollen das verhindern, da sie einen weiteren Thronerben befürchten. Dulac derweil merkt dass die verzauberte Rüstung ihn in eine Tötungsmaschine verwandelt und wirft sie wieder in den See zurück. Doch nachdem er einen Mordversuch an Artus durch Mordred verhindern kann, indem er sich schützend vor den König wirft, erleidet er eine tödliche Verletzung, die nur durch die magische Rüstung rückgängig gemacht werden kann... Er schleppt sich zurück zum See um die Rüstung zu suchen... 

 

Meine Meinung:

Der vielversprechende Titel enttäuscht leider auf ganzer Linie...
Für echte Artus-Fans ist diese Geschichte wohl denkbar ungeeignet, eher etwas für Fantasyfreunde. Hier wurde die Legende um Artus für einen recht simplen Fantasyroman benutzt, der zwar unterhaltsam ist, aber mit der Legende selbst nicht mehr allzuviel zu tun hat. Einzig einige wild herausgegriffene Namen gewisser Ritter, wie Parcifal, Galahad, Gawain finden sich hier wieder (und wirken irgendwie fehl am Platz). Aus Gwenhwyfar oder Guinevere wird nun Gwinneth, Merlin wird zu Dagda, Lancelot ist eigentlich der Küchenjunge 'Dulac'. O.k. der Phantasie soll ja keine Grenze gesetzt werden - aber Tiefgang fehlt dieser Geschichte trotzdem reichlich. Es gelingt nicht, in das Buch und die Zeit einzutauchen, ganz einfach weil es für diese Zeit in der es sich doch abspielt, viel zu oberflächlich geschrieben ist. Da tauchen immer wieder moderne Begriffe auf, die es damals noch nicht gab (z.B. 'englisch', die Maßeinheit 'Meter', moderne Namen wie 'Mike' u.s.w.), zu simple Rhetorik, wovon sich einige Redewendungen zu oft wiederholen (er drehte sich herum) statt 'er wandte sich um' oder 'er wandte sich ihr zu' etc. - was irgendwann ziemlich nervt und teilweise auch schon lächerlich wirkt. 

An Spannung und Leidenschaft fehlt es ebenso wie an Ausdruckskraft, auch die Liebe zwischen Gwinneth und Dulac läßt einen völlig kalt. Sämtliche Gestalten die hier auftauchen, wirken wie blind aus der Legende gegriffen und in diesen Fantasyroman gepackt, worin sie irgendwie agieren und sich tumbe Dialoge liefern. Genau beschrieben werden eher nur die Kampfhandlungen und gewisse Orte wie Mordreds Burg 'Malagon' die stark (nicht nur vom Namen her) sondern auch der Beschreibung nach, an den Unterschlupf Mordreds aus einem Film in dem er 'Malagant' hieß, erinnert. Hier wurden also auch aus Filmen Bestandteile eingebaut und der Autor machte sich nicht einmal die Mühe die Namen nenneswert zu ändern. Das alles wirkt am Ende leider nur noch minderwertig und schnell hingeschrieben, kurz gesagt 'langweilig'. 

Ist mit allen anderen hier beschriebenen Artusromanen nicht im geringsten zu vergleichen. Man hätte ja eine gute Fantasygeschichte aus der Legende machen können, denn letztendlich ist es ja auch 'Fantasy' aber hier leider die Schlechteste von allen. 

 

Elbenschwert (Die Legende von Camelot 2)