Der Schattenfürst

BERNARD CORNWELL

2. Buch der Trilogie aus 'Die Artus - Chroniken'

Roman

 

680 Seiten, erschienen unter Originaltitel

'Enemy of God'

1996, Neuauflage 2009

 

 

Zum Buchinhalt:

Arthur hat also die Schlacht im Tal bei Lugg Vale gewonnen und kann alle wichtigen Königreiche Britanniens vereinen um nun gegen die feindlichen Eindringlinge vom Festland, die germanischen  Angeln und Sachsen zu kämpfen. Längst haben diese einen großen Teil Britanniens (die Ostküste) erobert und sich dort niedergelassen. Sie nennen ihr erobertes Territorium 'Lloegyr' und die beiden selbst untereinander rivalisierenden Herrscher heißen 'Aelle' und 'Cerdic'. (Letzterer spielte auch im Film 'King Arthur' eine große Rolle.)

Obwohl alle Kleinkönige Britanniens Arthur als Großkönig haben wollen, hält er an seinem Eid fest, den er einst Uther Pendragon, seinem Vater schwor, nämlich nur so lange zu regieren, bis Mordred, der eigentliche Thronfolger und Arthurs Neffe, großjährig ist und sein Amt selbst übernehmen kann. Allerdings läßt sich schon während Mordreds Kindheit erkennen, dass er dazu kaum in der Lage sein würde. Von Königshaus zu Königshaus abgeschoben, entwickelt er nicht gerade den wünschenswertesten Charakter für diese Aufgabe. Deshalb soll Derfel, (sprich Derwel) (auch hier wieder der Erzähler der Geschichte) Mordreds Erziehung nun übernehmen, was er äußerst widerwillig annimmt.

Zuvor aber gibt es noch einige andere Abenteuer zu bestehen. Derfel verspricht Merlin, dem gefürchteten und mächtigsten Druiden Britanniens, bei der Suche des Kessels von Clyddno Eidyn zu helfen, wenn dieser im Gegenzug mit seiner Magie dafür sorgen kann, dass Ceinwyn, Prinzessin von Powys, Tochter des am Lugg Vale besiegten und gefallenen Königs Gorfyddyd, Exbraut von Arthur und nun Lancelot versprochen, diesem nicht zur Frau gegeben wird, da Derfel die schöne Prinzessin selbst unsterblich liebt.

Wie so oft, klappt Merlins Zauber natürlich auch, deshalb ist es nicht verwunderlich, dass alle Welt daran glaubt, nur Merlin selbst nicht. Der schlaue alte Fuchs weiß ganz genau, wie er mit seiner Umwelt und den Menschen umzugehen hat.

Derfel soll während der Verlobungsfeier von Ceinwyn und Lancelot nur ein Tierknöchelchen durchbrechen und schon wird aus der Hochzeit nichts...und tatsächlich - alles ist bereitet, ein Riesenfest, alles was Rang und Namen hat ist eingeladen und versammelt und wartet auf Ceinwyn. Als sie den Saal betritt, zerbricht Derfel das Knöchelchen. Ceinwyn schwenkt vor aller Augen von Lancelot ab, tritt vor Derfel und macht ihm ein Liebesgeständnis, heiraten aber wolle sie niemals, denn sie sei es leid, ewig irgendwelchen Herren versprochen und dann doch im Stich gelassen zu werden, verkündet sie, außerdem sei sie in dieser Hinsicht ihr eigener 'Herr' und wolle niemandem untertan, bzw. dessen Eigentum sein. (Da ist sie ihren Geschlechtsgenossinnen schon mindestens 1500 Jahre voraus ;-))

Derfel und Ceinwyn werden ohne Heirat ein Paar und dürfen unter Arthurs und Ceinwyns Bruder Cuneglas (nun König von Powys) zusammenleben. Zunächst in einer Hütte in der Nähe vom königlichen Palast in Powys, doch sie genießen das einfache Leben. Später dürfen sie (zusammen mit Mordred) in Arthurs Exfestung in Lindinis, in Dumnonia (Arthurs Herrschersitz) einziehen, da er selbst mit Guinevere ans Meer, in einen wiederaufgebauten ehemaligen Seepalast der Römer umzieht.

Arthur zeigt nun Verständnis für Derfel und Ceinwyn, war er selbst doch einst so unsterblich in Guinevere verliebt, dass er seine Braut (damals eben diese Ceinwyn) noch während der Verlobugsfeier sitzen ließ. Ein wenig scheint er den Schritt schon zu bereuen, doch nie verrät er mehr, über sein jetziges Verhältnis zu Guinevere.

Derfel und Ceinwyn haben nicht viel Zeit ihr Glück zu genießen, denn schon tauchen Merlin und Nimue (Merlins Priesterin und fanatische Anhängerin des alten Glaubens), auf und erinnern das Paar an ihr Versprechen. Der Kessel von Clyddno Eidyn, gehört zu den 13 heiligen Kleinodien Britanniens und nur wer in deren Besitz ist, kann die alten Götter auf die Insel zurückholen. Der Kessel (oder heilige Gral) ist eines der wichtigsten Zubehöre und verbirgt sich auf der Insel Ynys Mon, die den Heiden einst heilig war, von den Römern aber zerstört wurde. Die ganze Aktion den Kessel dort zu befreien, hat nur einen Haken; um auf die Insel zu gelangen, muß man das Land Lleyn, früher Henis Wyren und Land von Leodeganz, Guineveres Vater, durchqueren. Jetzt aber gehört es dem grausamen König Diwrnach, der sein Schild mit der Haut einer Jungfrau bezogen haben soll...

Merlin verlangt von Derfel, dass dieser seine besten Krieger und seine Geliebte Ceinwyn mitnehmen soll, denn für die ganze Aktion benötigt er eine Jungfrau...(da ahnt man aber Böses...)

Ceinwyn aber ist furchtlos und will mitkommen. Dem abenteuerlichen kleinen Trupp schließt sich schließlich noch Galahad, Lancelots Halbbruder an, der zwar zu den Christen gehört, aber dennoch ein guter Freund von Derfel ist.

Dank Ceinwyns Visionen (deshalb wurde sie benötigt und nicht um als Schildüberzug eines verrückten Herrschers zu enden) und Merlins 'magischer' Kräfte, schafft der bunt zudammengewürfelte Haufen auch tatsächlich seine schwere Aufgabe - überlebt die Reise durch Diwrnachs dunkles Land und entkommt dessen Kriegern, da Merlin genau im richtigen Moment einen 'Zaubernebel' heraufbeschwören kann (da ist dem großen Magier natürlich wieder einmal die Natur im richtigen Moment zu Hilfe gekommen...). Das kleine Abenteuer war zwar schon sehr nahe an 'Fantasy' doch sehr spannend und so bildhaft beschrieben, dass es gerade noch glaubwürdig ist.

Dieses kleine Abenteuer aber ist nur der Auftakt zu einer Vielzahl weiterer, spannender Geschehnisse, die doch irgendwie zu versuchen scheinen, die ganze Legende um Arthur zu erklären. 

Sogar die Geschichte um Tristan und Isolde (hier Iseult) wurde eingebaut. Und hier zeigt Arthur weit weniger Verständnis für die Liebenden, die vor Tristans schrecklichem, alten Vater König Mark, der Iseult heiraten wollte, flüchten. Dazu muß man wissen, dass Letzterer einen großen Verschleiß an Jungfrauen hatte, was hier wieder einmal sehr deutlich macht, dass mit Prinzessinnen, mit halben Kindern noch, umgesprungen wurde, als seien sie Spielzeuge, die man nach Gebrauch einfach 'entsorgte'. So ein Schicksal blühte Iseult; gerade 15 Jahre alt, soll sie den häßlichen mindestens 50 Jahre älteren König Mark heiraten, nur damit ihr Vater Land und Reichtum oder was auch immer dazugewinnen kann...

Während Derfel Tristan und Iseult Schutz gewähren will, so muß er doch auf Arthurs Befehl, bei dem wiederum sich Mark beschwerte, das Paar auftreiben. Arthur bleibt gnadenlos diesmal und sieht zu, wie beide von Marks Kriegern vernichtet werden. Daraufhin grollt Derfel seinem Freund Arthur dermaßen, dass sogar die Freundschaft der beiden für eine Weile auf Eis gelegt wird. Der Kommentar von Iseults Vater zu der Geschichte: 'Macht nichts, ich habe mehr als genug Töchter von der Sorte...'

Auch die berühmte Tafelrunde bzw. ihr vermeintlicher Ursprung bleibt nicht unerwähnt. Arthur ist es nicht genug damit, endlich fast alle britannischen Königreiche unter seinem Banner vereint zu haben, sondern er möchte auch absichern, dass das immer so bleibt. Er gründet eine Art Bruderschaft, bei der jeder jedem Treue schwören, alte Feindschaften ablegen und verzeihen, ja sich auch für vergangene Geschehnisse entschuldigen muß, was vor allem Derfel sehr zuwider ist, da er seinen Erzfeind Lancelot anerkennen soll. Dieser aus Armorica (Bretagne) vertriebene Königssohn, hatte unter Arthur gleich ein neues Königreich bekommen, ohne dafür auch nur einen Finger rühren zu müssen, ein kleines Reich zwar (Siluria im Südwesten Britanniens), fast ohne Einwohner, aber immerhin ein Königreich. Außerdem strebt Lancelot die Aufnahme in der Bruderschaft des römischen Gottes Mithras an, worin aber nur erfolgreiche und verdiente Krieger aufgenommen wurden und man grausame Rituale zur Aufnahme zelebrierte. Derfel war nun aber leidenschaftliches Mitglied in dieser Bruderschaft und weigert sich strikt, ebenso wie viele andere Krieger, Lancelot aufzunehmen. Was Arthur natürlich gleichfalls verärgert. Lancelot rächt sich, indem er sich den feindlich gesinnten Christen zuwendet und obwohl er alles andere als gläubig ist, läßt er sich in aller Öffentlichkeit taufen. 

Kleine Bemerkung am Rande; Lady Morgan, Arthurs geliebte Schwester und eigentlich eifrige Verfechterin des alten Glaubens, läßt sich scheinbar gleichfalls zum Christentum bekehren und damit nicht genug - sie heiratet sogar den unter allen Heiden verhaßten Bischof Sansum. Auch Guinevere, mittlerweile Mutter eines Sohnes (wie war das noch mit ihrer Unfruchtbarkeit in der Legende...?) versöhnt sich, wohl Lancelot zuliebe mit Sansum.

Gleichzeitig verwüstet ein Großbrand, angeblich von einem Blitzeinschlag, Merlins Festung auf dem Tor und mit ihr sämtliche Kleinodien Britanniens...auch der Kessel ist wieder weg...

Merlin ist darüber so bestürzt, dass er sich zurückzieht, bei Derfels Familie Unterschlupf sucht und dort auf sein Ende wartet...

Schließlich naht die Schlacht gegen die Angelsachsen unter deren König 'Aelle', die Arthur und Derfel sehr schnell besiegen. Allerdings kommt ihnen der hinterhältige Lancelot in die Quere, der sich heimlich mit 'Cerdic' verbündet, so dass Arthur gezwungen ist, Aelle wieder anzuerkennen, weil er befürchtet, dass sich die beiden Sachsenkönige ansonsten gegen ihn verbünden. Einzeln hätte er sie schlagen können...

Lancelot ringt ihm dabei sogar ein neues Königreich ab, das sogenannte Belgenreich an der Südküste, sowie London...

Nun ist auch Arthur, der Lancelot ja stets überbewertete, wütend auf diesen, läßt ihn aber gewähren, was ein großer Fehler ist, wie er noch feststellen wird. 

Zunächst aber folgen tatsächlich viele Jahre des Friedens, die Sachsen wagen keine weiteren Übergriffe, verlassen Britannien aber auch nicht. Heimlich landen immer mehr von ihnen an der Ostküste Lloegyrs.

Arthur derweil träumt von einer Zukunft als 'einfacher' Mann, der mit Frau und Kind ein gemütliches Leben führen würde, wenn Mordred erst soweit war, dass was er, Athur, begonnen hatte, weiterzuführen...

Niemand kann das nachvollziehen, und der gefürchtete Tag zur zweiten Weihung des 'wahren' Königs' naht. Obwohl nichts einfacher wäre, als Mordred 'verschwinden' zu lassen, hält Arthur an seinem Eid fest. 

Mordred's Großjährigkeit naht dann auch mit Riesenschritten. Der mittlerweile junge Mann ist geradezu ein Auswuchs an Bösartigkeit, da sind selbst Ceinwyns und Derfels (nun selbst stolzer Vater von drei Töchtern) Erziehungsversuche kläglich fehlgeschlagen. Entgegen der Legende, ist Mordred hier alles andere als mit Schönheit gesegnet, dazu leidet er noch unter einem von Geburt an, verkrüppelten Fuß und hat natürlich an allen Annehmlichkeiten eines Königs Interesse, nur nicht an dessen Regierungsgeschäften. Seine erste Tat als offizieller König besteht dann auch gleich darin, alle seine ehemaligen Erzieher, (Derfel gleich als Ersten) öffentlich zu demütigen und aus dem Palast zu jagen...

Allerdings müssen ihm alle, Arthur eingeschlossen, weiterhin als Krieger dienen. Als erstes schickt er Arthur und Derfel ans andere Ende der Insel um Ligessac, einen ehemaligen Krieger, durch dessen Verrat Mordreds Mutter umkam, zu finden. Ligessac lebt in einem unwirtlichen Tal bei fanatischen Christen im Exil und Mordred will ihn lebend um seine Mutter zu rächen...

Neben den Sachsen, sind auch die immer größer werdenden Gemeinschaften der Christen ein großer Feind Arthurs. Sie hassen ihn so sehr, dass sie sich teilweise sogar den heidnischen Sachsen anschließen und diese zu bekehren versuchen. Arthur und Derfel überleben das Selbstmordkommando ins Tal der Christen, und sie können sogar Ligessac mitnehmen. Auf dem Heimweg trennen sich allerdings ihre Wege, da Derfel seine Mutter 'Erce' eine ehemalige sächsische Sklavin, finden möchte. Er findet sie tatsächlich und erfährt von ihr, dass er der Sohn eines Königs ist - nämlich von Aelle...

Derfel ist wie vor den Kopf geschlagen, hielt er sich doch immer für einen Sklaven, für einen Emporkömmling, jemand der allein durch seine Leistung zum Lord wurde - und nun ist er sogar ein echter Prinz. Zwar von einem König auf der falschen Seite, aber mit Stolz erfüllt ihn das trotzdem, vor allem weil Aelle ihn bei jeder Begegnung fast freundlich behandelte...

Arthur soll diese Nachricht später noch köstlich amüsieren, er der Bastardsohn des Großkönigs von Britannien und Derfel der Sohn dessen größten Feindes und beide dicke Freunde...natürlich hat Derfel nicht vor, die Seiten zu wechseln.

Als die beiden Krieger von ihrem zweifelhaften Ausflug nun zurückkehren, müssen sie feststellen, dass Lancelot zum Verräter geworden und Dumnonia mit Hilfe der Sachsen und der Christen überfallen und die Macht an sich gerissen hat.

Nur mit knapper Not kann Derfel seine Familie retten, verliert aber seine jüngste Tochter Dian, für die er sich an deren Mörder noch grausam rächen soll...

Mordred wird für tot gehalten, doch auch dieser konnte überleben - zwar schickte er auf Lancelots Geheiß hin, Arthur und Derfel außer Landes, sollte aber gleich darauf selbst getötet werden. Galahad rettet den jungen König, doch Arthur hat die Nase inzwischen gestrichen voll bzw. erwacht er endlich zur Freude seiner Krieger. Aus ist es mit den Träumen vom einfachen Leben - seine geliebte Guinevere befindet sich in Lancelots Gefangenschaft, und Mordred scheint unfähig Britanniens Frieden zu erhalten. Zwar bricht Arthur seinen Schwur noch immer nicht, Mordred soll offiziell König bleiben, doch soll er nur die Annehmlichkeiten eines Königs genießen, die Regierungsgeschäfte und somit die Macht, übernimmt wieder Arthur, 'Der Schattenfürst'.

Nun heißt es Guinevere aus den Klauen Lancelots zu retten und dabei läßt Arthur keine Gnade mehr walten. Schnell gelingt es ihm mit seinen verbündeten Armeen, das geraubte Land Stück für Stück zurückzuerobern, bis er sich zum Seepalast durchgekämpft hat.

Dort allerdings zelebriert Guinevere mit Lancelots Kriegern obszöne Rituale für die Göttin Isis, die dafür sorgen soll, dass Lancelot König bleibt. Als der ahnungslose Arthur in den Palast eindringt um Guinevere zu befreien, erwartet ihn diese böse Überraschung. Lancelot kann abermals ungeschoren entkommen...aber dafür finden Arthur und seine Mannen einen großen Schatz - die scheinbar vernichteten Kleinodien Britanniens befinden sich mitsamt dem Kessel in Guineveres Besitz!! Nun erwacht Merlin wieder zu alter Stärke, denn nun kann er endlich die alten Götter zu Hilfe rufen...

 

 

 

Meine Meinung:

Dieser zweite Band der Trilogie gefällt mir noch besser als der erste, denn hier geschieht unglaublich viel und trotzdem passt alles auf knapp 680 Seiten. Was bedeutet, dass es keine unnötigen Längen gibt, sondern die Geschichte um Arthur und seine Abenteuer durchweg spannend bleibt. Viele Bestandteile der Legende sind hier teilweise zwar völlig anders dargestellt, aber der Erzähler (Derfel) weist zwischendurch immer wieder darauf hin, dass 'die Barden' stets alles verschönten und die Geschichte deshalb wohl in ganz anderem Licht glänze, zumindest was die spätere Legende angehe. Aber das ist im Grunde auch gar nicht erklärungsbedürftig, interessant ist es allemal. Vor allem gibt es diesmal doch mehr Einblicke in den normalen Alltag der damaligen Zeit. 

Interessant ist vor allem der starke Glaube der verschiedenen Personen an ihre jeweiligen Götter, bzw. auch die eigentlich nicht vorhandene Magie, die aber von Menschen wie z.B. Merlin, die schlauer sind als alle anderen, raffiniert so vorgegaukelt und eingesetzt wird und mit ein bisschen Glück auch noch gelingt, dass es kein Wunder ist, dass jedermann daran glaubt. Zudem scheint das sogenannte 'Heidentum' wie die Christen es nannten (und immer noch nennen), keine schlechtere Religion gewesen zu sein, wenn man deren eigenen Fanatismus (der Christen), mit dem auch sie über Leichen gingen, bedenkt. Eigentlich taten sie genau das Gegenteil von dem, was der den sie verehrten, nämlich Jesus, einst predigte und auch wollte.

Mittlerweile nun tummelt sich alles mögliche an Göttern, Völkern und Religionen auf einer eigentlich nicht so sehr großen Insel, dass ein dauerhafter Frieden wohl niemals wirklich eintreten konnte. Auch Arthur schafft es vielleicht ein Jahrzehnt lang - zunächst, doch die Feinde lauern überall. Hat er die einen versöhnt, rotten sich hinter seinem Rücken die nächsten zusammen...

Auch dieses Buch hat Bernard Cornwell so bildhaft erzählt, dass man schnell immer mittendrin ist in den Geschehnissen.

Ein bisschen unverständlich scheint einem nur Arthur selbst, bzw. sein Charakter zu sein. Obwohl er große Macht in Händen hält und auch selbst wissen muß, dass der verzogene Mordred in keinster Weise das zerissene Britannien regieren kann, hält er standhaft an seinem Eid fest und träumt den Traum vom einfachen Mann, ohne zu merken, dass selbst seine Frau etwas anderes will. Vielleicht die Erklärung dazu, dass es zwar 'Arthur' gegeben haben mag, er aber nie König war...?

Eigentlich ist wohl Merlin hier als 'Der Schattenfürst' gemeint, für mich ist es aber eher Arthur, denn er ist es, der hier im Schatten agiert.

Stets ist sein Denken oder sein Charakter zwiespältig. Einmal sanft, einmal hart, einmal verständnisvoll, einmal gnadenlos. In diesen Chroniken wohl eher ein Krieger durch und durch, der im normalen Alltag eher versagt und fast naiv an eigenen Träumen festhält. So sehr, dass er bis zum Schluß (und obwohl ganz Britannien es schon zu wissen scheint) nicht mitbekommt, dass seine geliebte Frau ihn mit jemandem betrügt, den er fälschlicherweise für einen Freund hält, der im Grunde aber sein größter Feind ist.

Hier wird vielleicht versucht, den Helden Lancelot, so wie er besungen wird, zu erklären, obwohl er womöglich gar keiner war. Hier sind es die Christen die ihn lieben und auf den Thron setzen wollen, selbst aber nicht merken, wie sehr Lancelot sie betrügt.

Ich könnte hier noch ewig weiter ausschweifen, so viele Hinweise sind in der Geschichte auf Wahrheiten und Unwahrheiten versteckt, aber dies alles ist im Grunde ja auch nur der Phantasie des Autors entsprungen, allerdings sehr gut an die bestehende Legende angelehnt.

Mein Fazit: Ein MUß für Arthur-Fans ;-)!! Aber nicht für die, die sich nur an die Legende klammern...;-)

 

 Band 3 - Arthurs letzter Schwur